UWG Roetgen: Kein Bündnis mit der SPD

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Die UWG-Fraktion mit (von links) Rainer Welzel, Vorsitzender Hans-Joachim Mathée, Rainer Nießen, Günther Severain und Silvia Bourceau, die im Wahlkreis 6 mit 34,41 Prozent das beste Ergebnis für die UWG holte. Neben der künftigen Fraktionsvorsitzenden zieht auch Rainer Nießen mit einem Direktmandat in den Rat ein. Foto: Helga Giesen

Roetgen. Als sich im Dezember vergangenen Jahres in Roetgen der eingetragene Verein „UWG Roetgener Bürger” gründete, ahnte niemand, dass die neue politische Gruppierung der Shootingstar der Kommunalwahlen werden würde.

Das selbst von den kühnsten Optimisten nicht erwartete Ergebnis von 20,54 Prozent beschert der UWG fünf Sitze im neuen Roetgener Gemeinderat. Damit ist sie nach SPD (8) und CDU (7) die drittstärkste Fraktion. Ein Direktmandat erhielten Silvia Bourceau (34,41 Prozent im Wahlkreis 6) und Rainer Nießen (28,66 Prozent im Wahlkreis 5), über die Reserveliste ziehen Vorsitzender Hans Joachim Mathée sowie Günther Severain und Rainer Welzel ins Parlament ein.

Auf der ersten, sehr gut besuchten Mitgliederversammlung nach der Wahl stellte die UWG nun die Weichen für ihre künftige Ratsarbeit, die Dank der errungenen Sitze intensiver ausfallen kann als zunächst gehofft. Vorsitzender Hans Joachim Mathée begrüßte die vielen Interessenten im Eifelkeller der Roetgen-Therme.

Zug abgefahren

Eines machte der Vorstand deutlich. Es wird keine Fraktionsgemeinschaft mit der SPD geben, auch wenn damit die Koalition CDU/Grüne/FDP in einigen Ausschüssen die Mehrheit behält. Die mancherorts schon aufgestellte Gleichung 13:13 (Sitze im Rat) werde nicht aufgehen, denn für die UWG stehe eine unabhängige und rein sachorientierte Arbeit im Vordergrund, an der sich auch das Abstimmungsverhalten orientieren wird.

Geschäftsführer Gerd Neuefeind listete die Themenfelder auf, in denen sich die UWG besonders engagieren wird. Dazu gehören die Verkehrssituation im Ortskern, die ALDI-Ansiedlung, der zentrale Versorgungsbereich und die Schaffung einer Jugendbegegnungsstätte. In Sachen Schulbau müsse man natürlich realistisch sehen, dass hier der Zug weitgehend abgefahren sei, jedoch sieht Silvia Bourceau noch viele Stolpersteine in den Plänen, die jetzt, da der UWG Akteneinsicht zusteht, aufgedeckt werden und vielleicht doch noch mit geringem Aufwand geändert werden können.

Als Beispiel nannte Pressesprecher Hubert vom Venn, dass die Kulturschaffenden mit der jetzigen Ausstattung der Aula nicht zufrieden sein können, weil wesentliche Dinge nicht berücksichtigt sind.

Ein großes Wahlkampfthema für die UWG war das Versprechen von mehr Transparenz und frühzeitigerer Information über anstehende politische Entscheidungen für die Bürger. Dem will der Vorstand unter anderem nachkommen durch regelmäßige Bürgersprechstunden im Fraktionszimmer im Rathaus, das der UWG jetzt zusteht, sowie durch die Verbreitung von Informationen über unterschiedliche Medien wie Internet und Flugblätter. Allein seit Sonntagabend sei die Internetseite der UWG etwa 1600 Mal angeklickt worden, freute sich Hans Joachim Mathe. Auch zu den Fraktionssitzungen sind interessierte Bürger willkommen, um dort im Rahmen des rechtlich Zulässigen Informationen zu den anstehenden Sitzungen von Rat und Ausschüssen zu erhalten.

Langfristig will die UWG auch auf eine Änderung der Geschäftsordnung hinwirken, um die Einwohnerfragestunde zu Beginn jeder Ratssitzung effektiver zu gestalten. Es mache wenig Sinn, nur den Bürgermeister befragen zu dürfen, wenn es um Sachverhalte geht, die er nicht verursacht hat.

Von ihren Mitgliedern, derzeit sind es 32, und allen Bürgern wünscht sich die UWG auch in Zukunft intensive Rückmeldungen über Probleme, die ihnen auf den Nägeln brennen. Insbesondere von den Rotter Bürgern erhofft sie sich noch mehr Mitwirkung und auch die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Die besten Ergebnisse habe die UWG in den Wahlkreisen erzielt, in denen die Kandidaten selbst wohnen, betonte Mathe.

Als Fraktionsvorsitzende wird Silvia Bourceau die UWG im Gemeinderat führen. Die Ausschüsse werden besetzt mit Hans Joachim Mathe (Bau, Betrieb, Haupt), Silvia Bourceau (Bau, BJSS), Rainer Nießen (BJSS, UFT), Günther Severain (Haupt, Rechnungsprüfung) und Rainer Welzel (UFT). Gesucht werden noch Interessenten, die als Sachkundige Bürger in Ausschüssen mitarbeiten möchten.
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