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Unfallbrennpunkt gehört bald der Vergangenheit an

Von: Udo Kals
Letzte Aktualisierung:
Die Baustelle wird weggefräst
Die Baustelle wird weggefräst: Ende der Woche soll die Fahrbahnverschwenkung auf der Autobahn 44 bei Broichweiden Vergangenheit Foto: Ralf Roeger

Städteregion. Auch an einem ihrer letzten Tage wirbelt die Baustelle auf der A 44 bei der Anschlussstelle Broichweiden noch jede Menge Staub auf. Meter für Meter fährt Johann Luft am Montag mit seiner Fräsmaschine die gelbe Baustellenmarkierung auf der Fahrbahn in Richtung Düsseldorf ab.

Dabei übertönt sein Gefährt sogar den neben ihm Stoßstange an Stoßstange dahinrollenden Verkehr und hinterlässt neben zerbröselten Farbresten und Steinchen eine mächtige Staubfahne. Schon aus einiger Entfernung sieht man: Die unfallträchtige rund 450 Meter lange Fahrbahnverschwenkung auf der A 44, die im November 2009 wegen des Baus der Kreisstraße 34 eingerichtet worden war, ist bald Vergangenheit.

Leitplanken verankert

Bis Ende der Woche sollen die Auto- und Lkw-Fahrer zwischen dem Aachener Autobahnkreuz und Broichweiden wieder auf der alten Trasse geradeaus fahren können. Haben Johann Luft und sein Team am Montag bereits die Fahrspuren in Richtung Düsseldorf „begradigt”, werden nun weitere Markierungen entfernt und vor allem die fehlenden Leitplanken im Boden verankert.

Zum Schluss werden am Donnerstag oder Freitag die Fahrspuren in Richtung Belgien beziehungsweise Aachener Kreuz verlegt. „Bis dahin kann es immer mal wieder zu kleineren Verkehrsbehinderungen kommen”, meint Peter Krückels, der bei der Städteregion zuständiger Projektleiter für den Bau der K 34. „Abschließend werden wir noch die eigens gebaute Umfahrung abbaggern und fachgerecht entsorgen, so dass am Ende auch keine Spuren mehr bleiben”, sagt Krückels.

Dann hat mit Sicherheit auch die Autobahnpolizei ein Sorgenkind weniger auf der A 44. Vor allem in den ersten Monaten hatte es häufig in der Baustelle gekracht, so dass die Unfallkurve im März 2010 entschärft wurde. Allein bis zum 1. Oktober vergangenen Jahres - aktuellere Zahlen konnte die Autobahnpolizei am Montag auf Anfrage nicht vorlegen - wurden in zehn Monaten 85 Unfälle registriert.

Bei rund 60.000 Fahrzeugen, die diesen Engpass täglich passieren. Wobei Norbert Cleve von der zuständigen Niederlassung des Landesbetriebs Straßen.NRW in Krefeld betont: „Natürlich führt eine Baustelle immer zu Behinderungen. Manchmal geht es auch nicht anders. Doch seit einiger Zeit läuft der Verkehr relativ reibungslos.” Und er mahnt vor allem die Verkehrsteilnehmer, die von Düsseldorf kommend auf der A 44 unterwegs sind, zur Vorsicht: „Bislang wurden die Fahrer vor der großen Baustelle Aachener Kreuz durch die Verschwenkung abgebremst. Bald gibt es eine neue Situation. Darauf müssen sich alle einstellen.”

Übrigens: War die Autobahn 44 bislang vierspurig, ist die Brücke bereits für sechs Bahnen ausgelegt. Der Grund: Im Rahmen des Umbaus des Aachener Autobahnkreuzes wird die A 44 bis Broichweiden um zwei Spuren verbreitert.

Baubeginn für den rund 18 Millionen Euro teuren Abschnitt ist laut Klaus Erdorf vom Landesbetrieb Straßen.NRW Anfang 2013. Ende 2014 soll der Ausbau fertig sein, bei dem drei bestehende Brücken verbreitert werden und für Broichweiden eine rund 1500 Meter lange Lärmschutzwand errichtet wird.

11.000 Autos sollen täglich über die K34 rollen

Seit dem Frühjahr 2009 baut die Städteregion die Kreisstraße 34, die ab Juni 2011 das Würselener Gewerbegebiet Aachener Kreuz mit dem Flugplatz Merzbrück in der Nähe der Anschlussstelle Würselen-Broichweiden verbinden soll und die Autobahn unterquert.

Damit das Projekt möglichst schnell und preiswert über die Bühne geht, hatten sich die Planer dazu entschlossen, einen großen Bogen um die Baustelle zu schlagen. Das heißt: Die Fahrbahnen sind im November 2009 verschwenkt worden. Wo die alte Trasse der A 44 verlief, wurde die Brücke errichtet, unter der demnächst der Verkehr auf der K 34 fließen wird.

Derzeit werden die Bahnen zurückverlegt. Nach Verkehrsprognosen werden täglich bis zu 11.000 Autos die neue zweispurige Straße fahren. Die Baukosten belaufen sich auf rund 11,5 Millionen Euro. Zuschüsse fließen in Höhe von 7,3 Millionen Euro, die Städteregion trägt 2,5 Millionen Euro, die Stadt Würselen steuert den Rest bei.
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