Vennbahnroute wird auf belgischer Seite ausgebaut

Von: ho
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Am Kalterherberger Bahnhof wurde damit begonnen, zunächst parallel zu der von der Draisine genutzten Bahntrasse den Vennbahnradweg in Richtung Sourbrodt fortzuführen. Foto: Hoffmann

Kalterherberg. Eine gute Nachricht gibt es für die vielen Nutzer des beliebten Vennbahn-Radweges. Dort wo bisher die Fahrt auf dem fertiggestellten Premiumradweg am Kalterherberger Bahnhof mehr oder weniger endete, wurden inzwischen die Arbeiten zur Weiterführung der Strecke auf belgischem Hoheitsgebiet in Richtung Sourbrodt aufgenommen.

Parallel zu den Bahngleisen des Bahnhofs Kalterherberg wurde bereits eine befestigte Schotterstrecke angelegt, die an der Bahntrasse beziehungsweise der Rur entlang schon ein gutes Stück vorangetrieben wurde. Das Teilstück der festen Schotterpiste wurde dann auch schon von einigen Fahrradfahrern zu Testzwecken genutzt.

Enteignung erforderlich

Da der bestehende Schienenstrang zwischen Kalterherberg und Sourbrodt für Draisinefahrten genutzt wird, sollen in Zukunft Radler und Draisinefahrer in friedlicher Eintracht zunächst ein gutes Stück nebeneinander in die Pedale treten können. Dass die Arbeiten an dem Teilstück nun offensichtlich zügig voran kommen, wird auch dadurch deutlich, dass ein zweiter Bautrupp sich vom Sourbrodter Bahnhof aus an die Arbeit gemacht hat.

Bisher mussten die Zweiradfahrer für die Weiterfahrt nach Sourbrodt eine ausgeschilderte Umleitung in Kauf nehmen, welche aufgrund bedeutender Steigungen den Projektkriterien der Ravel-Route aber nicht Genüge leistete. Um das nun in Angriff genommene Teilstück des Premiumradweges, für dessen Realisierung der Service Public de Wallonie verantwortlich zeichnet, gab es in der Vergangenheit vielfältige Diskussionen und Probleme im Zusammenhang mit dem Artenschutz. Das Braunkehlchen-Vorkommen verhinderte eine Fortführung entlang der Original-Vennbahntrasse von Kalterherberg an der Domaine Rurhof vorbei bis Sourbrodt.

Da das zuständige wallonische Ministerium bezüglich einer Ausnahmegenehmigung nicht mit sich reden ließ, bemühte sich im vorigen Jahr das ostbelgische Kabinett der Ministerin lsabelle Weykmans um den Ankauf eines Privatgeländes zwecks alternativer Streckenführung - in sicherem Abstand zum Braunkehlchen. Bei dieser Alternative handelte es sich um einen privaten Wirtschaftsweg, den der Eigentümer jedoch weder abgeben noch in gemeinsamer Nutzung übergeben wollte.

Durch einen ministeriellen Erlasses über den öffentlichen Nutzen einer Enteignung seitens des wallonischen Straßenbauministers stimmte das Friedensgericht St. Vith dieser Enteignung Ende des letzten Jahres zu. Damit stand dem Ausbau des Teilstücks nichts mehr im Wege und von belgischer Seite geht man davon aus, dass die Fertigstellungsarbeiten an dem gut acht Kilometer langen Teilstück zwischen Kalterherberg und Sourbrodt spätestens zur Sommerperiode 2013 abgeschlossen sein werden. Und dann steht der barrierefreien Nutzung des insgesamt 130 Kilometer langen Radweges bis zum luxemburgischen Troisvierges nichts mehr im Wege.

Problem auch in Luxemburg

Wie Manfred Strang, zuständiger Projektleiter der Städteregion mitteilte, sollen die Arbeiten auf diesem letzten Bauabschnitt laut Mitteilung von belgischer Seite bis Ende Juni abgeschlossen sein. Laut Strang wird sich der ab Kalterherberg zu Beginn parallel zur Draisinen-Route verlaufende Ravel-Radweg dann im Bereich Grünes Kloster von dem Schienenstrang verabschieden und auf dem erwähnten Wirtschaftsweg in Richtung Rurhof/Sourbrodt fortsetzen, so dass das Braunkehlchen-Revier nicht tangiert wird.

Ein weiterer Knackpunkt der Strecke war auf luxemburgischem Gebiet der Tunnel bei Lengeler. Da sich dort ein Refugium für Fledermäuse befindet, wird dieser lediglich von April bis Oktober nutzbar sein. Ansonsten müssen die Radler dort eine Umgehungsstrecke, die auch bereits in Angriff genommen wurde, nutzen.

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