Simmerath - Viel Arbeit für die neue Eifeler Hebamme

Viel Arbeit für die neue Eifeler Hebamme

Von: Heiner Schepp
Letzte Aktualisierung:
8582909.jpg
Die kleine Julia erblickte am 2. September um 10.07 Uhr in Simmerath das Licht der Welt. Der stolze Papa und Julias Mama fühlten sich beim Hebammenteam an St. Brigida bestens begleitet. Zu diesem Team gehört nun auch Kathrin Bongard (links), 27-jährige freiberufliche Hebamme aus Steckenborn. Rechts ihre KollegInnen Andrea Victor (2. v. re.) und Sabine Wirtz, die seit Anfang August in Mutterschutz ist. Foto: Heiner Schepp

Simmerath. „Anfangs war mir schon etwas mulmig zumute, als plötzlich ehemalige Schulfreundinnen vor mir standen und bei mir entbinden wollten. Schließlich bedeutet eine Geburt auch eine Menge Verantwortung“, sagt Kathrin Bongard aus Steckenborn, die „Neue“ im Team der Beleghebammen an der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath.

Inzwischen aber hat die 27-Jährige schon fleißig weitere Erfahrungen gesammelt „im schönsten Beruf der Welt“, wie die Arbeit als Hebamme gerne bezeichnet wird.

Dabei ist Kathrin Bongard erst im zweiten Anlauf zu ihrem Traumberuf gelangt. Denn nach ihrem Schulabschluss absolvierte sie zunächst eine Ausbildung zur Industriekauffrau, die sie auch mit Erfolg abschloss. „Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass das nicht das war, was ich mein Leben lang machen wollte“, blickt die junge Frau zurück, die nach einem Praktikum bei Hebamme Rita Greuel, in dessen Rahmen sie auch die Arbeit im Kreißsaal kennenlernte, wusste, wohin die Reise gehen sollte.

Die junge Frau aus Steckenborn machte zunächst das Abitur nach und begann dann am Sana Klinikum Hameln-Pyrmont eine dreijährige, intensive Ausbildung zur Hebamme. Diese spezielle Schule vermittelte Kathrin Bongard und zehn Mitschülerinnen einen hohen Grad an Personal-, Sozial-, Fach- und Methodenkompetenz mit dem Ziel, physiologisch verlaufende Geburten eigenverantwortlich zu leiten.

Zur Ausbildung gehörte auch blockweise praktische Arbeit bei einer freiberuflichen Hebamme, und da entschied sich die Hebammenschülerin für Sabine Stollenwerk (die inzwischen Wirtz heißt), also eine Geburtshelferin in ihrer Eifeler Heimat. Die erfahrene Hebamme aus Schmidt wiederum, die 60 bis 100 Geburten zur jährlichen Neugeborenenstatistik der Eifelklinik St. Brigida beisteuert, hatte die werdende junge Hebamme sogleich als Nachfolgerin im Blick, machte sie sich doch zu dieser Zeit an die eigene Familienplanung...

Daraus aber wurde zunächst nichts. Denn nach dem erfolgreichen Abschluss in Hameln zog es Kathrin Bongard zwar wieder Richtung Heimat – eine Stelle bekam sie aber zunächst im Schichtdienst der Geburtshilfestation am Städtischen Krankenhaus in Düren. Das war im Frühjahr dieses Jahres.

Sabine Wirtz, inzwischen schwanger und auf dem Absprung in die Babypause, ließ nicht locker und machte der jungen Hebamme den „Job“ als Freiberuflerin am Simmerather Krankenhaus schmackhaft – mit Erfolg: Nur zweieinhalb Monate nach Dienstantritt in Düren wechselte Kathrin Bongard in die Selbstständigkeit. „Das war schon ein risikoreicher Schritt. Ich hatte mich in Düren sehr schnell akklimatisiert, hatte dort ein äußerst nettes Team, gute Aussichten auf eine unbefristete Stelle und in den wenigen Wochen schon sehr viele wertvolle Erfahrungen gesammelt“, berichtete die 27-Jährige rückblickend.

Dennoch entschied sie sich für Simmerath und die freiberufliche Tätigkeit mit allen Umständen und Aufgaben, die man als selbstständige Hebamme regeln und erledigen muss: Berufsgenossenschaft, Kranken- und Rentenversicherung, Hebammenkoffer und vor allem die jüngst in die öffentliche Diskussion geratene Hebammen-Haftpflichtversicherung, die über 5000 Euro im Jahr kostet. „Das ist schon ein Happen, wenn man bedenkt, dass eine Hebamme für eine Geburt 220 Euro bekommt“, berichtet Sabine Wirtz.

Kathrin Bongard aber nahm das alles in Kauf und wurde in Simmerath mit offenen Armen empfangen. „Das hat mir den Start schon sehr erleichtert“, sagt die junge Hebamme, die am 15. Juni ihre erste Geburt an St. Brigida eigenverantwortlich leitete und nunmehr ein Team mit Andrea Victor und Vera Forster bildet. Diese drei Hebammen wechseln sich mit der Bereitschaft am Wochenende ab, arbeiten aber ansonsten, ebenso wie Eva Krings, Justine Grube und Elisabeth Roentgen, nach dem sehr beliebten Simmerather Beleghebammensystem, bei dem ein und dieselbe Hebamme die werdende Mutter und ihre Familie von der Geburtsvorbereitung über die Geburt bis hin zur achtwöchigen Nachsorge betreut und begleitet. „Da entsteht zwischen Hebamme und Mutter bzw. Familie natürlich ein ganz anderes Vertrauensverhältnis als zu einer Geburtshelferin im Schichtdienst“, weiß Sabine Wirtz, dass deshalb mittlerweile nicht nur Frauen aus der Nordeifel, sondern auch aus dem Umland Richtung Aachen, Düren und Euskirchen in Simmerath entbinden.

Die Folge ist eine trotz allgemein rückläufiger Geburten steigende Zahl von Entbindungen an St. Brigida (s. Box).

Kathrin Bongard ist sehr angetan von ihrem neuen beruflichen Umfeld, nicht nur, weil die Hebammen das gesamte Instrumentarium der Geburtshilflichen Station an St. Brigida nutzen können. „Großartig ist beispielsweise die Besprechung nach jeder Geburt, die gerade mir als junge Hebamme wirklich viel bringt“, sagt Kathrin Bongard. „Und wir haben auch Glück mit unseren Chefs und Kolleginnen“, lobt Sabine Wirtz die leitenden Gynäkologen Dr. Dieter Sohr und Dr. Andreas Cousin sowie das Stationspersonal.

Kontaktmöglichkeiten

Und so freut sich das 27-jährige, jüngste Mitglied im Hebammenteam der Eifelklinik auf hoffentlich viel Arbeit und viele Neugeborene. Erreichen kann man Kathrin Bongard mobil unter Telefon 0170-9011416, die Wehen-Hotline ist zu erreichen unter Telefon 0157/87826570.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert