Roetgen - Tunnel für die Radler unter der Himmelsleiter

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Tunnel für die Radler unter der Himmelsleiter

Von: Jutta Geese und Ernst Schneiders
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Unter der Kuppe auf der „Himm
Unter der Kuppe auf der „Himmelsleiter” soll der Ravel-Radweg nach dem Willen der Städteregion verlaufen, gleichzeitig soll die Abfahrt durch Anheben der Fahrbahn oberhalb davon entschärft werden. Foto: H. Schepp

Roetgen. Mitte nächsten Jahres soll der mit insgesamt rund 130 Kilometern längste zusammenhängende grenzüberschreitende Ravel-Radwanderweg auf der ehemaligen Vennbahntrasse fertig sein.

Doch die Zeit wird knapp, an einigen Stellen kämpfen die Verantwortlichen für den Ausbau mit Widrigkeiten, die den Terminplan verzögern.

Der Ausbau des Teilstücks zwischen Bahnhof Lammersdorf und Bahnhof Kalterherberg beispielsweise verzögert sich, weil eine Firma, die sich um den Auftrag beworben, ihn aber nicht bekommen hat, Widerspruch bei der Vergabekammer eingelegt hat. „Wir hoffen auf eine Entscheidung noch im Mai”, sagte Manfred Strang im Bauausschuss der Städteregion.

Zudem müssen auf dem Stück zwischen Lammersdorf und Konzen Auflagen der Belgier zum Naturschutz berücksichtigt werden, und zwischen Kalterherberg und Sourbrodt stellen die brütenden Braunkehlchen die Planer vor eine Herausforderung: Sie müssen für die Zeit der Brut eine Alternativroute suchen. „Die ist auch gefunden”, sagte Strang am Mittwoch.

33 Querungsstellen

Die größte Herausforderung aber sind die insgesamt 33 „Querungsstellen”, an denen die künftigen Radtouristen Straßen und Wirtschaftswege kreuzen müssen. An 23 Stellen werden sie Vorfahrt haben, an zehn ist das nicht der Fall. Für die lange diskutierte Querung auf der „Himmelsleiter” (B258) zeichnet sich jetzt aber offenbar eine Lösung ab: Statt einer 500.000 Euro teuren und wahrscheinlich gigantischen Brücke über die Hauptverkehrsader in die Eifel hinweg soll eine etwa 20 Meter lange Unterführung gebaut und zugleich die Himmelsleiter an dieser Stelle entschärft werden, „indem die Kuppe weggenommen wird”, so Strang im Bauausschuss.

Mittel von Bund und Land

Das habe drei Vorteile: Zum einen werde im Zuge dieser Baumaßnahme eine bestehende Gefahrenstelle beseitigt, zum anderen könne die Steigung für die Radfahrer auf drei Prozent reduziert werden, und zum dritten beteiligen sich Bund und Land an den Ausbaukosten. Rund 100.000 Euro müsse die Städteregion dann nur aufbringen, wovon 75.000 Euro bereits für eine Ampel, die dann entfalle, eingeplant seien. Für die teure Brückenlösung dahingegen gebe es keine Bundes- oder Landesmittel. Die Kosten dafür wären allein von der Städteregion aufzubringen, die sich natürlich über die Umlagezahlungen der Kommunen weitgehend schadlos halten würde.

Mit acht Monaten Bauzeit kalkuliert Strang ab dem Zeitpunkt, an dem die Genehmigungen vorliegen. Das Bauwerk könnte also spätestens Ende 2012 fertig sein. Beleuchtet werden soll der Radtunnel übrigens mit Solarleuchten.

Lösung hat nicht nur Freunde

Die Tunnellösung hat nicht nur Freunde. Skeptiker gehen davon aus, dass sich dort bei einsetzender Dämmerung zwielichtige Gestalten einnisten werden. Außerdem bestehe die Gefahr einer „wilden Müllkippe”.

Auch die Entfernung der Kuppe auf der Himmelsleiter ist für viele nicht positv, weil sie befüchten, dass es dort künftig zu „Schussfahrten” ins Tal kommt. Größte Bedenken werden allerdings seit Monaten in Roetgen gegen die bis zur Fertigstellung des Tunnels provisorische Querung an Münsterbildchen geäußert.

Unmittelbar auf dem Scheitel der Himmelsleiter kreuzt der Radweg die stark befahrene Straße. Diese Bedenken werden auch bereits seit Monaten von der Städteregion nicht geteilt. Mit entsprechender Beschilderung und hinreichenden Aufstellflächen für Radfahrer werde man die Situation entschärfen, wird an der Aachener Zollernstraße versprochen.

Pressesprecher Holger Benend: „Wir reden hier definitiv über ein Provisorium!” Eine Vereinbarung über den Tunnelbau mit dem Landesbetrieb Straßen NRW sei in Vorbereitung.
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