Trotz des Gartenfrevels wird riesengroß gefeiert

Von: ast
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Die Ursulinerstraße ist fertig, in einer Woche wird gefeiert, die 1000 roten Luftballons sind schon bestellt: von links die Beigeordneten Gisela Nacken und Annekathrin Grehling, Helmut Falter von der Mayerschen Buchhandlung und Regina Poth, bei der Stadt Aachen zuständig für den Straßenbau. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Es hat eine Weile gedauert, wie üblich in Aachen wurde viel genörgelt und gemeckert, aber jetzt ist das große Fest nicht mehr aufzuhalten: Am 8. Mai wird „Aachens neue Mitte” aus der Taufe gehoben.

Die Stadt als Bauherr und die anliegenden Geschäftsleute als Nutznießer haben sich zusammengetan, um den umgebauten Elisengarten und die als Fußgängerzone hergerichtete Ursulinerstraße zu feiern.

Und sähen es gerne, wenn sich dieses Stückchen Stadt tatsächlich zum Herzen derselben entwickeln würde - wobei es bei aller Euphorie ein ganz spezielles Problem zu geben scheint, das nur schwer in den Griff zu bekommen ist.

Paradoxerweise ist es die stark gestiegene Anziehungskraft des für 2,4 Millionen Euro umgebauten Elisengartens, die für Ärger sorgt: Seit es wärmer geworden ist nach langem Winter, sind es pro Tag mehrere hundert Menschen, die auf den Stufen mitten im Grün, umgeben von 10.000 Krokussen und 3000 Narzissen, für ein Weilchen Platz nehmen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Allerdings mit Folgen: Weil gern gegessen und getrunken wird, sieht es hinterher ziemlich übel aus - am späten Nachmittag liegt massenweise der Müll herum.

Stadtkämmerin Annekathrin Grehling, auch für die Ordnung zuständig, formulierte es noch einigermaßen gnädig: „Es sieht aus wie in einem leeren Kinosaal nach der Vorstellung.” Gefallen lassen will sich die Stadt solches Treiben auf keinen Fall, auch weil sie Vorsatz am Werke sieht : Trotz der vielen zusätzlichen Papierkörbe lassen die Leute ihren Krempel einfach liegen („quer durch alle Bevölkerungsschichten”) , auf sanftes Zurechtweisen durch die Ordnungskräfte reagieren sie vielfach grantig.

So wurde am vergangenen Mittwoch ein Zahn zugelegt, Zivilstreifen sind seither unterwegs. Vorläufiges Fazit: Innerhalb weniger Stunden wurden 60 Verwarnungen ausgesprochen und 18 Gartenfrevler zur Kasse gebeten.

Schon aus personellen Gründen hat die Stadt aber keine Lust, den Elisengarten rund um die Uhr zu beobachten - und die Alternative, alle Naslang die Reinigung kommen zu lassen, ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Grehling-Appell an die Besucher des Elisengartens: Haltet euch an die Spielregeln, die auch anderswo gelten.
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