Monschau - Unruhe an den Grundschulen

Unruhe an den Grundschulen

Von: hes
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Diese Imgenbroicher Grundschulkinder besuchen mittlerweile eine weiterführende Schule, die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2003. Was aber aus den Erst- bis Viertklässlern der städtischen Grundschulen ab dem übernächsten Schuljahr wird, scheint derzeit noch völlig offen. Foto: Schepp/Archiv

Monschau. Eine Schule mit fünf Standorten? Oder zwei große Mutterschulen mit drei kleinen „Töchtern”? „Es herrscht große Unruhe an den Grundschulen im Stadtgebiet”, sagt eine betroffene Schulleiterin, die aus verständlichen Gründen lieber nicht namentlich zitiert werden möchte.

Dass sich die Schullandschaft der Primarstufe auch in Monschau verändern wird, ist kein Geheimnis. Was jedoch im Einzelnen aus den fünf Standorten werden wird und wie das personelle und pädagogische Konzept in Zukunft aussehen soll, darüber wird zurzeit nur hinter den Kulissen heiß diskutiert.

Die öffentliche Diskussion dagegen ist noch nicht eröffnet, wie nun im Monschauer Schulausschuss deutlich wurde. „Bis März 2010 wird in Absprache mit Schulrat Esser und der Bezirksregierung eine verbindliche Schulentwicklungsplanung ab dem Schuljahr 2010/2011 für den Grundschulbereich erarbeitet”, spielt die Stadtverwaltung als Träger der Schulen auf Zeit. Nur „das oberste Ziel” ist dabei klar formuliert, nämlich die „Erhaltung aller fünf Grundschulstandorte”, wie es in der Mitteilung der Verwaltung heißt.

Das Bestreben, den sinkenden Schülerzahlen zum Trotz auch künftig Grundschulen in Konzen, Imgenbroich, Höfen, Kalterherberg und Mützenich zu unterhalten, hatte Monschau vor Jahresfrist auch schon dem zuständigen Dezernenten Winands aus dem Düsseldorfer Schulministerium angetragen. Dieser hatte zwar „im Großen und Ganzen” zugestimmt, wie Micha Kreitz (CDU) sich erinnerte, allerdings hatte er auch von „Verbundlösungen” gesprochen, die zur Erhaltung der Standorte dringend geboten seien.

Das war vor einem Jahr. „Seither hat sich nichts getan”, bedauerte Bernd Händler, Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen im Monschauer Schulausschuss und wusste auch von „großer Unruhe” in Reihen der Eltern zu berichten. „Die Zeit drängt jetzt wirklich”, regte er einen Arbeitskreis aus Verwaltung, Politik, Schulrat, Lehrern und Elternschaft an, der das Thema intern diskutieren solle.

Die Vorlage einer Schulentwicklungsplanung im März nächsten Jahres hält Händler für „viel zu spät. Die Eltern möchten bei der Anmeldung Klarheit”, forderte er eine schnellere Behandlung und Lösung noch in 2009.

Bis es soweit ist, sind den Spekulationen Tür und Tor geöffnet, „und das ist der Sache nicht eben zuträglich”, so die eingangs zitierte Schulleiterin. War anfangs die Rede davon, den beiden größten Grundschulen die drei übrigen als „Filialen” anzugliedern (Heckenlandschule Höfen plus Schulstandort Kalterherberg sowie Grundschule Konzen plus Schulstandorte Imgenbroich und Mützenich), wird nun offenbar über nur noch eine Grundschule mit einem Hauptsitz und vier Nebenstandorten nachgedacht.

Vorteil wäre die Einsparung von vier Schulleiterstellen, Nachteil eine äußerst schwierige pädagogische und personelle Gestaltung des Unterrichts, wie aus Lehrerkreisen verlautet. Fakt ist, dass bei der angestrebten Erhaltung der fünf Standorte auch fünf Schulgebäude unterhalten werden müssen, egal wie sehr die Schülerschaft schrumpft.
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