Und wieder kein Kohlenmeiler im Kluckbachtal

Von: Manfred Schmitz
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Einer der romantischen Orte in
Einer der romantischen Orte in der Region ist das Kluckbachtal. Die hier im Laufe der Jahren geschaffenen naturnahen Einrichtungen sind jedoch in die Jahre gekommen.

Rohren. Im Jahr 2005 ging Bernd Drevermann, nach 36-jähriger Tätigkeit in Diensten der Stadt Monschau, in Pension. Der Forstamtsrat stammt aus Westfalen, wurde im Laufe seiner Tätigkeit aber längst integrierter Nordeifeler aus Überzeugung. 1988 richtete die Rurstadt-Kommune auf Initiative ihres leitenden Forstbeamten rund um den Höhenort Rohren einen beispielhaften Naturlehr- und Wanderweg ein.

Die Idee dieses vom damaligen Kreis Aachen unterstützten Projektes war ursprünglich die allgemeine Förderung des Tourismus im Monschauer Land. Doch aus einem guten Stück Drevermannschen Lebenswerkes wurde weit mehr: 1993 ging der vier Kilometer lange „Naturlehrpfad und Waldweg” offiziell von der Kommune in die Trägerschaft des Sportvereins Bergwacht Rohren über.

Bernd Drevermann ist seither als SV-Abteilungsleiter für die ein weithin einmaliges Ensemblenaturnaher Objekte wie die historische Sägemühle, den Holzkohlenmeiler und das Naturkundemuseum verantwortlich.

Dieser Komplex bildet im idyllischen Kluckbachtal einen nach wie vor starken Anziehungspunkte für Naturfreunde, Wanderer, Biologen, Pädagogen mit Schulklassen wie auch Geschichtskundige.

„Unsere Bergwacht hat 700 Mitglieder, mehr, als Rohren Einwohner zählt”, erklärt Drevermann, warum der Verein gut beraten war, sein Spartenangebot um das Ressort Kultur zu erweitern.

Der verdiente Förster a. D. aber weiß aber auch, dass das kleine Paradies nicht von alleine funktioniert. Das Team um Bernd Drevermann braucht dringend personelle Verstärkung, Idealismus und Manpower sind erforderlich. Deshalb hoffen die Verantwortlichen ebenso auf jugendlichen Abteilungsnachwuchs wie auch erfahrene Helfer. Jede Hand werde gebraucht, um Standard und Vorzeigequalität der vorbildlichen Naturkundeeinrichtung für künftige Generationen zu bewahren und Werbeträger für Monschau und seine malerischen Höhenorte zu bleiben.

Drevermann und die Seinen plagen ernste Sorgen. So ist der Waldlehrpfad mit einst fröhlich von summenden Immen umschwirrten Bienenlehrstand längst verwaist und somit eher ein vergammelnder Leerstand. Im umweltdienlichen wie lehrreichen Insektenhotel ist lange kein geflügelter Gast mehr abgestiegen, die Zimmer sind leer, die gesamten Anlagen drohen zu verkommen.

„Es muss in unserer Heimat doch junge Leute mit Herz und Freude für die Natur geben”, hat Drevermann die Hoffnung auf eine Renaissance am Kluckbach noch nicht aufgegeben. Freilich: die Aussichten sind momentan düster und verleiten zu Pessimismus. Denn, rechnet Drevermann vor, „wo früher acht Ehrenamtler für Erhalt und Betrieb der Sägemühle zuständig waren, sind es heute nur noch drei freiwillige Kräfte. Meine Frau Rosemarie ist die Anstreicherin vom Dienst und macht permanent Museumsführungen”.

Damit nicht genug: Das überregional populäre Meilerfest wurde 1989 erstmals und 2009 zuletzt gefeiert, in diesem Jahr ist die bewundernswerte Köhlerkunst leider aber wiederholt ohne jede helle Glut, es musste abgesagt werden. Wenigstens ein gesellig-informativer Mühlennachmittag soll am 1. September für ein wenig Ersatz und vertraute Atmosphäre sorgen, hofft Drevermann. Der Meiler muss leider kalt bleiben.

Öffentliche Gelder stehen nicht zur Verfügung, die Einnahmen aus dem Meilerfest wie auch vom anschließenden dem Holzkohleverkauf fehlen, dazu ging ein Motor kaputt, die Unterhaltskosten stiegen rapide an: „Wenn uns die Sparkasse Aachen nicht mit Mitteln zur Seite gestanden hätte, könnten wir den Laden dicht machen, sagt Bernd Drevermann. „Beim besten Willen” habe das Meilerfest diesmal nicht geschultert werden können: „Früher waren fünf versierte Kräfte eine ganze Woche mit Aufbau und Abbrennen beschäftigt, jetzt reicht die Personaldecke gerade mal für drei Tage, das haut einfach nicht hin!”

Darum appelliert Drevermann „an Jung und Alt, alle Generationen, nicht nur an die Rohrener, sondern auch an die Bewohner ihrer Nachbarorte, uns zu helfen, damit unsere Mustereinrichtung zum Wohle der Nordeifel eine Zukunft hat. Vor allem geschickte und tatkräftige Handwerker sind gesucht, sich für diese gemeinnützig gute Sache zu engagieren”.
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