Roetgen - Vennbahn-Radweg keine Motorradpiste

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Vennbahn-Radweg keine Motorradpiste

Von: Ernst Schneiders
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In Zukunft soll es Bilder wie
In Zukunft soll es Bilder wie diese auf dem Vennbahn-Weg möglichst nicht mehr geben. Dann wird man der belgischen Polizei einige Fragen beantworten und die Brieftasche zücken müssen. Foto: P. Stollenwerk

Roetgen. Premium-Ärger auf dem Premium-Radweg. Die gesamte Region hat sich auf den Ravel-Radweg gefreut, der mittlerweile Vennbahn-Weg heißt, und muss inzwischen zur Kenntnis nehmen, dass dieser Radwanderweg für die ganze Familie zweckentfremdet wird.

In der jüngsten Sitzung des Roetgener Gemeinderates wurde in der Bürgerfragestunde beklagt, dass Motorräder, Motorroller und Mopeds zunehmend auf dem Radweg angetroffen werden, obwohl sie dort nicht hingehören. Auch abends wird das Geknatter als ziemlich störend empfunden. Ein Roetgener Bürger ist nicht nur wegen der Lärmbelästigung erbost, sondern auch in Sorge, dass kleine Kinder, die dort mit ihren Fahrrädchen die ersten Versuche unternehmen, akut gefährdet sind.

Nun ist es für eine deutsche Behörde in diesem grenzenlosen Europa nicht so einfach, dort etwas zu unternehmen. Es dürfte sich nämlich mittlerweile herumgesprochen haben, dass die Trasse der alten Vennbahn, des heutigen Radweges, belgisches Staatsgebiet ist. Das ist im Versailler Vertrag aus dem Jahr 1919 so festgelegt.

Roetgen nicht zuständig

Deshalb konnte sich Roetgens Bürgermeister Manfred Eis nur freundlich für den Hinweis aus der Bevölkerung bedanken, die Gemeinde für nicht zuständig erklären und versprechen, das Thema bei nächster Gelegenheit mit den belgischen Nachbarn zu erörtern.

Für Detlef Funken, Pressesprecher der Städteregion Aachen, ist die juristische Lage ebenfalls eindeutig. Wegen der territorialen Gegebenheiten handele es sich ausschließlich um Verstöße auf belgischem Staatsgebiet. Die Nachbarn im Westen seien deshalb am Zuge. Die Städteregion werde das Thema jedoch „in ihre Arbeitsgruppe einbringen” und beobachten, wie die Belgier mit dieser ungerechtfertigten Nutzung des Radweges umgehen.

Die gehen bereits damit um, wie Raerens Bürgermeister Hans-Dieter Laschet gegenüber unserer Zeitung erklärte. Laschet sagte zügige Abhilfe zu. Bereits im der kommenden Woche sei ein Termin mit dem zuständigen Fachministerium vereinbart. Durch eine entsprechende Beschilderung soll die Gesetzeslage noch einmal klar hervorgehoben werden.

Nach Laschets Information seien auf dem Radweg aber nicht nur motorisierte Zweiräder unerlaubt unterwegs. Auch Autos seien dort bereits gesehen worden. Ein Dorn im Auge sind dem Raerener Bürgermeister überdies die Radsportler, die mit ihren Rennrädern den Vennbahn-Weg als Trainingsstrecke benutzen. Diese Radsportler rauschten mit hoher Geschwindigkeit heran und „brüllen dann die anderen Benutzer an, aus dem Weg zu gehen”. Auch das sei nicht der Sinn dieses Radweges. „Aber das ist dann alles Sache der Polizei”, geht Laschet von verstärkten Kontrollen aus.

Zur Amtshilfe bereit

Der belgischen Polizei, wohlgemerkt, nicht der deutschen, denn wie Aachens Polizeisprecher Paul Kemen betonte, habe die deutsche Polizei auf belgischem Staatsgebiet zunächst einmal nichts verloren. Überdies sei die Polizei im Raum Aachen mit einer solchen Zusatzaufgabe personell überfordert. Kemen: „Das können wir nicht leisten.”

Natürlich sei man im Aachener Präsidium zur Amtshilfe bereit, wenn man darum gebeten werde. Paul Kemen: „Dann müssen wir uns mit den belgischen Kollegen zusammensetzen und überlegen, wie diese Hilfe aussehen kann.”
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