Trauer um den langjährigen Konzener Ortsvorsteher Otto Theißen

Von: rpa
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Erst kürzlich hatte der Heimatverein Konzen Otto Theißen zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Foto: R. Palm

Konzen. Otto Theißen ist tot. Der langjährige Ortsvorsteher von Konzen und Lehrer an der Hauptschule in Monschau ist am Abend des Gründonnerstag im Alter von 73 Jahren verstorben.

Sein plötzlicher Tod hat viele Bürger in Konzen und darüber hinaus tief betroffen. Otto Theißen (Jahrgang 1938) war trotz seiner langen und schweren Krankheit bis zuletzt am Konzener Ortsleben interessiert und dafür engagiert.

Erst vor gut zwei Wochen war er als Beisitzer im Vorstand des Heimatvereins wiedergewählt worden. Der Heimatverein hatte ihn erst jüngst auf der Jahresversammlung zum ersten Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Otto Theißen war Gründungsmitglied des Heimatvereins (Verein zur Pflege kultureller und dorfgeschichtlicher Zwecke), er hat als langjähriger Vorsitzender die Geschicke und die Arbeit des Vereins wesentlich geprägt.

Als Stadtverordneter und als Ortsvorsteher hat Otto Theißen die Gegenwart des Dorfes beeinflusst, er hat mit seiner engagierten und weitsichtigen Arbeit vor allem auch die Grundlagen geschaffen für die Zukunft des Dorfes. So hat er deutlichen Anteil daran, dass Konzen aktuell „Golddorf” in der Städteregion Aachen ist und sich für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft” auf Landesebene qualifiziert hat.

Fast 20 Jahre Ratsmitglied

Seit März 1985 bis September 2004 war Otto Theißen Mitglied des Stadtrates in Monschau, in diesen nahezu 20 Jahren hat er uneigennützig und erfolgreich für das Allgemeinwohl gearbeitet, von 1999 bis 2004 war er sogar Vorsitzender der CDU-Fraktion. Im März 1990 wurde er Ortsvorsteher und somit Nachfolger des verstorbenen Ortsvorstehers Josef Henn.

Was ihn als Ratsherr und als Fraktionsvorsitzender auszeichnete, war vor allem sein ausgleichende und versöhnliche Art: Otto Theißen legte stets großen Wert darauf, Streit und Disput zwischen den Fraktionen und den einzelnen Abgeordneten zu entschärfen, dazu hat er auch viele Gespräche außerhalb des Rates und des Rathauses geführt. Seine Stärke war es, so sagt es auch Monschauer früherer Bürgermeister und Otto Theißens langjähriger Weggefährte Theo Steinröx, „zu versöhnen, er war kein Scharfmacher, er suchte stets den Ausgleich”.

Dies war auch eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche kommunalpolitische Arbeit des Monschauer Stadtrates, diese, wenn man so will, „Einheit” des Stadtrates in wichtigen und schwierigen Fragen, war und ist auch ein Grund für das weithin gute Ansehen der Stadt Monschau.

Wichtige Projekte beeinflusst

An einige wichtige Projekte, die Otto Theißen beeinflusst und an denen er mitgewirkt hat, sei hier erinnert: In enger Zusammenarbeit mit Imgenbroich hat er Schwerpunkte gesetzt. Das gemeinsame Gerätehaus der Feuerwehren aus Imgenbroich und Konzen entsprang diesem Wirken, ebenso die Festsetzung des Sportparks im erweiterten Gewerbegebiets-Bebauungsplan. Die Erweiterung des Friedhofes in Konzen mit dem Neubau der Aufbahrungshalle, die Verbesserung der Friedhofswege (1996 bis 2002) gehen auf seine Anregung zurück, ebenso die Vollendung des Dorfplatzes in Konzen (1993).

Weitere Projekte: 1993 bis 1999 die Gestaltung des Bebauungsplanes für das Neubaugebiet Krähwinkel II, die Kanalisation der Bereiche Lutterbach und Harth.

Die besondere Aufmerksamkeit Otto Theißen galt den Vereinen, so unterstützte er diese bei ihren baulichen Eigenleistungen (Jugendräume in Konzen und Imgenbroich, Gymnastikraum in Konzen). Otto Theißen war als Sportler (Leichtathlet) besonders im Sportverein seines früheren Heimatortes Simmerath, bei der Hansa, engagiert, erinnert sei hier vor allem an die Organisation der bundesweit ausgeschriebenen Orientierungsläufe.

Otto Theißen war von Beruf und Berufung Lehrer, zunächst war er Lehrer in Konzen, später dann an der neu eingerichteten Hauptschule Monschau-Roetgen auf der Haag.

So war dann die „Bildung” schon zwangsläufig ein Schwerpunkt in seinem Engagement als Kommunalpolitiker. Gemeinsam mit dem Stadtrat hat er sich für die Erweiterung des St. Michael-Gymnasiums in Monschau eingesetzt, ebenso für die Sanierung „seiner” Gemeinschaftshauptschule wie auch für die Elwin-Christoffel-Realschule (ab 2002).

In den Jahren 2003 und 2004 verwandte er sich nachhaltig für die Einführung der Offenen Ganztags-Grundschulen in Höfen, Konzen, Mützenich und Imgenbroich. Die damit verbundenen Sanierungen stärkten die Grundschulen nachhaltig. Programme für die Sanierung der Straßen, die Erweiterung des Gewerbegebietes, Baugebiete in Mützenich, Imgenbroich, Monschau und Rohren, vielfältige Sanierungen in der Altstadt Monschau, Mitarbeit im Partnerschaftskomitee Monschau-Bourg-St. Andeol waren weitere Schwerpunkte in der kommunalpolitischen Arbeit von Otto Theißen als Vorsitzender der CDU-Fraktion von 1994 bis 2004.

Sein kommunalpolitisches Leben war geprägt von Fleiß, Respekt und vielen Gesprächen. Monschaus früherer Bürgermeister Theo Steinröx würdigt die Arbeit von Otto Theißen: „Die Zusammenarbeit mit ihm war stets von realistischer Problemlösung geprägt. Die Weiterentwicklung Konzens (seit1961 wohnte er in Konzen) lag ihm als Ortsvorsteher stets sehr am Herzen. Er hat sich über die Einrichtung der 4. Gruppe des Kindergartens 1997 durch den Kreis Aachen sehr gefreut, weil so viele Kinder in seinem Heimatort den Kindergarten und danach die Schule besuchten.”

Sportler durch und durch

Otto Theißen war bis zu seiner Erkrankung im Februar 2004 durch und durch Sportler, Radtouren mit Freunden waren eine Leidenschaft, Skilaufen in den österreichischen Alpen eine andere. Otto Theißen hat sich um die Stadt Monschau und um seine Heimat Konzen verdient gemacht, seine zielorientierte Arbeit, seine Freundlichkeit und Zuverlässigkeit, sein Engagement für das Allgemeinwohl, seine Geduld und Art, andere zu motivieren und die Arbeit anderer (ob in der Verwaltung oder im Ehrenamt) ehrlich anzuerkennen und zu würdigen, bewirken Dank und Anerkennung weit über seinen Tod hinaus.
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