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Trinkwasserschutz: Aus medizinischer Sicht ist das Abwasser steril

Von: P. St.
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Abwassertechnisch auf dem höchsten Niveau: Die aufgerüstete Kläranlage Konzen im Laufenbachtal. Foto: H. Schepp

Monschau. Die Investitionen, die die Kommunen Monschau und Simmerath in den vergangenen Jahren getätigt haben, sind überwiegend in der Versenkung verschwunden. Will heißen, dass die beiden Eifelkommunen in den zurückliegenden zehn Jahren rund 47 Millionen Euro in die Abwasserbeseitigung gesteckt haben.

Über 350 Kilometer Kanal liegen in den Dörfern, Dutzende von Sonderbauwerken, wie Regenüberlaufbecken, Bodenfilter und zusätzliche Reinigungsstufen kommen hinzu. Welche finanzielle das die die Kommunen und vor allem für den Gebührenzahler, wurde deutlich bei der Abwasserkonferenz diese Woche im Monschauer Rathaus.

Sechs Referenten machten deutlich, dass die gemeinsamen Anstrengungen eindeutig zu einer Verbesserung der Flusswasserqualität geführt haben.

Professor Dr. Wolfgang Firk, Vorstand des Wasserverbandes Eifel-Rur (WVER) in Düren) betrachtete die Leistungsfähigkeit der vier Monschauer Kläranlagen, die allesamt Im Einzugsgebiet des Obersees liegen. Firk erinnerte dabei an Forderungen aus den 80er Jahren, die Phosphoreinträge aus den Kläranlagen zu minimieren. Mit gemeinsamen Anstrengungen sei es gelungen, die Belastungen zu minimieren.

In diesem Zusammenhang ging der Blick auch noch einmal zurück auf die 1991 für 5000 Einwohner gebaute und damals sehr teure Kläranlage Kalterherberg.

Ein größeres Problem stellte in den 90er Jahre allerdings die für 19.000 Einwohner zuständige Kläranlage im Monschauer Rosental dar. Die Anlage an ihrem nicht unkritischen Standort war überlastet und eine Erweiterung im engen Tal erschien unrealistisch, sodass man sich zu einer Ertüchtigung der Kläranlage Konzen entschloss, deren Leistungsfähigkeit von 2500 und 9500 Einwohner zu höhen, Die Ortschaften Imgenbroich und Mützenich wurden von Anlage Rosental abgekoppelt.

Die hochmoderne Membranfilteranlage in Konzen, berichtete Professor Firk, sei inzwischen ein gefragtes Exkursionsziel bei Fachtagungen in der Region, da hier eine Behandlungsdichte (u. a. Bodenfilter und UV-Bestrahlung) des Abwasser erreicht werde, die einmalig in Deutschland sei. Aus medizinischer könne man den Ablauf der Kläranlage in den Laufenbach als „steril”bezeichnen. Damit sei der Bach aber noch lange nicht durch andere Einträge (z.B. Müll), die eine hohe Keimbelastung zur Folge hätten, geschützt.

Die positiven Aussagen unterstrich auch Dr. Frank Jörrens , Laborleiter beim WVER, der zahlreiche Messreigen erläuterte, so auch unter anderem, dass die Phosphorbelastung im Laufenbach deutlich zurückgegangen sei, obwohl sich durch den Ausbau der Kläranlage Konzen die Menge des geklärten Schmutzwassers verdreifacht habe.

Ein wichtiger Baustein im Eifeler Gewässersystem ist auch die Perlenbachtalsperre. Derk Buchsteiner, technischer Werkleiter des Wasserversorgungszweckverbandes erläuterte, dass der 800.000 Kubikmeter fassende Stausee den enormen Jahreszufluss von 45 Millionen Kubikmeter Wasser zu bewältigen habe, doch letztlich nur 3,5 Millionen Kubikmeter für die Rohwasserentnahme verwendet würden.

Zwei Drittel des Einzugsgebietes der Talsperre liegen auf belgischem Gebiet, und Buchsteiner bezeichnete es als „einen Segen für die Zukunft der Talsperre”, dass die Munitionstests der Firma Mecar auf dem belgischen Truppenübungsplatz Elsenborn schließlich nicht genehmigt worden seien.

Fakten zur Abwassersituation in der Gemeinde Simmerath legte Bruno Laschet als Leiter des Bauamtes dar. Obwohl die Kanalisation des Gemeindegebietes (das Netz umfasst eine Länge von 218 Kilometern) praktisch abgeschlossen sei, stünden jetzt mit der Sanierung älterer Kanäle und dem Bemühen um die Reduzierung des Fremdwassers im Kanalnetz weitere Aufgaben an.

„Hausaufgaben gemacht”

Kritik übte Laschet an „übertriebener Bürokratie” durch die Untere Wasserbehörde des Kreises Aachen, beispielsweise bei Anträgen für die Einleitung von Niederschlagswasser. Er wünsche sich, dass auch die Aufsichtsbehörden anerkennen würden, dass die Gemeinde Simmerath mit ihren Partnern „ihre Hausaufgaben gemacht hat.” Das gemeinsam Bestreben müsse in Zukunft auch darauf zielen, die Abwassergebühren für die Bürger zu senken.

Reinhold Thönnessen, des Leiter des Monschauer Planungsamtes, erläuterte, dass man bei allen geforderten Maßnahmen des Gewässerschutzes und der Abwasserbeseitigung in Monschau stets die Verhältnismäßigkeit zwischen Effizienz und Erfordernis im Blick gehabt habe. So habe man in den Jahren 1999 bis 2005 rund 7,5 Millionen Euro in den Abwasserbereich investiert.

Die nachfolgenden Maßnahmen kommentierte Michael Bongard als Leiter der Bauabteilung. Schließlich habe sogar mir der Siedlung Ruitzhof in Monschau auch noch „das Ende der Welt” kanalisiert. Weder hier noch in Widdau gestattete die Aufsichtsbehörde der Stadt trotz harter Widerstände schließlich, diese Bereiche auszusparen.

Vor dem Hintergrund dieser enormen Anstrengungen zog Monschaus Bürgermeister Theo Steinröx das Fazit, dass Monschau und Simmerath „enorme Anstrengungen unternommen hätten, um den gesetzlichen Verpflichtungen nachzukommen. Bei allen weiteren Maßnahmen müsse die Bezahlbarkeit und Abwägung der Notwendigkeit im Vordergrund der Betrachtungen stehen.
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