Überlauf sieht schon lange kein Wasser mehr

Von: Sarah Maria Berners
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Der Perlenbach wird schon übe
Der Perlenbach wird schon über den Grundablass mit Wasser versorgt. Wenn es weiter so wenig regnet, müsste im Juli die Ersatzversorgung Foto: S.M.Berners

Nordeifel. „Seit dem 14. April sind wir auf Reserve”, sagt Derk Buchsteiner, der Betriebsleiter des Wasserwerks Perlenbach. „Das bedeutet, dass wir unter dem Stauziel von 750.000 Kubikmetern liegen und die Talsperre seit dem 14. April nicht mehr überläuft”, erklärt Elmar Hackling, Leiter der Aufbereitungsanlage.

„Der Perlenbach wird derzeit über den Grundablass mit der Pflichtwasserabgabe versorgt.”

Weit unter dem Mittel

„Seit Beginn unserer Aufzeichnungen im Jahr 1956 haben wir solche Werte noch nie erlebt”, betonte Buchsteiner bei der Sitzung des Betriebsausschusses. Während die Niederschlagsmenge im Januar nur knapp unter dem langjährigen Mittel gelegen hat, sind die Werte für Februar, März und April erschreckend niedrig. Statt den normalen 99 Millimetern hat es im Februar nur 58 Millimeter Niederschlag gegeben, im März sogar nur 8,2. Das entspricht 8,2 Litern pro Quadratmeter. Im April zeigt das langjährige Mittel einen Wert von 77 Millimetern, in diesem Jahr sind es 19. Auch der Mai ist bisher deutlich trockener.

„Es gab immer nur kurze, lokal begrenzte Schauer und der Boden ist so trocken, dass davon kaum etwas die Gewässer erreicht hat”, sagt Hackling. Hochrechnungen des Verbandes haben ergeben, dass bei einem Zufluss von 100 Litern pro Sekunde Ende Juli, Anfang August auf eine Ersatzversorgung umgestellt werden müsste. Sinkt der Zufluss auf 60 Liter pro Sekunde, müsste schon Anfang Juli Wasser von anderen Werken bezogen werden. Momentan laufen noch 80 Liter Wasser pro Sekunde in die Talsperre. Wenn auf Ersatzversorgung umgestellt werden muss, würde zunächst Untermaubach von den Stadtwerken Düren versorgt, im zweiten Schritt würden Teile Hürtgenwalds und Roetgens von der Wasseraufbereitungsgesellschaft Nordeifel versorgt. „Die WAG kann auf einen Verbund von Talsperren und damit auf deutlich größere Reserven zurückgreifen”, sagt Hackling.

Dort macht man sich noch keine Sorgen „Die Dreilägerbachtalsperre ist noch zu 75 Prozent gefüllt, die Kalltalsperre zu 70 Prozent”, sagt Paul Kirch. Und schließlich habe man noch den Obersee als Rückhalt und könne auch das Gebiet des Perlenbachverbandes mitversogen. Beunruhigend sei die Situation noch nicht, ungewöhnlich aber schon. „Wir haben jetzt Werte, die wir sonst allenfalls im August haben.” Wenn es nicht regne, könnte man in vier oder fünf Wochen darüber nachdenken, vielleicht nicht mehr den Rasen zu sprengen oder das Auto zu putzen. Etwa eine halbe Million Menschen werden von der WAG zwischen Stolberg und Übach-Palenberg.

Rückblick

Im Trockenjahr 2003 musste alle 52.000 Kunden in der Nordeifel und in Teilen des Kreises Düren auf die Notwasserversorgung umgestellt werden. „Wenn wir damals nicht den Pegel wegen Bauarbeiten herabgesetzt hätten, wären wir sogar über den Sommer gekommen”, erinnert Buchsteiner.

„Im Haushalt ist diese Ersatzversorgung nicht vorgesehen”, sagt Buchsteiner bei der Sitzung des Betriebsausschusses des Wasserversorgungszweckverbandes, „weil es normalerweise auch nicht notwendig ist”. Wasser hinzuzukaufen wäre natürlich teurer, als eigenes Wasser zu verwenden. Bei den Pumpkosten handele es sich um ein Nullsummenspiel, die Chemikalienkosten in der Aufbereitungsanlage würden hingegen sinken, wenn eine geringere Menge verbrauch würde. Faktoren, die sich auf den Wasserpreis auswirken werden. Die Notleitung zwischen der Dreilägerbachtalsperre und dem Netz des Wasserwerks Perlenbach wurde 1999 errichtet. In diesem Jahr wäre die Talsperre trocken gefallen, hätten die Feuerwehren aus der Region das nicht mit einem Großeinsatz verhindert. Aus hydraulischen Gründen müssen mindestesn 200.000 Kubikmeter in der Talsperre sein.
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