Aachen - Von Wirtschaftskrise ist nichts zu spüren

Von Wirtschaftskrise ist nichts zu spüren

Von: Jutta Geese
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Millionenprojekt: In Herzogenrath investiert die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft für die Städteregion rund drei Millionen Euro in den Bau von 22 Seniorenwohnungen sowie einer Sozialstation der Arbeiterwohlfahrt. Für das Projekt ist Stephan Sikora verantwortlich. Foto: GWG

Aachen. Zwei Gesellschaften, ein Geschäftsführer für beide - ein Konzept, das zumindest bei der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (WFG) und der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) des früheren Kreises Aachen offensichtlich Erfolg garantiert.

Beide Gesellschaften ergänzen einander, arbeiten zum Teil bei Projekten Hand in Hand. „Und Dr. Axel Thomas als Geschäftsführer von beiden hat alles gut im Griff”, betonte Städteregionsrat Helmut Etschenberg, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender beider Gesellschaften ist, bei der Präsentation der Jahresbilanzen 2009. „Beide Gesellschaften machen uns viel Freude, beide haben im vergangenen Jahr gute Ergebnisse erzielt.” Und auch 2010 läuft für beide bislang vielversprechend.

Selbst die Wirtschaftskrise ist an der WFG spurlos vorübergegangen. „Unsere sechs Mietobjekte waren 2009 zu 100 Prozent ausgelastet und sind es bis heute noch”, berichtete Thomas. Und keines der 15 Unternehmen, die ein von der WFG errichtetet Firmengebäude geleast haben, musste Insolvenz anmelden. Ergebnis für die WFG: Im vergangenen Jahr hat sie einen Überschuss von annähernd 400.000 Euro erwirtschaftet und ihr Eigenkapital auf jetzt 1,8 Millionen Euro aufgestockt.

Positiv bewerten Thomas und Etschenberg auch die Ergebnisse der insgesamt 114 Förderungs- und Unternehmensberatungen. Schließlich führten diese in immerhin 41 Fällen zu Investitionen in Höhe von zusammen drei Millionen Euro. In vier Fällen handelte es sich um eine Neuansiedlung eines auswärtigen Unternehmens im früheren Kreisgebiet, in neun Fällen ging es um die Verlagerung eines Betriebes, in weiteren drei Fällen um eine Betriebserweiterung und 25 Mal führte die Beratung der WFG zu einer Existenzgründung. Letztere sind allerdings „meist eine Krisenfolge, das heißt, der Not geschuldet, etwa weil jemand arbeitslos geworden ist und keine andere Chance für sich sieht”, wie Thomas anmerkt.

Mit einem umfangreichen Seminarangebot versucht die WFG, den Unternehmen dabei zu helfen, gut durch schwierige Zeiten zu kommen. Und dieses Angebot wird rege genutzt: Insgesamt 864 Teilnehmer besuchten im vergangenen Jahr die 22 Veranstaltungen. Am besten besucht war übrigens das Seminar zum Thema Krisenbewältigung.

Aktuell betreut die WFG fünf Bauprojekte mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 13,5 Millionen Euro. Dazu gehören unter anderem ein Unternehmenskomplex für eine Firma in Eschweiler für 3,1 Millionen Euro, der Ausbau einer offenen Ganztagsschule in Roetgen für sechs Millionen Euro und - hier ist dann auch die GWG mit im Spiel - die Errichtung von 22 Seniorenwohnungen und einer Sozialstation mit Tagespflegeeinrichtung der Arbeiterwohlfahrt in Herzogenrath für rund drei Millionen Euro.

Die Investition in Neubauten gehört zur neuen Strategie der Wohnungsbaugesellschaft. „Wir trennen uns von altem Bestand, der nicht mehr rentierlich zu sanieren ist, und stecken den Erlös in Neubauten”, erläuterte Thomas im Bilanzgespräch. So hat sich die WFG im vergangenen Jahr etwa von 40 Wohnungen in Herzogenrath-Kohlscheid getrennt. „Die Vorgabe von Herrn Etschenberg dabei ist: Die Zahl der Wohneinheiten soll gleich hoch bleiben.” Denn Ziel der GWG ist, preiswerten Wohnraum für Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen anzubieten. Zurzeit besitzt die GWG 765 Wohneinheiten im früheren Kreisgebiet. Nach Fertigstellung der 22 Seniorenwohnungen - für die es rund 100 Interessenten gibt - Anfang 2011 wird die Zahl des Jahres 2008 wieder annähernd erreicht.

Viel Geld steckt die WFG auch in die Sanierung ihres Wohnungsbestandes, betonte Thomas. „Wir haben 2009 rund 50 Prozent mehr in die Instandhaltung investiert als fünf Jahre zuvor. Die Wohnungen werden dadurch attraktiver.” Der Leerstand habe mittlerweile mit unter einem Prozent ein „historisch niedriges Niveau” erreicht. Wohl mit ein Grund dafür, dass die GWG trotz hoher Investitionen ihr Eigenkapital in 2009 um 780.000 Euro auf jetzt acht Millionen Euro aufstocken konnte.
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