Vollversammlung an den Rurseestränden

Von: P. St.
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Nichts für Individualisten: Die Badeinsel im Rurseezentrum. Foto: Peter Stollenwerk
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Am Morgen danach: Müll macht sich breit rund um den Badestrand am Eiserbachsee. Foto: Peter Stollenwerk

Nordeifel. Im klaren Wasser des Eiserbachsees ein paar Runden in Ruhe zu schwimmen, dazu ist jetzt die beste Gelegenheit - außer am Wochenende. Wenn dann auch noch das Wetter mitspielt, gehört die Eifel zu den Ausflugszielen Nummer eins in der Region und es ist aus mit Ruhe am Rursee.

Dann herrscht von Schwammenauel bis Rurberg Vollversammlung der Badefreudigen entlang der Uferzone.

Am ersten Ferienwochenende war das nicht anders: Besonders das Rurseezentrum in Rurberg war ein begehrtes Ausflugsziel. Mehrere tausend Menschen okkupierten das traumhaft gelegene Gelände, wo man trotz des Massenandrangs immer noch ein relativ ruhiges Plätzchen vorfinden konnte, falls man bereits war, einige hundert Meter bis zum Wasser zu traben.

Das zurückliegende Wochenende bot auch schon einmal einen kleinen Vorgeschmack auf das am Wochenende stattfindende Rurseefest. Der Parkplatz direkt am Rurseezentrum bot schon am Vormittag keinen freien Plätze mehr und am Nachmittag erwog das Ordnungsamt sogar, den Parkplatz zu sperren, um den endlosen Suchverkehr zu bremsen, zumal die oberhalb liegenden Wiesen zum Teil als Parkfläche zur Verfügung standen.

Die frei zugängliche Badestelle am Eiserbachsee macht es für das Aufsichtspersonal ohnehin schwer, das weitläufige Gelände im Blick zu behalten. Mit insgesamt sieben Kräften war das Simmerather Ordnungsamt am Wochenende unterwegs. „Wir können aber nicht überall gleichzeitig sein“, betont Amtsleiter Bruno Wilden.

Bei vielen Dingen, z. B. wenn sich verbotenerweise Hunde im Badebereich befinden würden, funktioniere aber auch die Sozialkontrolle der Besucher untereinander.

Müll ist natürlich ein Dauerproblem. Die Gemeinde Simmerath hat mit dem ABK-Hilfswerk einen Wartungsvertrag abgeschlossen. Bei Badebetrieb wird das Gelände täglich gereinigt. Die wenigen Mülltonnen reichen in der Regel nicht aus, aber die meisten Besucher stellen ihren Müll dann wenigstens neben die volle Tonne. Eine nicht beträchtliche Zahl aber lässt auch den Müll einfach im Gelände liegen. Es wird sich schon jemand darum kümmern...

Stark frequentiert waren am Wochenende auch der Badestrand Eschauel sowie zahlreiche „Geheimtipps“ entlang des gesamten Rurseeufers. Nicht einfach ein Plätzchen auf dem Grünen zu bekommen, war es im Freibad Einruhr, wo das Platzangebot begrenzt ist. Hier ist aber auch der einzige Platz, wo aufgrund einer historischen Vereinbarung zwischen dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER) und der dem Ort Einruhr das Baden erlaubt ist; ansonsten herrscht strenges Badeverbot im Obersee, der als Trinkwasserspeicher dient. Dennoch traf man eine Reihe unbekümmerter Schwimmer hier an, vor allem im Uferbereich von „Bertas Wiese“. Ordnungsamt und WVER sehen es nicht ungern, dass das Gelände immer mehr verbuscht.

„Der Verlockungsfaktor ist natürlich groß“, weiß auch WVER-Sprecher Marcus Seiler. Es sei allerdings illusorisch entlang des gesamt Rurseeufers, wo das bis auf die Badestelle Eschauel, streng genommen Schwimmen verboten ist, Kontrollen sinnvoll umzusetzen. „Da brauchte man ja eine ganze Armee.“

Auch er appelliert an die Vernunft der Besucher. Nicht nur unsinnig sondern auch hochgefährlich sei es beispielsweise wenn Leute sich ausgerechnet die Anlegestellen der Rursee-Schiffahrt zum Schwimmen aussuchen würden.

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