Über 30.000 Besucher: Ersatz-Flohzirkus der Renner

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Auf dem Jahrmarkt anno dazumal überreichte Pascal Raviol (links) alte DDR-Schießbudenware an das Freilichtmuseum.

Kommern. Bei fast frühlingshaftem Wetter genossen am Sonntag noch einmal 6300 Besucher die mehr als 80 Angebote auf dem Jahrmarkt anno dazumal im LVR-Freilichtmuseum Kommern. Damit hat das Museum sein Ziel von 30000 Gästen überschreiten können.

Es war der frostigste der 19 historischen Jahrmärkte, die das Freilichtmuseum bisher ausgerichtet hat. Aber selbst von Dauer-Schneeregen an einigen der Jahrmarkttage ließen sich die Gäste nicht abhalten. Schankbuden hatten auf „Osterglühwein“ und Kinder-Punsch umgestellt, Tausenden wurde es bei der „Hinrichtung“ im Kuriositäten-Salon warm oder ließen sich im gut beheizten historischen Tanzsaal von Gentleman-Jongleur Jeton und Seiltänzerin Silea in die 1920er-Jahre entführen.

Renner waren der Flohzirkus vom Münchner Oktoberfest und das Anatomische Kabinett, das das Freilichtmuseum zum ersten Mal zeigte. Der Flohzirkus war kurz vor Jahrmarktbeginn durch den Kältetod seiner kompletten Flohartistentruppe weltweit in die Schlagzeilen geraten.

Lange Besucher-Schlangen bildeten sich vor den Gucklöchern des Anatomiekabinetts, in dem Überreste berühmter Persönlichkeiten wie das abgeschnittene Ohr van Goghs oder die Zunge Albert Einsteins zu bestaunen waren.

Eine interessante Schenkung wurde dem LVR-Freilichtmuseum Kommern durch Pascal Raviol zuteil. Der Schausteller, der wieder mit seiner „Konditorei 1900“ und einem alten Kinder-Autokarussell auf dem Jahrmarkt vertreten war, überreichte dem Museum mehrere Original-Versandkartons mit älterer Schießbudenware aus Zeiten der DDR.

Die „Spruchherzen“ aus Pappe, Papier- und Kunststoff-Blumen mit DDR-Getränkeflaschen-Aufklebern oder Ostblock-Briefmarken zum Sammeln, unter anderem hergestellt von der „Produktionsgenossenschaft des Handwerks Einheit“ in Sebnitz, hatte Raviol bei der Übernahme einer alten DDR-Schießbude entdeckt.

Die Schießbudenware bereichert nun die Sammlung des Freilichtmuseums zur Schaustellergeschichte, aus der auf dem diesjährigen Jahrmarkt wieder Raritäten wie Mechanische Schießscheiben aus dem späten 19. Jahrhundert ausgestellt waren.

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