Simmerath - Umgang mit Demenz fordert Umdenken

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Umgang mit Demenz fordert Umdenken

Von: P. St.
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Im Kampf gegen Demenz setzen sie auf Gemeinsamkeit: Horst Schwering, Regionaldirektor, AOK Kreis Aachen, Manfred Wüller, AOK-Fachserviceleiter, Patrick Wiek, Heimleiter des Malteserstifts und Heinz Müller, Leiter des Amtes für Altenarbeit der Städteregion Aachen (v. li.). Foto: P. Stollenwerk

Simmerath. Von den 54 Bewohnern des Malteserstifts Seliger Gerhard in Simmerath leiden nach Schätzung von Heimleiter Patrick Wiek rund 50 Prozent an einer Krankheit, die immer mehr in den Blickpunkt rückt. Es sind demenzkranke Menschen, die Pflegepersonal und Angehörige vor eine große Herausforderung stellen und nicht selten rund um die Uhr betreut werden müssen.

„Das Thema gewinnt immer mehr Relevanz, und der Betreuungsaufwand ist enorm hoch”, sagt Wiek, der ein Umdenken in der Gesellschaft im Umgang mit Demenz für unabdingbar hält. Insbesondere die Angehörigen bedürften der Unterstützung, denn durch die häufig beobachtete Rollennverschiebung, die bei demenzkranken Menschen auftritt, fühlten sich die Angehörigen oft überfordert, hilflos und alleine gelassen.

Zur Unterstützung der Angehörigen von Menschen mit Demenz wird am 21. November im Malteserstift ein Tagesseminar angeboten. Partner dieser Initiative ist die AOK Rheinland. Horst Schwering AOK-Regionaldirektor im Kreis Aachen, weist darauf hin, dass im Malteserstift auch eine Tagesbetreuung auch für Demenzkranke angeboten wird, die auf Antrag von den Pflegekassen mit bis zu 200 Euro bezuschusst werden könne.

Die Kooperation mit der AOK besteht bereits seit zehn Jahren und in dieser Zeit wurden über 2500 Kursteilnehmer zum Thema häusliche Pflege geschult. So weist AOK-Fachserviceleiter Manfred Wüller darauf hin, dass 74 Prozent der Demenzerkrankten im Kreis Aachen über die häusliche Versorgung betreut würden. Dies sei der höchste Prozentsatz in ganz NRW.

Die neu errichtete Selbsthilfegruppe in Simmerath für Angehörige von demenziell erkrankten Menschen ist zu einem wichtigen Forum geworden, wo die Betroffenen sich austauschen können. Das Malteserstift möchte zudem mit dem „Demenz-Projekt Simmerath” das „mitbürgerliche Engagement” ausbauen. Zu diesem Zweck wurden spezielle und Weiterbildungsangebote für interessierte Bürger entwickelt. Heimleiter Patrick Wiek: „Man sollte sich daran gewöhnen, dass die Demenzerkrankung in den nächsten 20 Jahr ein noch viel stärkeres Gewicht haben wird.”

Daher bedürfe es eines umfangreichen Angebotes von so genannten „niederigschwelligen” Betreuungsangeboten durch ehrenamtliche Kräfte. Ob Singen, Spielen, Basteln, ein Sparziergang oder Gespräche: Der Bedarf an ehrenamtlichen Kräften ist groß. Der nächste Qualifizierungskurs startet im ersten Halbjahr 2010 und beginnt am 27. Februar 2010.

Im Malteserstift finden zudem regelmäßig Informationsveranstaltungen statt (Tel. 02473/894900); außerdem wird am Donnerstag, 19. November, um 19.30 Uhr im Druckereimuseum in Imgenbroich ein Informationsabend zum Thema „Demenz - mehr als nur ein Wort” statt.

Referenten sind Joachim Lennefer, der Pflegedienstleiter des Seniorenwohnsitzes in Kalterherberg und mehrere Fachleute der AOK Rheinland, allen voran Prof. Dr. med. Gunter Konrad, ärztlicher Berater der AOK Rheinland. Im Vordergrund stehen Informationen über Entlastungsangebote von Angehörigen, häusliche Hilfen und Selbsthilfeangebote.

Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen unter Tel. 02472/292-101.
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