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Unbeschreiblich schmerzhaft und schön

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Joachim Ritter  und Holger Lap
Joachim Ritter und Holger Lapp gehörten beim Transalpine-Run durch vier Länder zu den Finishern und wollen sich im kommenden Jahr erneut beweisen.

Imgenbroich. Der Transalpine-Run zählt zu den härtesten Etappenrennen der Welt. In acht Tagesetappen mussten 325 Zweier-Teams aus insgesamt 25 Nationen bei der siebten Austragung der legendären Alpenüberquerung rund 274 Kilometer und über 15.500 Höhenmeter laufend bewältigen.

Anfang September ging es für die Läufer auf dem sogenannten „Highway to Hell” von Oberstdorf nach Latsch in Südtirol durch insgesamt vier Länder. Gelaufen wurde ausschließlich in Zweier-Teams, um so sicherzustellen, dass im Falle eines Unfalls immer noch ein Teammitglied Hilfe herbeirufen konnte.

Holger Lapp und Joachim Ritter vom Team Dürr-EcoRunners waren erstmalig bei diesem Etappenrennen durch die Alpen gemeldet und erlebten in den acht Tagen ihre körperlichen und psychischen Grenzen völlig neu.

Hier standen die beiden neben zahlreichen erfolgreichen Langstreckentrailrunnern und der internationale Trailrunning-Elite am Start. Petrus meinte es gut und so konnten die Sportler die faszinierende Bergwelt, bis auf einen Regentag, bei strahlendem Sonnenschein erleben.

Schier unbeschreiblich waren aber die Schmerzen, die man dabei erleiden musste. So wurden täglich Etappen zwischen 30 und 50 Kilometern gelaufen, und als wäre das nicht schon genug, galt es täglich zwischen 1800 und 2500 Höhenmeter zu überwinden. Dabei wurde überwiegend auf Trails, also auf engen und unwegsamen Trampelpfaden, gelaufen. Straßen und befestigte Forstwege sind für solche Veranstaltungen weitestgehend tabu.

Das Laufen auf solchem Terrain erfordert nicht nur gute Kondition, sondern auch gute Konzentration, um Stürze und Muskelverletzungen zu vermeiden. Und so wurde die Warteschlange vor dem Ärztezelt, das morgens vor dem Start die Möglichkeit zur medizinischen Versorgung bot, von Tag zu Tag länger. Länger wurde auch die Liste der ausgefallenen Teams. Immer mehr Teilnehmer mussten aufgrund von Laufverletzungen aufgeben. Insgesamt schieden mehr als 80 Teams aus.

Jeden Abend wurde für alle Teilnehmer eine „Pasta Party” geboten. Im Anschluss daran stellte der Veranstalter, „Plan B”, beim Briefing die Strecke und das Wetter für den kommenden Tag vor. Apropos Essen: Um Müsliriegel, Powergel und Nudeln werden Joachim Ritter und Holger Lapp in nächster Zeit einen großen Bogen machen. Gestartet wurde täglich zwischen 7 Uhr und 8 Uhr, was wiederum bedeutete, dass die Nächte mehr als kurz waren.

Die diesjährige Westroute führte von Oberstdorf zum ersten Mal in der siebenjährigen Geschichte nach Hirschegg ins Kleinwalsertal, dann weiter nach Schruns, über Galtür, Scuol, Mals und Schlanders zum Zielort nach Latsch in Italien.

Der 47-jährige Joachim Ritter hat sich mit seinem Teampartner, dem 33-jährigen Holger Lapp, gewissenhaft auf die Alpenüberquerung vorbereitet: „Seit Januar haben wir speziell für den Transalpine-Run trainiert. Unser mittleres Laufpensum betrug zwischen 70 und 100 Kilometer pro Woche. Dabei wurde alles an Bergen und Tälern erlaufen, was der Raum Simmerath, Monschau und Nideggen zu bieten hat, um so die notwendigen Höhenmeter zu erlangen. Dennoch muss man sagen, dass dies nicht mit dem zu vergleichen ist, was einen im Montafon oder in Südtirol erwartet. Die dünne Luft in 3000 Metern Höhe machte uns gehörig zu schaffen. Auf so etwas kann man sich bei uns in der Eifel nicht vorbereiten”, erklären die beiden schmunzelnd.

„Wir sind verhalten an die Sache herangegangen und haben immer erst zum Ende der Etappe, also auf den letzten zehn Kilometer, richtig Gas gegeben. So konnten wir in Bergetappen etwas Kraft sparen und unsere Marathonerfahrung bei den Bergabpassagen ausspielen.”

Am Ende erreichten sie einen hervorragenden 50. Platz in ihrer Alterswertung und den 170. Platz in der Gesamtwertung und erhielten das heißbegehrte Finisher-Trikot.

Im kommenden Jahr startet der Transalpine-Run in Ruhpolding, und so wie es aussieht, werden die Dürr-Ecorunners wieder am Start stehen und versuchen, mit den gemachten Erfahrungen ein gutes Stück weiter vorne zu landen.
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