Vom gelben Drachen bis zur knallroten Isetta

Von: ale
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Der Kirmesumzug in Steckenborn
Der Kirmesumzug in Steckenborn hatte auch in diesem Jahr wieder etwas von Karneval. Foto: Anneliese Lauscher

Steckenborn. Die Steckenborner können richtig Kirmes feiern. An drei Tagen war die Festwiese der Mittelpunkt des Dorfes, ein attraktives Programm mit viel Musik zog (fast) die ganze Ortsbevölkerung an.

Um die Organisation zu stemmen, hatten sich der SC Komet mit dem Reit- und Fahrverein zusammen getan. Schon seit Mittwoch sah man die Vereinsmitglieder und Kirmesfreunde beim Aufbau der Zelte und der Bühne.

Am Samstag gingen die Feierlichkeiten dann los mit dem Abholen des Hahnenkönigs Manfred Nellessen; die Kirmes wurde ausgegraben, und bei der anschließenden Kirmesparty bot die Tanzwerkstatt Kesternich eine sehenswerte Showeinlage. Yannick Gillissen heizte die Stimmung mit seinem Liveauftritt an, dann tanzten die Gäste zur Musik von DJ Peter, bis sie müde wurden.

Höhepunkt der Kirmes war zweifellos der prächtige Zug, den die Vereine am Sonntag auf die Beine stellten. Unter dem Motto „Es erstrahlt das Zirkuszelt in Steckenborns bunter Kirmeswelt” wurde viel Spaßiges und Buntes aufgeboten. Zirkusdirektor Jansini führte Regie und stellte dem Publikum die einzelnen Gruppen vor.

Der Kirmesmann wurde vorneweg durchs Dorf gefahren; ein lustiger Clown haute auf die dicke Trommel, dann tauchte ein niedliches Gefährt auf: Eine knallrote Isetta fuhr gemächlich durch die Straßen, der zigarrenpaffende Herr am Steuer schien in bester Laune zu sein. Der VdK kam mit dem Planwagen, der Musikverein „Heimatecho” schmetterte Marschmusik, die 1. Mannschaft des Komet stellte sich konditionsstark vor.

Chinesischer Drache

Weiter ging es mit Menschen, Tieren, Sensationen: Eine Horde gezähmter Tiere waren die Maigesellen; sogar ein chinesischer Drache war dabei, der sich wie ein bunter Lindwurm übers Straßenpflaster wand. Die Freiwillige Feuerwehr kam auf einem geschmückten Traktor, und Mitglieder des Motorsportclubs hatten sich in bunte, Unfug treibende Clowns verwandelt.

Auch die Musiker von „Melano” hatten die Uniform abgelegt und sich farbenfroh gekleidet. Dann sah man eine tolle Zirkusnummer: Muntere Pferdchen zeigten eine Dressur der Hohen Schule, hier hatten sich die Reitersleute einmal Holzpferde mitgebracht! Und schließlich tobten noch süße Mäuschen durchs Dorf, das waren die „Turnmädels”. Viel Beifall gab es vom begeisterten Publikum.

Sturm aufs Kuchenbuffet

Der Ortsvorsteher von Steckenborn, Alex Stiel, dankte dem Organisationsteam und allen, die sich mit guten Ideen auf den Weg gemacht hatten. Einem gnädigen Wettergott war es zu verdanken, dass man sich auf der Kirmeswiese noch stundenlang aufhalten konnte. Der Sturm auf das Kuchenbuffet hatte bereits während des Zuges begonnen, hier durfte es ein Stück mehr sein, die Auswahl war riesig und sehr preiswert.

Die Kinder probierten die neusten Knaller aus, drehten Runden auf dem Karussell oder tobten sich auf der Hüpfburg aus. Die Großen freuten sich über die gekonnte, mitreißende Musik der „Melano-Oldies”: Swingend im Dixielandsound, kamen besonders die Bläser toll zur Geltung. Schöne alte Schlager weckten Erinnerungen, La Paloma, „Sail along, Silvry Moon” und „Buona Sera Senorina”.

Seit 1993 wird bei der Steckenborner Kirmes der Hahnenkönig ermittelt. Diese Gaudi findet sonntags nach dem Kirmeszug auf der Festwiese statt. Auch diesmal wurde das Hahneköppen von vielen Zuschauern mit Spannung verfolgt. Per Los wurde die Reihenfolge festgelegt; Mario Bonné fungierte als frecher, witziger Moderator. Zunächst durften die Vereinsvorsitzenden dem Hahn (natürlich eine Attrappe), dessen Kopf aus einem Eimer heraus hing, ein paar Schläge versetzen, aber die meisten trafen nur den Blecheimer, der anschließend entsprechend zerbeult aussah. „Die Eimer von heute, das ist auch keine Qualität mehr”, lautete der trockene Kommentar von Mario Bonné.

Nur zwei Bewerber

Nach über einer Stunde waren noch zwei Bewerber im Rennen, die sich ernsthaft auf der Zielgeraden befanden: Sven Jansen und Ulrich Greuel. Der Kopf des Hahns zappelte, und schließlich versetzte Uli Greuel ihm den entscheidenden Schlag. Da stürmten seine Freunde auf die Bühne, um zu gratulieren.
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