UWG Roetgen befürchtet „Professoren-Schwemme” durch RWTH-Campus

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Moulin Rouge und Winnetou bere
Moulin Rouge und Winnetou bereiten der Roetgener UWG keine Probleme, wohl aber das Baugebiet Wiedevenn. Vorsitzender Hans Joachim Mathée (Mitte) klärte die Mitglieder darüber Foto: G. Sander

Roetgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Zahl der „Reichen und Millionäre” in der Eifelgemeinde zunimmt, ist groß. Die UWG befürchtet, dass der Campusbau der RWTH in Aachen die Herren Professoren in Scharen nach Roetgen locken wird. Das könnte zur Folge haben, dass sich „einheimische Häuslebauer” am Ende in Richtung Konzen orientieren müssen, um dort für ihr Haus ein bezahlbares Grundstück zu finden.

Bei ihrer Versammlung in „Venns Landhaus” machte UWG-Vorsitzender Hans-Joachim Mathée auf Probleme baulicher Art aufmerksam, die in Roetgen anstehen und „Bauchschmerzen” bereiten. Ganz oben rangiert das Wohnbaugebiet „Wiedevenn”, wo es noch Schwierigkeiten mit den Grundstücksverkäufen gibt. 16 Grundstückseigner seien bereit, ihre Grundstücke zu veräußern, wogegen ein Dritter sich hartnäckig zeige und eine Bebauungsplan-Änderung anstrebe.

Die UWG mutmaßt eine „Hinhaltetaktik”, selbst Spekulation sei nicht auszuschließen. Mathée brachte daher die eventuelle Einleitung eines Umlegungsverfahrens in die Diskussion, um damit öffentlich-rechtlich einen Grundstückstausch herbeiführen zu können. Ohne dieses „eine” Grundstück würde nichts laufen, ist man sich sicher. Bei diesem Vorschlag waren die Meinungen gespalten, käme doch ein Umlegungsverfahren einer „Enteignung” gleich. Obwohl ein einziger Blockierer 16 andere Eigentümer „im Regen stehen lasse”, war den Mitgliedern bei einem „harten Schritt” nicht ganz wohl.

Stimmen mehrten sich, kein Druckmittel anzuwenden, sondern die Demokratie zu berücksichtigen. Andere wiederum wissen, dass ein Umlegungsverfahren auch positiv zu bewerten sei. Den Eigentümern sei hinlänglich bekannt, was im Wiedevenn geplant sei, daher käme ein Nichtverkauf einer Blockade gleich. Die Gemeinde brauche Bauland, zumal sich das Wiedevenn in zentraler Lage Roetgens befinde. Die UWG stellte die Abwägung, Gemeinwohl oder Eigenwohl, in den Raum. Von einer akuten Wohnungsnot könne in Roetgen nicht die Rede sein, stünden derzeit doch zahlreiche Häuser leer und zum Verkauf an.

„Wir müssen etwas für die Herren Professoren schaffen”, ist ein UWG-Mitglied von einem Aachener Makler angerufen worden, denn der Campusbau werde viele Professoren anlocken. Selbst in Roetgen könnte diese Maßnahme zu einer Wohnungsnot führen. Die Entwicklung dürfe in Roetgen nicht aufhören. Es sei aber fatal, wenn nur noch die Reichen in Roetgen bauen könnten. „Die bringen der Gemeinde doch reichlich Steuern”, hieß es. Wenn die Situation sich dramatisch ändere, müsse man manches neu überdenken.

Am Ende war man sich einig - trotz der konstruktiven Diskussion -, ein Umlegungsverfahren nicht zu forcieren und nicht einzuleiten. Schließlich wolle man sich nicht unbeliebt machen.
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