Vennbahnradweg: Wirrwarr um Vorfahrt soll ein Ende haben

Von: Heiner Schepp
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Immer wieder kommt es insbesondere an der Kreuzung Vennbahn/Neustraße in Roetgen zu kritischen Situationen. Mittwochabend musste die belgische Polizei wieder einmal einen Unfall aufnehmen. Fotos: Gabbert/Privat Foto: Gabbert/Privat
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Immer wieder kommt es insbesondere an der Kreuzung Vennbahn/Neustraße in Roetgen zu kritischen Situationen. Mittwochabend musste die belgische Polizei wieder einmal einen Unfall aufnehmen. Fotos: Gabbert/Privat
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Erneut kam es am Mittwochabend zu einem schweren Unfall auf dem Vennbahnradweg. Fotos: Gabbert/Privat

Roetgen. „Es muss hier jetzt etwas geschehen!“, herrschte noch am Dienstag im Roetgener Bauausschuss seltene Einigkeit, als es wieder einmal um die Verkehrssicherheit auf dem Vennbahnradweg ging.

Und es wurde allseits begrüßt, dass sich bereits am kommenden Dienstag der Roetgener Bauausschuss und in Kürze auch eine Kommission bei der Städteregion mit der Vorfahrtsregelung innerhalb der Ortslage Roetgen befassen werden.

Mitten in diese Bemühungen platzte am Mittwochabend die Nachricht vom nächsten schweren Unfall an genau jener Stelle, die schon vor wenigen Wochen im Mittelpunkt der Diskussionen stand. Nach Angaben der Polizei und Beobachtungen von Anwohnern ereignete sich die folgenschwere Kollision zwischen einem Radfahrer und einem Pkw um 20.58 Uhr an der Kreuzung des Vennbahnradweges mit der Neustraße.

Der Rennradfahrer kam aus Richtung Lammersdorf und stieß auf der Kreuzung gegen einen Pkw, der die Neustraße hoch in Richtung Grünepleistraße befuhr. Beim Aufprall hinter der Fahrertür kam der Radfahrer zu Fall und zog sich erhebliche Verletzungen zu. Nach Erstbehandlung am Unfallort wurde der Radler mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Ebenfalls am Unfallort traf zunächst die deutsche und später die belgische Polizei ein, welche den Unfall dann auch aufnahm, da der Radweg belgisches Hoheitsgebiet ist.

„Aktivitäten von Anwohnern, die Kreuzung mit dem Ravelradweg sicherer zu machen, sind bisher gescheitert und im Kompetenz- und Behörden-Dschungel versandet“, bedauerte am Donnerstag Anwohner Friedhelm Tappert, der sich persönlich seit zwei Jahren für eine Änderung einsetzt.

Nach einem schweren Unfall am 29. April und einem Bericht unserer Zeitung zu dieser Problematik eine Woche später hatte deshalb auch der Roetgener CDU-Ratsvertreter Ronald Borning, der auch dem Tourismusausschuss der Städteregion angehört, das Thema an die Behörde herangetragen, die auf deutscher Seite für den grenzüberschreitenden Radweg zuständig ist.

Dort sei sein Antrag aber zunächst zwischen Tourismusausschuss und Bauausschuss hin- und hergeschoben „und nicht in seiner Gesamtheit behandelt“ worden, sagte Borning am vergangenen Dienstag im Roetgener Gemeinderat. Es werde aber nach Stand der Dinge in Kürze eine Kommission zusammentreten, die sich mit der problematischen Verkehrs- und Vorfahrtsregelung befassen werde, kündigte Ronald Borning an.

Bereits am kommenden Dienstag wird sich der Bauausschuss der Gemeinde Roetgen auf Antrag der SPD-Fraktion mit diesem Thema befassen. Ziel des Antrags ist, „im Einvernehmen mit den belgischen Behörden Maßnahmen zu ergreifen, um die Gefahrensituation an den Kreuzungen der Ravel-Route mit den Straßen im Ortsbereich Roetgen zu entschärfen“. Dabei soll nach dem Wunsch der SPD insbesondere auch geprüft werden, ob an allen Kreuzungen Absperrbügel installiert werden können, wie dies auf belgischer Seite gehandhabt werde, so Fraktionssprecher Klaus Jörg Onasch.

Nach der Installation dieser halbseitigen Sperren, die die Radfahrer zum Abbremsen zwingen, müsse dann „die Vorfahrt für Radfahrer an nachrangigen Straßen (z. B. Neustraße, Kalfstraße etc. ) zurückgenommen und wie an der Bundesstraße und der Faulenbruchstraße dem Straßenverkehr die Vorfahrt gewährt werden“, wie es im Antrag heißt. „Das kann man nur begrüßen“, kündigte Silvia Bourceau (UWG) bereits im Roetgener Rat „volle Unterstützung für den SPD-Antrag“ an. Denn, so Bourceau, „wir müssen als Kommune etwas unternehmen und nicht auf die Anderen warten“.

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