Vennbahn-Radweg: Gefährliche Poller?

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An Straßenkreuzungen wie hier in Roetgen prägen Poller den Vennbahn-Radweg: Beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club Aachen häufen sich inzwischen die Unfallmeldungen. Foto: Archiv/Stollenwerk

Nordeifel. Der in diesem Jahr eröffnete 125 Kilometer lange Vennbahn-Radweg zwischen der Stadt Aachen und Troisvierges in Luxemburg erfreut sich wachsender Beliebtheit. Viele Radfahrer haben die attraktive Radroute durch die schöne Landschaft der Eifel in diesem Sommer schon „erfahren“.

Einigen Radfahrern ist dies jedoch zum Verhängnis geworden. Beim Allgemeinen Deutscher Fahrrad-Club (ADFC) Aachen häufen sich in letzter Zeit Meldungen zu folgenschweren Unfällen auf dem neuen Vennbahn-Radweg.

Leicht zu übersehen

Diese Unfälle ereigneten sich oft an den mittig im Vennbahn-Radweg stehenden Pollern, die insbesondere bei Gruppenfahrten leicht übersehen werden könnten, schreibt der ADFC. Der Vennbahn-Radweg, der ursprünglich als Premiumweg geplant wurde, wird von zahlreichen Pollern in unterschiedlichster Ausführung geprägt. Auf dem von der Städteregion Aachen gebauten Abschnitt zwischen der Grenze Belgien/Deutschland bei Roetgen bis nach Kalterherberg stehen an kreuzenden Straßen und landwirtschaftlichen Wegen drei rot/weiß reflektierende Stahlpoller. Der mittige Poller ist zumeist von einer weißen Fahrbahnmarkierung umgeben, welche in Teilbereichen dicker aufgetragen ist. Diese erhöhte Farbmarkierung soll nach Aussage der Städteregion Aachen von Radfahrern beim Überfahren bemerkt werden.

Es geht auch ohne

Auf dem belgischen Abschnitt bei Raeren stehen unscheinbare braune Holzpoller, die nicht durch eine Fahrbahnmarkierung hervorgehoben sind. Im Kopfbereich haben sie nur eine sehr schmale rot/weiß-reflektierende Fläche.

Der von der Stadt Aachen neu gebaute Abschnitt zwischen Walheim und Grenze Belgien/Deutschland bei Raeren zeige, dass es auch komplett ohne Poller geht.

Der ADFC Aachen betrachtet die Poller als Verkehrshindernisse, welche zu einer erheblichen Gefahr für Radfahrer werden können. „Nahezu alle Poller weisen in Höhe der Pedale Beschädigungen und Kratzer auf, welche auf Kollisionen rückschließen lassen“, schreibt der ADFC. Da sich schon einige Unfälle mit anschließendem Krankenhausaufenthalt ereignet hätten, möchte der ADFC sich einen genaueren Überblick über die Anzahl der Unfälle und ihren Hergang verschaffen. Zu diesem Zweck hat der Aachener Fahrrad-Club auf seiner Internetseite einen Erfassungsbogen online gestellt. Der ADFC Aachen bittet alle betroffenen Radfahrer unter: http://www.adfc-nrw.de/kreisverbaende/kv-aachen/POLLERUNFALL.html den Unfallhergang möglichst genau zu beschreiben.

Mit den gewonnenen Daten will der ADFC Aachen an die Verantwortlichen bei den zuständigen Gemeinden herantreten und die Erforderlichkeit der Poller im Einzelfall und mögliche alternativer Lösungen, die das Befahren des Radweges mit Kraftfahrzeugen verhindern, diskutieren.

„Das Ziel unserer Aktion ist es, die für einen Premiumradweg erforderliche Sicherheit für die oft ortsunkundigen Touristen im kompletten Verlauf des Weges zu verbessern. Denn nur ein sicherer Radweg kann ein qualitativ hochwertiger Weg sein“, schreibt der ADFC.

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