Von einem großen Bonner und seiner kleinen Baustelle

Von: Jan Mönch
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Mit der Geduld am Ende: Die verwaiste Baustelle vor seinem Haus hat Manfred Schütt nach einem halben Jahr gründlich satt. Foto: Jan Mönch

Monschau-Imgenbroich. Den Vorwurf, ungeduldig zu sein, kann man Brigitte und Manfred Schütt nicht machen. Denn es ist bereits nahezu ein halbes Jahr her, dass vor ihrem Haus am Imgenbroicher Frohnepfad der Bürgersteig aufgebrochen wurde, um Internetkabel freizulegen.

Die Ursache für die Probleme, die ein schräg gegenüber wohnender Nachbar mit seiner Internetverbindung hatte, wurde von der Bonner Telekom exakt hier vermutet. Das war Mitte Oktober vergangenen Jahres. Einen Bürgersteig gibt es nach wie vor nicht mehr, dafür verschandelt eine Bauabsperrung den Vorgarten der Schütts.

Der wohl kurioseste Part der Geschichte spielte sich im November ab, als die kleine Grube auf dem Bürgersteig erst ein paar Wochen alt war und die Schütts sich bei der Anlegenheit noch nichts Böses dachten. Plötzlich sei von den Bauarbeitern damit begonnen worden, die Baustelle vom Territorium der Stadt Monschau auf Blumenbeet und Einfahrt der Schütts auszuweiten. Die Begründung für das ungefragte Umgraben des Privatgrundstücks: Es sei niemand zu Hause gewesen, den man hätte fragen können. Dieser Schaden zumindest wurde leidlich behoben, der ehemalige Bürgersteig besteht jedoch nach wie vor aus umzäuntem Sand und Geröll.

Telefonisch nichts erreicht

„Mit Sicherheit schon 15 bis 20 Mal” hat Manfred Schütt wegen der Angelegenheit die Telekom angerufen. Dass sich ausgerechnet beim größten Telekommunikationsunternehmen des Kontinents telefonisch nichts erreichen lässt, findet er merkwürdig. Also hat er auch noch einige E-Mails gesendet. Die Antworten sind ziemlich offensichtlich aus Textbausteinen zusammenkopiert, in stets gleichem Wortlaut wird versprochen: „Gern kümmern wir uns um Ihr Anliegen. Bitte geben Sie uns zur Bearbeitung noch etwas Zeit. Sie erhalten so schnell wie möglich eine Antwort von uns.” Dann folgt eine siebenstellige Bearbeitungsnummer. Darüber, dass „etwas Zeit” mit ein paar Monaten gleichzusetzen ist, wird man bei Lektüre der Mail nicht informiert.

Die zuständige Pressestelle der Telekom war für unsere Zeitung nicht zu erreichen und reagierte auch auf die Bitte um Rückruf nicht.

Normalerweise reichen die Bonner Bauaufträge in Monschau an das Unternehmen Gamo weiter. Im Falle des Frohnepfads wurde jedoch offenbar eine Firma mit Sitz in Stolberg beauftragt, die außerdem für ein weiteres, ebenfalls seit geraumer Zeit verwaistes Exemplar Baustelle auf der Hauptstraße in Höfen zuständig sein soll. Die Verantwortung für die Schlampigkeit ist für die Begriffe von Ralf Kreutz vom Monschauer Bauamt auch zuallererst dort zu suchen.

Rund eine Stunde nach dem Anruf unserer Zeitung teilt Kreutz mit, er habe die Räumung beider Baustellen nun in Stolberg sowie bei der Telekom angemahnt und auch die Städteregion über den Vorgang in Kenntnis gesetzt. Vertraut man auf deren Einfluss, müssten also beide bald Geschichte sein.

Drahtlos gelöst

Schon länger behoben sind übrigens die Internetprobleme von Manfred Schütts Nachbarn: Sie haben sich eine drahtlose Verbindung angeschafft.
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