Monschau/Höfen - Tränen der Rührung: Singender Hirte im Goldenen Buch

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Tränen der Rührung: Singender Hirte im Goldenen Buch

Von: ag
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Eine ganz besondere Ehre für Reiner und Irmgard Jakobs, ihre Helfer und die Musiker: Mit dem Eintrag in das Goldene Buch würdigte die Stadt Monschau den besonderen Einsatz des singenden Hirten. Foto: A. Gabbert

Monschau/Höfen. Rechnet man die Zeit zusammen, dann hat Reiner Jakobs als singender Hirte in seiner Landschaftskrippe, die er mit seinen Helfern jedes Jahr in der Höfener Pfarrkirche aufbaut, inzwischen knapp drei Jahre verbracht.

Vom Beginn der Adventszeit bis weit nach Weihnachten zieht es ihn täglich in die Kirche, um die Besucher der Krippe mit Gitarre, Mundharmonika, Panflöte und Gesang im herzen zu berühren. Dabei sind die Stunden, Tage, Wochen und Monate nicht mitgerechnet, die er in die Pflege und Vorbereitung investiert. Die Besucher der Krippe honorieren sein Engagement nicht nur mit emotionalen Einträgen in das Gästebuch, sondern auch mit Spenden, die Jakobs an die Kinderkrebsstation im Aachener Uniklinikum weiterleitet. Rund eine halbe Million Euro Spenden hat Jakobs in den vergangenen 22 Jahren bereitgestellt.

Sein besonderes Engagement hat die Stadt Monschau jetzt mit einem Eintrag in ihr Goldenes Buch gewürdigt. Im Tapetenzimmer des Hauses Troistorff hatten sich Jakobs Krippenbauteam, die Musiker, die ihn regelmäßig unterstützen, die Ortsvorsteher aus Höfen und Kalterherberg, Prof. Dr. Rolf Mertens von der Kinderkrebs-Station, Marlis Hambrücker als Vorsitzende des Förderkreises der Kinderkrebsstation und zahlreiche weitere Ehrengäste versammelt, um dem Festakt beizuwohnen.

Dieser wurde zu einer emotionalen Angelegenheit, bei dem nicht nur der Geehrte das ein oder andere Tränchen vor Rührung verdrückte. „Wir in Monschau sind glücklich, dass Sie mit Ihrem Engagement als singender Hirte in der Höfener Kirche ein wahrer Monschau-Botschafter für christliche Werte, Besinnung und Nächstenliebe sind. Wir freuen uns, mit dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Monschau eine weitere Würdigung Ihres Lebensweges aussprechen zu dürfen“, sagte Bürgermeisterin Margareta Ritter in ihrer Ansprache.

Reiner Jakobs habe sich weit über Monschau hinaus Verdienste erworben, die im Jahr 1993 mit der Ehrenplakette des Landrates in Silber und im Jahr 2006 mit der Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland bedacht wurden. Auch die Stadt Monschau habe ihn 2001 mit der Ehrenamtsplakette geehrt, und 2012 habe er von der Städteregion den Stifterpreis für Ehrenamtliches Engagement erhalten.

Jakobs Helfer und Freunde hatten auch die Urkunde der Ehrung mitgebracht, die der singende Hirte zuletzt erhalten hatte. „Der heilige Vater Franzikus erteilt Reiner Jakobs und Familie von Herzen den apostolischen Segen und erbittet die Fülle der göttlichen Gnaden“, ist darauf zu lesen. „Als wir diese Post bekamen, hatte er wirklich keine Worte mehr“, erklärte Jakobs Ehefrau Irmgard.

Auch sie wurde von allen Rednern an diesem Tag besonders gewürdigt. „Wir sind glücklich, Dir helfen zu können. Ohne Dich geht es nicht. Aber was wärst Du ohne Irmgard“, sagte etwa Karl-Heinz Pontzen aus dem Krippenbauteam. Da die Eheleute Jakobs nicht gerne allein im Mittelpunkt stehen, durften sich auch das Helferteam und die Musikerfreunde im Goldenen Buch auf der gegenüberliegenden Seite eintragen.

Die Redner schilderten viele Situationen an der Krippe. Prof. Dr. Rolf Mertens sprach von Fanclubs aus Belgien und Karl-Heinz Pontzen von glücklichen Kinderaugen und vor Rührung weinenden Menschen. „Worte sind dafür zu wenig“, urteilte Mertens über das Engagement des singenden Hirten. „Wir Höfener wissen, was Du sonst noch in all den Jahren geschaffen hast. Reiner wir sind stolz auf Dich“, sagte Höfens Ortsvorsteher Peter Theissen.

Die Bürgermeisterin stellte fest: „Sie haben mit Ihrem Einsatz Ihren Beitrag für eine bessere Welt geschaffen.“ Im Namen der an Krebs leidenden Kinder und ihrer Eltern bedankte sich Marlis Hambrücker: „Sie haben mit Ihrem Engagement viel Not lindern können.“

Zur Feier des Tages hatten die Gäste einige Geschenke mitgebracht. Ein Bild, das Manfred Hilgers von dem singenden Hirten gemalt hat, soll bald im Höfener Nationalparktor aufgehangen werden. Jakobs Musikerfreunde hatten ihre Instrumente mitgebracht und stimmten ein Stück an, bevor der singende Hirte schließlich mit zitternder Stimme selbst das Wort ergriff: „Dat Kalle is net mi Ding, hätt ich jetz en Jittar, dann wöd ich et üch senge.“

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