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Umbau statt Abriss für die Jugendherberge Hargard

Von: Andreas Gabbert
Letzte Aktualisierung:
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Die Jugendherberge Hargard wird umfangreich saniert und modernisiert: Herbergsvater Thomas Ritter hofft, Mitte Juli wieder die ersten Gäste bergüßen zu können. Foto: A. Gabbert

Monschau. Der Schnee rieselt durch das offene Dach, Teile der Decke liegen noch in den Fluren, Schutt und Dreck bestimmen derzeit das Bild in der Jugendherberge Hargard. Hier laufen seit einigen Wochen umfangreiche Umbau- und Sanierungsarbeiten.

Dafür gebe es drei Gründe, erklärt Herbergsvater Thomas Ritter. Es gehe um die Erfüllung von Brandschutzauflagen, um eine energetische Sanierung und eine „notwendige“ Modernisierung des Gebäudes aus den 1960er Jahren. Mit einer zeitgemäßen Ausstattung soll ein höherer Standard für die Gäste geschaffen werden. Dazu gehört zum Beispiel die Ausstattung aller Zimmer mit einer Nasszelle. Das sei heute auch in Jugendherbergen Standard. „Der Gast verlangt das“, sagt Ritter. Eine eigene Nasszelle für jedes Zimmer sei wichtig, egal wie groß sie sei.

Entkernt und entsorgt

Ende Oktober schloss die Jugendherberge. Das Haus wurde geleert und das Mobiliar ausgelagert. Eine Abbruchfirma entkernte das Gebäude – Wände wurden eingerissen, Fliesen abgeschlagen und die Bodenbeläge entfernt. Anschließend wurde alles in unzähligen Containern entsorgt. Inzwischen ist eine hiesige Baufirma dabei, neue Wände zu mauern. Vergangene Woche wurde das alte Holzdach entfernt und soll jetzt zügig durch ein Stahltrapezblech-Dach ersetzt werden.

Ein Abriss des Gebäudes kam nicht in Frage. „Der Entwurf von Stephan und Ursula Legge war damals zukunftsweisend, so dass man das hier auch heute noch erhalten möchte“, erläutert Ritter.

Nun wird also vom Keller bis zum Dach in allen Räumen gewerkelt, lediglich die Küche bleibt verschont.

Die ehemalige Wohnung der Herbergseltern, die mittlerweile in Rohren wohnen, wird in Gästezimmer umgewandelt. So wird die Zahl der Zimmer von 24 auf 32 erweitert. Die Bettenzahl bleibt mit 130 aber identisch. Zukünftig wird es Einbettzimmer und Zimmer mit zwei, vier oder sechs Betten geben, darunter auch ein behindertengerechtes Zimmer – ebenerdig, mit breiten Türen und einer Nasszelle, die auch mit dem Rollstuhl erreichbar ist.

Die beiden neuen und circa 100 Quadratmeter großen Tagungsräume sollen verstärkt Musikvereine, Chöre, Familien und andere Gruppen ansprechen. „Unser Hauptklientel bleiben aber Schulen und Jugendgruppen“, sagt Ritter.

Die Eingangshalle wird offen und mit viel Glas gestaltet. Dort wird es einen Loungebereich mit einer Kaminecke und eine offene Rezeption mit einem ständig präsenten Ansprechpartner geben. „Das war früher nicht so, bei Fragen mussten die Gäste auch mal an der Küche klopfen. Es war zwar immer jemand da, aber nicht so sichtbar“, erklärt Ritter.

Auch der Innenhof wird im Rahmen der Umbauarbeiten neu gestaltet. Das große Außengelände hingegen bleibt so wie es ist. „Das große Außengelände abseits der Straßen und dennoch mit einer guten Anbindung ist unser großer Pluspunkt. Das bleibt so“, sagt Ritter.

Er will die Herberge als „kleines aber feines Haus“ präsentieren. „Es soll seinen „familiären Charakter“ behalten. „Wir möchten eine moderne Jugendherberge sein, Hotelcharakter soll das Ganze aber nicht haben“, erklärt Ritter.

Trotz der Schließung der Herberge Ende Oktober 2015 habe man im vergangenen Jahr 17.500 Übernachtungen gezählt. Sonst seien 18.000 bis 19.000 möglich, erläutert der Herbergsvater. „Monschau ist nach wie vor ein Magnet. Das zeigt, dass die Stadt genügend Potenzial hat, um zwei Jugendherbergen füllen zu können“, sagt Ritter. Daher habe der Landesverband Rheinland des Deutschen Jugendherbergswerk beschlossen, mehr als 3 Millionen Euro in den Umbau zu investieren.

Bis zum 24. Juni soll der beauftragte Generalunternehmer die Arbeiten abgeschlossen haben. „Dann können wir die Inneneinrichtung wieder einräumen und hoffentlich Mitte Juni wieder die ersten Gäste begrüßen“, sagt Ritter. Die offizielle Eröffnung ist aber erst für den September geplant, fast auf den Tag genau 50 Jahre nach der Ersteröffnung.

Auch während der Bauphase sind die Herbergseltern unter Telefon 02472/2180 oder per E-Mail an monschau-hargard@jugendherberge.de erreichbar, um bei Fragen weiterzuhelfen, Reservierungen anzunehmen oder Anfragen weiterzuleiten.

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