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Trauernde werden nicht allein gelassen

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Barbara Tucher, Ursula Stollenwerk und Ute Braun (v.l.) wollen mit dem Trauer-Café einen Ort für Hinterbliebene schaffen, der die Möglichkeit bietet, mit anderen Menschen in ähnlichen Lebenssituationen in Kontakt zu kommen und Erfahrungen miteinander zu teilen. Foto: Krömer

Simmerath. Seit dem Jahr 2013 bietet der Ambulante Hospizdienst der Eifeler Caritas im Monschauer Land Begleitung für Schwerkranke und Sterbende an und steht auch den Angehörigen in der letzten Lebensphase als Ansprechpartner zur Seite. Mit dem Tod endete bisher die Unterstützung und Zuwendung für die Angehörigen.

Dann sind sie mit ihrer Trauer allein, empfinden ihr Leben als völlig verändert und wissen nicht recht, wie es weiter gehen soll. Das Umfeld erwartet eine baldige Rückkehr in den Alltag, Traurigkeit und Alltagsroutine scheinen jedoch unvereinbar.

Vor zwei Monaten hat der Ambulante Hospizdienst mit der Eröffnung des Trauer-Cafés in Simmerath einen Ort geschaffen, der Hinterbliebenen einmal monatlich eine offene und unverbindliche Möglichkeit bietet, mit anderen Menschen in ähnlichen Lebenssituationen in Kontakt zu kommen und Erfahrungen miteinander zu teilen.

Das Bedürfnis und die Notwendigkeit wurden beim ersten Treffen sichtbar: 13 Menschen fanden sich in den Räumlichkeiten der Caritas-Tagespflege am Rathausplatz in Simmerath ein. „Mir wurde schnell klar, dass für die Menschen in ihrem neuen Lebensabschnitt, den sie nun allein bewältigen müssen, verständlicherweise ein großer Mitteilungsbedarf besteht. Daher haben wir überlegt, was wir tun können, um sie in dieser Phase zu unterstützen“, erläutert Ursula Stollenwerk.

Ihre Kollegin Barbara Tucher ergänzt: „Es sollte kein Angebot mit therapeutischem Anspruch sein, sondern einfach ein Ort der Begegnung. Denn immer wieder stellen wir fest: Wir brauchen zunächst einmal nur zuzuhören.“

Ursula Stollenwerk und Barbara Tucher aus Simmerath sind beide seit fünf Jahren als Hospizbegleiterinnen tätig. Sie begleiten die Treffen ehrenamtlich und stehen auf Wunsch auch für Einzelgespräche zur Verfügung.

In ihrem Berufsleben waren beide Frauen Krankenschwestern, sie haben reichlich Erfahrung im Umgang mit schwierigen Themen wie Schmerz, Leid und Trauer. Der große Unterschied jedoch ist: „Jetzt haben wir viel Zeit für die Menschen, die wir früher in unserem Dienst nicht hatten. Diese Zeit zu verschenken und da zu sein, das ist uns wirklich ein Herzensanliegen.“

Ute Braun ist hauptamtliche Hospizkoordinatorin der Caritas und ebenfalls als Ansprechpartnerin vor Ort. „Mit dem Café scheinen wir wirklich einen Nerv getroffen zu haben. Tief bewegt nahmen wir beim zweiten Treffen die Sorge zur Kenntnis, das Angebot könnte bei weniger Besuchern wieder eingestellt werden“, berichtet sie. Doch darüber brauche sich niemand Gedanken zu machen: „Unabhängig von der Anzahl ist uns jeder einzelne Gast willkommen“, stellt sie klar.

Das Trauer-Café ist jeden zweiten Samstag im Monat in der Zeit von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Die Gäste werden persönlich von den Ehrenamtlichen in Empfang genommen und begrüßt. Sie bieten einen Gesprächskreis mit meditativem Impuls, anschließend gibt es für alle eine Kaffeetafel in der Eingangshalle.

Das nächste Treffen findet am 13. Februar statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig, jeder ist herzlich willkommen.

Wer Fragen hat, kann sich unter Telefon 02445/8507-216 oder per E-Mail an hospiz@caritas-eifel.de gerne an Ute Braun wenden.

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