Venn brennt nicht mehr: Alle Brandherde gelöscht

Von: Ernst Schneiders
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Der Einsatz der Feuerwehrleute
Der Einsatz der Feuerwehrleute hat dazu beigetragen, dass das Feuer im Venn schneller als befürchtet gelöscht werden konnte. Foto: M.Hilgers

Monschau/Eupen. Das Hohe Venn brennt nicht mehr. Am Mittwoch wurden die letzten Brandnester von belgischen Feuerwehrmännern gelöscht. Der bereits am Vormittag einsetzende Regen tat ein Übriges.

Claudy Marchal, Feuerwehrkommandant von Eupen, berichtete unserer Zeitung jedenfalls erleichtert, dass das Schlimmste vorbei sei. Die Provinz Lüttich hatte sogar Katastrophenalarm ausgelöst. Außer einigen wenigen verletzten Feuerwehrleuten sei niemand zu Schaden gekommen. Auch habe es keine Schäden an Gebäuden gegeben. Allerdings sind 1200 Hektar Venn verbrannt, eine Fläche dreimal so groß wie der Central Park in New York. Wie groß die Verluste bei den Wildtieren sind, vermag noch niemand zu sagen.

Nach einigem bürokratischen Hin und Her, teilweise fernab des europäischen Gedankens, konnte ein Hubschrauber der Bundespolizei zur Unterstützung jenseits der Landesgrenze eingesetzt werden. Die Besatzung flog am Dienstag bis zum Einbruch der Dämmerung. Mit jeweils 5000 Litern Wasser wurde den Flammen aus der Luft der Garaus gemacht.

Am Mittwochmorgen dann war an den Einsatz des Hubschraubers nicht weiter zu denken. „Zunächst war es diesig”, so Claudy Marchal, „dann fing es an zu regnen und schließlich zog Nebel auf.”

Schlechte Sichtverhältnisse

Die schlechten Sichtverhältnisse erlaubten keine weiteren Starts des deutschen Helikopters. Sie waren im Prinzip auch nicht mehr nötig, denn die belgischen Bodentrupps gaben dem Feuer den Rest, auch wenn, wie schon tags zuvor, teilweise lange Schlauchleitungen verlegt werden mussten. So war es denn Claudy Marchal auch ein Anliegen, allen Einsatzkräften diesseits und jenseits der Grenze für deren „hervorragende Arbeit” zu danken.

Den Löwenanteil der Arbeit auf deutscher Seite leistete die Feuerwehr Monschau, die bis auf einen Zug, der zur Vorsicht für eventuelle andere Notfälle zurückgeblieben war, mit allem anrückte, was laufen konnte. Weitere Einsatzkräfte wurden aus Simmerath, Roetgen, Baesweiler, Eschweiler, Stolberg, Herzogenrath, aus dem Kreis Düren und aus der Stadt Aachen alarmiert. Insgesamt seien zirka 200 Feuerwehrmänner aus der Städteregion und dem Kreis Düren im Einsatz gewesen, berichtet die Pressestelle der Städteregion Aachen. Unterstützt wurden die Feuerwehren vom Technischen Hilfswerk Stolberg und von einer Einsatzeinheit des Deutschen Roten Kreuzes. Die von der Kölner Bezirksregierung vorsorglich entsandten Einheiten aus dem Raum Köln und Bergheim brauchten nicht einzugreifen. Sie konnten den Bereitstellungsraum in Imgenbroich bereits am Dienstagvormittag wieder verlassen.

Bei der Suche nach der Brandursache gibt es keine neuen Erkenntnisse. Man gehe zunächst weiter von einer Unachtsamkeit und nicht von vorsätzlicher Brandstiftung aus, so Marchal. Es gibt inzwischen auch Quellen, die von einer Glasscherbe ausgehen. „Glas wirkt wie ein Brennglas. Es kommt schnell zu einer Entflammung”, sagt Christoph Grüner vom Landesbetrieb Wald und Forst NRW. Auch wenn das Feuer an der Oberfläche gelöscht sei, so müsse man davon ausgehen, dass es noch Wochen dauern könne, bis auch die letzte Glut tief in der Torfschicht erloschen sei, sagte Grüner der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Die Zone 2 des in vier Zonen unterteilten Brandgebiets ist nach Worten von Claudy Marchal bereits freigegeben, die anderen drei Zonen sollen in aller Kürze folgen. Marchal: „Spazierengehen kann da allerdings niemand, denn da ist alles schwarz und verkohlt.”
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