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Vogelsang: Das Krimi-Hotel soll gebaut werden

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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In Fortbildungen werden sich demnächst die Lehrer des Ritzefeld-Gymnasiums intensiv mit dem Lernort „Forum Vogelsang” befassen. Und das möglichst ohne Ausnahme: So sieht es die Kooperationsvereinbarung vor, die am kommenden Dienstag offiziell von Schul- und Forum-Vertretern unterzeichnet wird. Foto: P. Stollenwerk

Aachen/Schleiden. Das Krimi-Hotel auf dem Gelände der ehemaligen nationalsozialistischen Ordensburg Vogelsang im Nationalpark Eifel wird gebaut. Das jedenfalls ist nach Informationen dieser Zeitung der derzeitige Stand der Planungen.

Allerdings entsteht das Hotel nicht, wie zunächst geplant, im Gebäude der ehemaligen „Van Dooren”-Kaserne, sondern etwas oberhalb der Kaserne und damit weiter vom zentralen Adlerhof, dem geplanten Forum Vogelsang und dem Aussichtsturm entfernt.

Ende Oktober war die Öffentlichkeit erstmals vom Krimi-Hotel-Vorhaben in Kenntnis gesetzt worden. In einem Regionalforum auf Vogelsang stellten die Projektentwickler Manfred Ernst und Anton Neuberger aus Kall ihre Pläne vor. Teile aus Politik und Verwaltung hatten auf das Vorhaben mit Entsetzen reagiert.

Auch der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) sagte, er halte „die Planung für das Hotel, gerade an einem solchen Ort der Erinnerung, für nicht vertretbar”. Auf Vogelsang war im Dritten Reich der Führernachwuchs der NSDAP ausgebildet worden. Auf die Kritik der Öffentlichkeit wollen die Projektentwickler mit „einigen Modifikationen” eingehen, heißt es.

Anstatt ein vorhandenes Gebäude zu nutzen, soll das Krimi-Hotel nun auf einer freien Fläche komplett neugebaut werden. Das würde die Projektkosten von den ursprünglich veranschlagten 20 Millionen Euro vermutlich etwas verringern.

Thomas Fischer-Reinbach, Vermarkter des Gebäudebestandes auf Vogelsang, sagte auf Anfrage, dass eine sogenannte Revitalisierung der 28.000 Quadratmeter großen „Van Dooren”-Kaserne zu aufwendig, sprich: zu teuer wäre. „Es hat sich gezeigt, dass das Gebäude nicht für ein Hotel geeignet ist”, sagte Fischer-Reinbach. Deswegen werde, obwohl „Neubaumaßnahmen auf Vogelsang aus Sicht der Standortentwickler immer nur zweite Wahl sein können”, nun nach anderen Lösungen gesucht.

Auch ein Abriss der Kaserne und anschließendem Hotel-Neubau auf dem Kasernengrundstück werde untersucht. Nach Recherchen dieser Zeitung aber bevorzugen die Projektentwickler einen Neubau oberhalb von „Van Dooren”.

Wer das Vier-Sterne-Krimiresort betreiben soll, steht dagegen noch nicht fest. Da die Projektentwickler eine Kooperation mit einer großen Hotelgruppe bevorzugen, beschränkt sich der Kreis potenzieller Betreiber auf etwa zehn Unternehmen. Eine Entscheidung könnte im Frühjahr fallen.

Kommende Woche sollen Gespräche der Projektentwickler, der Standortentwicklungsgesellschaft und der gemeinnützigen Vogelsang ip stattfinden. Anschließend werde die Öffentlichkeit über die weitere Planung des Projektes informiert, sagte am Dienstag der Sprecher der Vogelsang ip, Björn Troll.

Investoren gesucht für Nationalparkverwaltung

Auch die Nationalparkverwaltung soll auf das Vogelsang-Gelände ziehen. Geplant ist, sie im Malakow-Gebäude unterzubringen. Um das Gebäude instandzusetzen, sind nach Ansicht von Thomas Fischer-Reinbach von der Standortentwicklungsgesellschaft „mindestens vier Millionen Euro notwendig”. Diese sollen von einem Investor kommen, der das Gebäude anschließend „für zunächst 20 Jahre” an die Nationalparkverwaltung vermietet.

Anfang 2011 wird in einem europaweiten Verfahren nach Investoren gesucht. Regionale Bauunternehmen hätten bereits Interesse an dem Projekt bekundet, sagte Fischer-Reinbach am Dienstag.
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