Volkssänger Heino vor dem Altar

Von: P. St.
Letzte Aktualisierung:
heino
Volkssänger Heino begeisterte in Höfen. Foto: Peter Stollenwerk

Höfen. Dass er in den letzten beiden Jahren erkrankt gewesen sei, war nur ein kleiner Versprecher von Heino als er auf eine Erkältung hinweisen wollte, die ihn zwei Tage lang geplagt hatte; ansonsten aber gab es keine Aussetzer beim Kirchenkonzert von Heino, Deutschlands bekanntestem Volkssänger am Montagabend in der Pfarrkirche St. Michael in Höfen.

Vielleicht aber kann der 71-jährige zum Ausklang seiner Karriere den Tiefschlag der wegen Krankheit ausgefallenen Abschieds-Tournee im Jahr 2005, verbunden mit schweren finanziellen Einbußen, Gerichtsprozessen und Versicherungsstreit, doch nicht so leicht wegstecken.

Die große Schar der Anhänger im Höfener Gotteshaus aber spürte nicht viel von diesen Misstönen und lauschte voller Andacht dem perfekt inszenierten Konzert „Die Himmel rühmen.” Stimmungssänger Heino („Karamba, caracho, ein Whisky”) hat nicht unbedingt das Fach gewechselt. Der Bariton mit der über 40 Jahren Bühnenerfahrung im Showgeschäft nimmt diese kleine Hürde mit Leichtigkeit, und klingt ebenso authentisch, wenn er das berühmte Kirchenlied „Ich bete an die Macht der Liebe” oder das nicht minder populäre „Ave Maria” von Franz Schubert anstimmt.

Rund 120 Stühle mussten noch zusätzlich in die Pfarrkirche geschafft werden, damit die gut 500 Besucher Platz finden konnten. Vor der prächtigen Kulisse der monumentalen Landschaftskrippe, die gekonnt in farbiges Licht getaucht wurde, fand das Ensemble ein ideales Bühnenbild. Noch bis zum Nachmittag hatte hier der singende Hirte Reiner Jakobs seinen täglichen Auftritt gehabt, und auch für Heino eigens ein Lied gesungen, ehe die Techniker vom Kirchenschiff Besitz ergriffen.

Als Hausherr begrüße Pastor Karl-Heinz Stoffels („Eigentlich ist am Altar ja mein Platz”) die Fangemeinde und interpretierte das Konzert als „Lobgesang auf Gott und die Schöpfung”.

Unter großem Beifall beschritt dann zunächst Franz Lambert, seinerzeit mit dem Titel „King of Hammond” dekoriert, den Altarraum. Der nimmermüde Keyboarder (61), dessen Markenzeichen die weiße Wersi-Orgel ist, hat bereits über 100 Platten und CD´s aufgenommen, und wer kann sich nicht an die Bilder aus den 70-er Jahren erinnern als Franz Lambert bei Sportereignissen von Weltrang mit seiner Orgel durch die Stadien gezogen wurde?

Sein Orgelsolo zum Auftakt gab bereits einen Vorgeschmack auf die ungeheure musikalische Energie des Instruments, die scheinbar ein komplettes Orchester ersetzen kann.

Aus dem Kirchenraum heraus schritt dann im schwarzen Smoking, roter Krawatte und natürlich mit der dunklen Sonnenbrille als absolutem Markenzeichen der Star des Abends in Richtung Altar.

Heino ließ sein treues Publikum wissen, dass er seine Kirchentournee auch als Dank an Gott verstehe, „der mir die Freude an der Musik erhalten hat.” Den Glauben, die Liebe und das friedliche Miteinander wolle er mit seinem Programm „Die Himmel rühmen” wieder in den Blickpunkt rücken.

Musikalisch unterstützt wurde Heinos markante Stimme weiterhin dezent aber höchst gekonnt von Gloria-Terzett aus Hamburg und Solo-Gitarrist Peter Autschbach.

Auch wenn Heinos Überleitungen zwischen den einzelnen Stücken am Anfang ein wenig hölzern wirkten, faszinierte er das Publikum mit seiner Präsenz vor dem Altar - den Zuhörern ganz nahe. Für viele Besucher war es schon ein besonderer Moment, Deutschlands bekanntestem Volkssänger, den man von unzähligen Fernsehauftritten her kennt, für zwei Stunden ganz nahe zu sein. Immerhin muss man wissen, dass Heino in den 70er Jahren Deutschlands populärste Persönlichkeit war (er ließ in der Bekanntheitsskala sogar den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt hinter sich).

Am Ende des ersten Konzertteils ließ Heino dann ein wenig Schlagererinnerungen („Lied für mein Publikum”) durchklingen, später widmete er Ehefrau Hannelore ein Stück („Das ist mein Lied nur für Dich”).

Mit drei bekannten Gute Nacht-Liedern ließ Heino sein Konzert und damit auch die im September begonnene Tournee durch 45 Kirchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz leise ausklingen. Dass das erste Konzert (Steinfeld) und der letzte Auftritt ausgerechnet in der Eifel stattfanden, mag auch mit Heinos Wohnsitz Bad Münstereifel zusammenhängen, wo nach dem Konzert noch gefeiert wurde. Zuvor aber gab es in Pfarrkirche Höfen noch Blumen von den Fans, kleine Geschenke von Bürgermeisterin Margareta Ritter für das Team und Ehefrau Hannelore und als Zugabe den Kirchenlied-Klassiker „Großer Gott, wir loben Dich”, in den das Publikum gerne gemeinsam mit Heino einstimmte.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert