Monschau - VHS Südkreis Aachen: Zwei Frauen, 66 Dozenten, 186 Angebote

VHS Südkreis Aachen: Zwei Frauen, 66 Dozenten, 186 Angebote

Von: Vera Monterrey
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Die VHS blickt auf eine lange Vergangenheit zurück, die im 18. Jahrhundert wurzelt – die VHS Südkreis Aachen nunmehr auf 30 Jahre, stets mit der Zielvorstellung: Mit Begeisterung, Freude und Neugierde Bildung und Qualifikation zu vermitteln. Dies würdigten auch die Verantwortlichen und Gäste der Eifeler Erwachsenenbildungsstätte. Foto: V. Monterey

Monschau. „Das Jubiläumsfest ist vor allem als Dankeschön für die Dozentinnen und Dozenten gedacht, die sich kompetent, kreativ und flexibel engagieren und auch mal ungewohnte Wege gehen“, so Marlies Breuer, Leiterin der VHS Südkreis Aachen während des Festaktes am vergangenen Freitag im „Q-Bus“ im Himo in Imgenbroich. „Ich bewundere ihren Einsatz und oftmals die pragmatischen Lösungsmodelle.“

Rund 120 Gäste wurden herzlich begrüßt, allen voran die Vertreter von Stadt und Rat aus der Stadt Monschau und den Gemeinden Simmerath und Roetgen, die Verbandsdirektorin des Landesverbandes NRW der Volkshochschulen, Ulrike Kilp, sowie Ehrengast Prof. Dr. Rita Süssmuth.

Ein besonderer Gruß galt auch allen Gästen und Freunden der VHS und den vielen Dozenten, ohne deren „pädagogischen Fähigkeiten, deren Kreativität und Talente“ die Volkshochschule nicht das wäre was sie heute sei. Denn die Bildungseinrichtung stellt sich stets neuen Aufgabenbereichen, sei es bei den Angeboten und „Sondereinsätzen“ für geflüchtete Menschen, seien es neue Aufgabenbereiche in der digitalen Welt für Jung und Alt. Dabei ging auch ein großer Dank an den Ehrenamtler Dipl.-Ing. Claus Beckers für die Hilfe bei der Einrichtung einer neuen Datenbank.

Das Herzstück jedoch ist Maria Willems, Sekretärin, Sachbearbeiterin, Qualitätsmanagerin der ersten Stunde, die einst neben Hubertine Peters in den Jahren von 1987 bis 2015 und nun an der Seite von Marlies Breuer die Ziele der VHS weiterverfolgt, den Prozess des „lebenslangen Lernens“ zu unterstützen und dem „angstfreien Lernen“ ein Zuhause zu geben.

„Nur mit den Menschen“

„Es geht nur mit den Menschen“, wertschätzte Rita Süssmuth, einstige Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbandes von 1988 bis 2015, die Arbeit der VHS Südkreis Aachen und deren neue Leiterin seit 2015, einer Bildungseinrichtung, die sich immer „neuen Herausforderungen“ stelle, zuletzt bei der Bewältigung der Flüchtlingswelle, direkt in den Kommunen, an einem Ort, wo die Menschen leben und wohnen, und hier, „im Gründerzentrum, „sehr dynamisch und aktiv“ oder in den 26 Außenstellen“.

Neben dem breitgefächerten Bildungsangebot mit den Schwerpunkten Fremdsprachen, Datenverarbeitung, Fort- und Weiterbildung im kaufmännischen Bereich, berufliche Bildung, Eltern- und Familienbildung, politische Bildung und den Bereichen Kreativität, Sport und Wellness als auch Wissenschaft, Literatur und Galerie vor Ort, wie zuletzt die Ausstellung zu Bild und Schrift im Monschauer Aukloster, ein durch die VHS Aachen initiiertes gemeinsames Ausstellungsprojekt im Monschauer Aukloster und einer Lesung mit Felicitas Hoppe in Kooperation mit der „Lit Eifel“ bietet die VHS erweiterte und neu gestalteten Unterrichtsräume, die am heutigen Tag ebenfalls besichtigt werden konnten. Sie bleibt stets dem Leitgedanken treu, bürgernahes, kostengünstiges und lebenslanges Lernen, generationsübergreifende Begegnungen und einen stetigen Austausch untereinander, oft in Kooperation mit anderen Institutionen, wie zum Beispiel der Universität Aachen, zu bieten.

