Vogelsang - Vogelsang: „Die Neiddebatte ist vorbei”

Vogelsang: „Die Neiddebatte ist vorbei”

Von: Peter Stollenwerk
Letzte Aktualisierung:
bilanz-modellbild
So soll das Forum Vogelsang einmal aussehen: Rund um den Adlerhof (Mitte) mit dem Besucherzentrum finden sich sich die NS-Dokumentation, das Nationalparkzentrum sowie Seminarräume, Gastronomie und Verwaltung.

Vogelsang. Dass ein junger Mann aus Kall derzeit im Forum Vogelsang versucht, ein komplettes Haus aus 300.000 Bierdeckeln zu bauen, ist sicherlich eine Attraktion, aber was die künftige Entwicklung und Konzeption in Vogelsang betrifft, höchstens eine Randerscheinung. Die Pläne, das Gelände zu erschließen, haben weitaus größere Dimensionen.

Thomas Böll (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Vogelsang ip), Manfred Poth (Aufsichtsratsvorsitzender der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang) und Albert Moritz (Geschäftsführer der Vogelsang ip) erläuterten sie im Gespräch mit der Lokalredaktion.

Der Wandel des Standortes Vogelsang zum Internationalen Platz ist dabei ein weit in Zukunft hineinreichende Aufagbe.

Mit der Eröffnung des Schwimmbades und der neuen Urftseebrücke wurden 2009 zwei markante Projekte zum Abschluss gebracht, und die nächsten Aufgaben lassen nicht lange auf sich warten: 2010 ist die Eröffnung des historischen Kinos als Veranstaltungsraum mit 1100 Plätze vorgesehen wie auch der erste Spatenstich für das Forum Vogelsang als erster Anlaufpunkt und Informations- und Dokumentationszentrum zentrum für die Besucher rund um den Adlerhof. 2011 ist die Eröffnung des Nationalparkforstamtes geplant, 2012 die Eröffnung des DJH-Jugendwaldheims und 2013 die vollständige Inbetriebnahme des Forums Vogelsang.

„Alles, was wir bisher haben, sind erstausgestattete Räume”, betont Manfred Poth, dass man seit der im Jahr 2002 begonnen Konversationsphase in Vogelsang und der 2006 erfolgten Öffnung des Geländes, immer noch in einem Provisorium lebt - „in einer temporären Situation.”

Erst wenn die genannten Pläne umgesetzt sind, wozu mit der NS-Dokumentation und der Nationalpark-Ausstellung auch zwei große Ausstellungen gehören, wird Vogelsang nach Auffassung der Standortentwicklungsgesellschaft so richtig Fahrt aufnehmen. Ab 2013 rechnet man mit 300.000 Besuchern jährlich, in der zurückliegenden drei Jahren waren es jeweils etwa 180.000, wobei es im Jahr 2009 leichte Einbußen von knapp fünf Prozent bei den Besucherzahlen gab.

Diese geplanten Maßnahmen sind dabei mit erheblichen Kosten verbunden. Der einstige „Leitantrag” mit einem Kostenvolumen von 17 Millionen Euro wurde inzwischen auf 36 Millionen Euro aufgestockt. Da blickt mancher Investor aus der Region vielleicht ein wenig neidisch nach Vogelsang, doch hier ist man inzwischen überzeugt davon, „dass die Neiddebatte vorbei ist”, wie Manfred Poth betont.

Vogelsang sei die Zukunftschance der Region schlechthin, und inzwischen wisse man, „dass die gesamte politische Region hinter dem Projekt steht.” Auch die Kritiker hätten zwischen erkannt, welche Dynamik vom Standort Vogelsang ausgehe. Daher werde man auch weiter an den Plänen festhalten, in Vogelsang ein Hotel-Projekt zu verwirklichen, das wiederum „auf dies gesamte Region ausstrahlen” könne.

Auch Geschäftsführer Albert Moritz, der das Besucherverhalten detailliert analysiert hat, weiß, dass „kein anderes Ziel in der Region” eine solche Breitenwirkung wie Vogelsang besitzt. 45 Prozent der Eifelgäste kämen wegen allein Vogelsang in die Region. „Dieser Standort strahlt eine enorme touristische Energie aus.” Weit über 1000 Reisebusse unterstrichen diese Attraktivität.

Auch Thomas Böll sieht Vogelsang als „Glücksfall” insbesondere in der Verbindung von Natur und historischem Erleben. Man sehe sich „in der Pflicht”, für die Region etwas zu bewegen.

Nicht mehr festhalten möchte man in Vogelsang am Komplex van Dooren. Für das wuchtige von den Belgiern erbaute und dominierende Gebäude mit 19.000 Quadratmetern Geschossfläche, das damals den Streitkräften als Unterkunft diente, sieht man derzeit keine Nutzung. Im Zusammenhang mit dem Architektenwettbewerb für die Gestaltung des Forums sei in allen 38 abgegeben Arbeiten der Abriss vorgeschlagen worden.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert