„Unser Dorf hat Zukunft”: Jury genießt Sommertag am Obersee

Von: P. St.
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Auf dem Elektroboot „Eifel” glitt die Jury lautlos über den Obersee - ein Erlebnis, dass es im Dorfwettbewerb nicht alle Tage gibt. Foto: P. Stollenwerk

Einruhr. Noch 25 Tage voller Spannung gilt es abzuwarten, dann weiß man in Einruhr, ob das Dorf am Obersee seinen ersten Platz im Kreiswettbewerb 2008 „Unser Dorf hat Zukunft” noch einmal toppen kann.

Am Dienstagmittag war die Landeskommission 90 Minuten lang zu Lande und zu Wasser unterwegs, um den 700-Einwohner-Ort in Augenschein zu nehmen, der sich von seiner besten Seite zeigte.

Dass die Sommersonne über der Eifel lachte, dürfte bei der Jury regelrechte Urlaubsgefühle ausgelöst haben. Diese Erwartungen wurden dann auch zu 100 Prozent bedient, denn mit der Rurseeschifffahrt wurde das erste Stück des Weges von der Anlegestelle Jägersweiler zur Grünanlage zurückgelegt. Lautlos glitt die „Eifel” über das spiegelblanke Oberseewasser, und im Bug sitzend wurde die Jury mit Häppchen, Getränken und Informationen versorgt.

Ansonsten zeigte sich Einruhr wie an einem normalen Wochentag. Zwar bog mehr oder weniger zufällig die Postkutsche um die Ecke oder bunt gekleidete Mountainbikerinnen querten den Weg, aber ansonsten wolle man auf jede Form der Inszenierung verzichten, gab Ortsvorsteher Christoph Poschen die Marschrichtung vor. Er und sein Team standen vor der anspruchsvollen Aufgabe, in vorgegebenen Zeitrahmen von 90 Minuten ein effektives Bild des Dorfes zu zeichnen.

Unterstützung erhielt das Team vom Obersee durch Landrat Carl Meulenbergh („Sie sind hier an einem der schönsten Flecken der Region”), Kreisdirektor Helmut Etschenberg und Simmeraths Bürgermeister Hubert Breuer.

Überall im fahnengeschmückten Ort begegnete der Jury dann das Engagement der Dorfbevölkerung, denn nicht nur im Hinblick auf den Wettbewerb zeigte Einruhr in der Vergangenheit große Einigkeit.

In sechs Einzelbereiche (Konzeption und Umsetzung, Wirtschaftliche Entwicklung, Soziales und kulturelles Leben, Baugestaltung und Entwicklung, Grüngestaltung und Entwicklung sowie Dorf in der Landschaft werden die Punkte vergeben.

Christoph Poschen erläuterte im Schnelldurchgang die Entwicklung Einruhrs, wie der Ort vor der Aufstockung der Rurtalsperre durch die Landwirtschaft geprägt war und sich in den letzten Jahrzehnten zu einem touristisch attraktiven Ort erster Güte gewandelt hat mit jährlich 100.000 Übernachtungen und einer Million Tagesbesuchern.

In Arbeitsgruppen hatte sich in Einruhr jeweils ein Referent auf ein Spezialgebiet vorbereitet. Barbara Wollgarten stellte die sportlichen Aktivitäten am Obersee vor, Klaus Hüpgen die Ergebnisse aus der Dorfwerkstatt vor (z.B. die geplante Fußgängerbrücke unter der B 266), Siegbert Heup präsentiere das attraktive Wanderangebot, Jenny Logen machte deutlich, dass die Kirche im wahrsten Sinne des Wortes noch ihren Platz mitten im Dorf hat, Karin Birkhoff ließ die rasante touristische Entwicklung vorüberziehen, Heribert Linscheidt gab im Naturerlebnisbad Zeugnis von 6000 Stunden Eigenleistung der Bevölkerung, Uschi Lenz empfing die Kommission im Einruhrer Kindergarten unter Obstbäumen, und Malte Wetzel wusste zu berichten, wie positiv sich der Nationalpark auf Einruhr ausgewirkt hat.

Im Hof des Heilsteinhauses, wo sich auch die Ortsvereine präsentierten, kostete die Jury dann noch vom gleichnamigen Wasser, ehe Bürgermeister Hubert Breuer abschließend den hervorragenden Gemeinschaftsgeist in Einruhr hervorhob, was auch der Jury nicht entgangen war. Die Kommissionsvorsitzende Annegret Dedden verabschiedete sich mit der Feststellung, dass man in Einruhr „ein Beispiel ehrenamtlicher Tätigkeit” gesehen habe.

Christoph Poschen zeigte erleichtert, als nach einer gelungenen Präsentation die Jury in Richtung Eschweiler-Hastenrath zur nächsten Besichtigung weiterfuhr: „Es war knüppelharte Arbeit”, blickt der Ortsvorsteher auf die zurückliegenden Wochen zurück.

Jetzt wollen er und seine Mannschaft in aller Ruhe abwarten: Am Sonntag, 13. September, gibt Umweltminister Eckhard Uhlenberg in Bad Sassendorf die Gewinner des Landeswettbewerbs bekannt. Da wird die Einruhrer Delegation nicht fehlen.
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