„Seit eh und je trägt sie eine hohe politische Verantwortung“, so Süssmuth, Verantwortung für Frauen, für Benachteiligte, für Kriegs-und Armutsflüchtlinge, für ältere Menschen und auch für die Dozenten, „die gefördert werden müssen“, die wissbegierig weiterlernen und sich qualifizieren wollen, ebenso wie die Flüchtlinge. Das heiße auch immer neue Wege zu finden, Wissen zu vermitteln. „Kunst und Bildungsreisen sollten wieder mehr gefördert werden“, forderte Süssmuth und resümierte: „Wir brauchen nachhaltige Investitionen in Bildung.“

„Wenn die 66 noch hier sind, dann muss es ja Spaß bringen“, so verschmitzt Rita Süssmuth, der neuen Leiterin zugewandt, „machen sie das Lernen zu einer Begegnung mit den Menschen“.

Als Vorsitzender der Verbandsversammlung bedankte sich auch Karl-Heinz Hermanns und kramte in seinem Gedächtnis. Bis 1984 (damals war er der zuständige Verwaltungsmitarbeiter und musste sich um neue Räumlichkeiten, von Tisch und Stuhl bis zur Erstellung neuer Briefbögen kümmern) bestand die VHS Südkreis Aachen aus vier Städten und Gemeinden: Stolberg, Monschau, Roetgen und Simmerath. Stolberg entschied sich dann als einwohnerstärkste Stadt auszutreten. Die drei Eifelkommunen gründeten daraufhin einen eigenen Verbund unter demselben Namen, und das Personal wurde unter der VHS Stolberg und der Eifel aufgeteilt. So wurde Hubertine Peters als Leiterin übernommen. Die Büros waren in der Verwaltung Monschau untergebracht, unterrichtet wurde in der ehemaligen Volksschule im Rosenthal und in den umliegenden Schulen.

Ziel war und ist es heute noch, „ein ortsnahes Weiterbildungsangebot in der Region zu schaffen und zu erhalten“. Doch würde das der kleine Verband schaffen? „Ja, er hat es geschafft“, lobte Hermanns. So auch unter der neuen Leitung von Marlies Breuer, mit der eine „neue, sehr engagierte Kraft gefunden wurde, die die Arbeit von Peters mit neuem Schwung und Elan weiterführt“. Großer Dank ging auch an Hans-Josef Hilsenbeck, der viele Jahre als Vorsitzender der Verbandsversammlung „eine sehr konstruktive Arbeit geleistet hat“, und dem heutigen Verbandsvorsteher Jorma Klauss aus Roetgen.

Mit Fotos ortsansässiger Fotografen, einer hervorragenden Tanzvorführung von der vielfach ausgezeichneten Tanzformation „Made To Move“ aus dem Tanzclub Dash, Musikvorträgen von der Kölner Cellistin Cornelia Briese mit Kompositionen von Anno Schreier und Pau Casal, Roadmusic und Folk-Pop von „Juneburg In A Jar“ sowie Rock von „Southern Cross“ und vielen leckeren Häppchen klang die Festlichkeit aus. Eine Hüpfburg sorgte bei den kleinen Gästen für Stimmung, anregende Gespräche bei den Älteren.

Auf Schülerwünsche eingehen

„Hier bin ich als Dozentin frei in meinem Tun, kann den Unterricht selber zusammenstellen und auf die Vorstellungen und Wünsche der Schüler eingehen“, so Jessica Jehnen, Dozentin für Niederländisch und auch mit Daniela Meyer und Britta Lambertz im Planungskomitee der Festivität. Debdatta De, Bildungsberatungs- und Integrationslotse des „Café International“, lobte die Veranstaltung ebenfalls, sowie die Kooperation mit der VHS. So auch Bürgermeisterin Margareta Ritter: „Ich freue mich über das qualifizierte Veranstaltungsformat“.

Und Ulrike Kilp meinte: „Ich denke, wir haben alle erkannt, dass die Weiterbildung eine elementare Säule ist, die Zukunftsaufgaben zu bewältigen.“

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