Roetgen - Verletzte trösten und Wunde versorgen

Verletzte trösten und Wunde versorgen

Von: Barbara Berger
Letzte Aktualisierung:
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Beim Erste-Hilfe-Lehrgang des DRK für Kinder in Roetgen lernen die Kinder auf spielerische Weise, wie man in einer Notfallsituation reagiert - und haben sichtlich Spaß dabei. Foto: Barbara Berger

Roetgen. Sechs Augenpaare verfolgen gebannt jede einzelne Bewegung, die Tobi macht. Decke zu einer „Wurst” rollen, den Verletzten anheben, Decke darunterlegen, den Verletzten wieder zurückrollen. Gemeinsam sind sie es bereits einige Male durchgegangen, doch jetzt kommt Tobi ins Grübeln.

Er ist der Erste, der sich beweisen muss und ist noch ein wenig unsicher. Unschlüssig hält er inne. Aufwendig hat er seine Decke vorbereitet, aber was kommt nun? Es ist ihm am Gesicht abzulesen, dass er versucht, sich an den nächsten Schritt zu erinnern. Für den Bruchteil einer Sekunde schaut er ratlos von seinem „Verletzten” zu den anderen Kindern.

„Gut gemacht!”

Dann erhellt sich sein Gesicht. Urplötzlich fällt ihm die Lösung wieder ein. „Zudecken!” Der nächste Schritt ist für den Achtjährigen nun wieder ganz logisch. Er wirkt erleichtert. Schnell nimmt er die Zipfel der kratzig wirkenden braun-grauen Wolldecke und wickelt seinen Freund Luca damit ein.

„Fertig”, stellt Tobi noch einmal fest und schaut in die Runde, so als wolle er sich versichern, dass ihm sein kurzes Zögern nicht zum Nachteil ausgelegt wird. „Toll, Tobi!”; Ausbilderin Inge Tappert vom Roten Kreuz Roetgen, die den Erste-Hilfe Kurs für Kinder leitet, lobt ihn ausdrücklich. Er hat alles richtig gemacht und darf sich hinlegen, denn jetzt spielt er den Verletzten.

So geht es weiter bis jedes der acht Kinder an der Reihe war. Ganz ungeduldig warten sie alle darauf, endlich in die Rolle des Helfers schlüpfen zu dürfen und ihre zu Beginn des Kurses erworbenen theoretischen Kenntnisse endlich anwenden zu können.

Los ging es an diesem ersten Kurstag im DRK-Haus nämlich damit, dass Inge Tappert, die den Lehrgang bereits zum fünften Mal hält, den sechs Mädchen und zwei Jungen die grundsätzlichen Dinge erklärt hat, die ein aufmerksamer Retter wissen muss: Zum Beispiel, wen man anrufen muss, wenn jemand verletzt oder in Not ist. Damit konnte sie aber keines der Kinder mehr überraschen: „Aber das ist doch ganz klar”, zeigten sich einige der jungen Teilnehmer gut informiert, „natürlich die 112”, während Grundschülerin Julie die günstige Gelegenheit nutzt, um ebenfalls mit Wissen zu glänzen. „Ich habe schon ganz oft Pflaster aufgeklebt”, berichtet sie stolz. Die übrigen Zweit- bis Viertklässler nicken anerkennend. Für sie ist der Erste-Hilfe-Kursus eine ernst zu nehmende und spannende Angelegenheit. Inge Tappert erinnert sie noch einmal daran, dass sie „die gleichen Schritte erlernen, wie die Erwachsenen”, und das bedeutet eben auch, viel Verantwortung zu übernehmen. Um sich alles merken zu können, müssen die Acht ganz genau zuhören.

Über das ehrliche Interesse und das Vorwissen der jungen Kursteilnehmer freut sich die Ausbilderin vom Roten Kreuz sichtlich. Zugleich stellt sie klar, dass keiner Angst vor einem Fehler zu haben braucht, schließlich solle der Kurs, der an elf Freitagen für jeweils eine Stunde stattfindet und die Kinder spielerisch an das Thema Erste Hilfe heranführen soll, in erster Linie Spaß machen. „So ist das auch viel cooler!”, fügt Luca fügt hinzu, in der Schule müsse man schon genug lernen.

Mit Kind gerechten Bildern und in einfachen, verständlichen Worten erklärt Inge Tappert schrittweise, wie sie sich im Notfall verhalten sollen. „Ruhig bleiben, trösten und die Wunde versorgen”, das sind die ersten Maßnahmen, die die Kinder aufmerksam mitschreiben. Gleichzeitig sind es die ersten Stufen auf dem Weg hin zu einer umfassenden Sicherheitserziehung.

Nach den elf Terminen werden die acht Jungen und Mädchen ein ganzes Stück kompetenter sein, wenn es darum geht Erste Hilfe leisten zu müssen. Und wer fleißig mitmacht und bis zum Ende durchhält, den erwartet ein ganz besonderer Abschluss, wie die Ausbilderin verrät: „Traditionell laden wir zu unserem letzten Treffen Eure Familien ein und führen ihnen dann vor, was ihr alles gelernt habt. Das wird dann eine richtig spektakuläre Show.”
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