Einruhr - Unglück in Einruhr: Lastenaufzug für Personen zugelassen?

Unglück in Einruhr: Lastenaufzug für Personen zugelassen?

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:
absturz_bu
Ratlosigkeit und Entsetzen herrschten am Unglücksort in Einruhr bei Rettungskräften und Augenzeugen gleichermaßen. Foto: psm

Einruhr. Am Tag danach, am Ostersamstag, war es in Einruhr ruhig. In warme Anoraks gehüllt, machten sich Wanderer auf den Weg zur Staumauer des Urftsees. Sie kamen auf ihrer Tour auch an der Unglücksstelle vorbei, wo tags zuvor, am Karfreitag, eine 38-jährige Frau sowie ihre siebenjährige Tochter und ihr fünfjähriger Sohn schwer verunglückt waren.

Das Haus mit herrlichem Blick über den Obersee gehört Eifelern, die die meiste Zeit des Jahres in Spanien verbringen. Eine Familie aus Simmerath schaut während der Abwesenheit der Eigentümer dort nach dem Rechten. So auch an diesem verhängnisvollen Karfreitag.

Das Haus ist nur über eine steile Serpentinentreppe und über einen Lastenaufzug, der auf Schienen gleitet, zu erreichen. Und dieser Aufzug wurde zum Verhängnis. Denn Mutter und Kinder wollten sich mit dem Aufzug abwärts fahren lassen. Der Vater bediente oben die Maschine, das Unglück nahm seinen Lauf, denn plötzlich, so die die Angaben der Polizei, riss das Stahlseil.

Wie ein Geschoss jagte der Transportkorb abwärts, vor den Augen des entsetzten 47-jährigen Vaters, der machtlos zusehen musste, wie Frau und Kinder schwer verletzt wurden.

Die beiden Kinder wurden auf der 20 bis 25 Meter langen Schussfahrt aus dem Korb geschleudert, wobei die Tochter schwer verletzt worden sein soll. Ihre jüngerer Bruder soll weitestgehend mit dem Schrecken davongekommen sein. Die Kinder wurden ins Aachener Uniklinikum gebracht.

Noch schwerer traf es die Mutter, die im Transportkorb eingeklemmt war und von der Feuerwehr befreit werden musste. Sie wurde mit schwersten Fußverletzungen in die Kölner Universitätsklinik geflogen. Lebensgefahr bestand nach Polizeiangaben nicht. Der Familienvater erlitt einen Schock und musste bis zum Ostersonntag von einem Notfallseelsorger betreut werden. Dessen Hilfe musste auch eine Augenzeugin des Geschehens ins Anspruch nehmen.Die Kripo hat ihre Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen.

Nach uns vorliegenden Informationen soll noch wenige Tage vor dem Unglück schweres Baumaterial mit dem Lastenaufzug hinauf zum Haus transportiert worden sein.

Diese Aussagen sind bisher nicht bestätigt. Auch werden die Ermittler der Frage nachgehen, ob es für Personen verboten war, in dem etwa hüfthohen Transportkorb zu fahren. Entsprechende Verbotsschilder soll es angeblich nicht geben bzw. sie sollen bisher nicht entdeckt worden sein.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert