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Tradition und Überlieferung: Kinder lernen Kirmeslied

Von: V.M.
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Mit Rolf von Contzen und Rolf
Mit Rolf von Contzen und Rolf Fast (hinten) macht das Singen Spaß: Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen proben die Kleinen ein traditionelles Kirmeslied für den kommenden Umzug in Monschau. Foto: V. Monterey

Monschau. „Es ist mir ein Bedürfnis, dass dieser Brauch erhalten bleibt”, sagt Rolf von Contzen, erster Vorsitzender des Vereins der Kolpingfamilie. Am Mittwoch stattete er gemeinsam mit Rolf Fast der katholischen integrativen Kindertagesstätte St. Ursula in der Kirchstraße einen Besuch ab und übte mit den Kleinen ein Lied zur Kirmes ein.

Gemeinsam mit den Erzieherinnen versammelten sich 16 Kinder zwischen drei und sechs Jahren in der kleinen Turnhalle und übten fleißig das Kirmeslied, eine alte Überlieferung, die einst von Pejo Weiß schriftlich festgehalten wurde. Der rheinische Dialekt erforderte die eine oder andere Übersetzung, aber das Singen zu den Klängen von Fasts Gitarre war ganz einfach.

In einer Pause gab es darüber hinaus noch Milchkühe, blaue Schlümpfe und Schokoladenbonbons bis der Text des lustigen Kirmesliedes saß.

„Es ist ein uraltes Lied, erklärt von Contzen, „und wurde schon vor dem ersten Weltkrieg gesungen”. Den Kleinen brachte die Gesangsstunde sichtlich Spaß, erst recht als man sich zu einer Polonaise aneinanderreihte und mit den Gästen durch die Turnhalle tänzelte. „Ich finde das Lied schön”, beteuert der fünfjährige Marten Skrok. Er will am kommenden Freitag mit Papa zum Umzug gehen und mitsingen.

Der Verein der Kolpingfamilie Monschau mit rund 91 Mitgliedern ist Teil des Kolpingwerkes Deutschland, einem Verein mit insgesamt 270.000 Mitgliedern in 27 Diözesanverbänden.

Das soziale Netzwerk versteht sich als Glaubens-, Bildungs- und Aktionsgemeinschaft, der es am Herzen liegt, das Gemeindebild und die Lebensverhältnisse der Menschen positiv zu prägen. Dazu gehört auch, solch alte Lied-Traditionen fortzusetzen, die sonst verloren gingen.

Der christliche, sozial tätige Verein ist nunmehr 153 Jahre alt und engagiert sich, wo er kann. Einst leistete er soziale Aufbauarbeit bei den Handwerksgesellen, heute „engagiert er sich in allen sozialen Bereichen”, stets unter dem Motto „verantwortlich Leben, solidarisch handeln”, egal ob es Jung oder Alt beträfe, erklärt von Contzen und hat sichtlich Spaß, noch eine Runde Süßigkeiten zu verteilen.

Auch die Leiterin der Einrichtung, Nadine Kirch, teilt die Meinung, dass solche Traditionen immer mehr verloren gingen, wenn man sie nicht pflegte. Mit insgesamt zehn Personen, Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen, Physiotherapeuten und Logopäden kümmert sie sich um die Kleinen, um „Regelkinder” und Kinder mit Beeinträchtigungen, und sorgt für ein liebevolles Miteinander.

Die Kindertagesstätte blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Bereits im Jahre 1842 wurde die „Kinderverwahrschule Montjoie” ins Leben gerufen, damals, als es weder Häuser auf der Haag, auf dem Kierberg oder auf dem Hargard gab. In jenem Jahr wurden allein 100 Kinder geboren, 400 besuchten die Volksschule.

So richtete der „Aachener Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit” einen Kindergarten in dem heutigen Bischof-Vogt-Haus für die „unteren handarbeitenden Klassen” (also die Fabrikkinder) ein und sorgte für den „Erwerb eines frommen, religiösen, heiteren Sinnes, auf die Erwerbung einiger Kenntnisse und Fähigkeiten und auf Gewährung an Ordnung, Reinlichkeit und Verträglichkeit”.

Schon damals machte sich der Kaufmann und Gründer der Verwahrschule, David Hansemann, mit seinem Verein Gedanken um die Erziehung der Jugend. „Spiele und Beweglichkeit in frischer Luft sollten Leib und Seele gesund halten”. Kaum anders als heute.


Am 24. September, von 10.30 bis 14.00 Uhr, lädt die Kindertagesstätte zu einem „Tag der offenen Tür” ein. Neben der Besichtigung der Einrichtung und Information über die integrative, pädagogische und organisatorische Tätigkeit bieten eine Kreativwerkstatt, Bewegungsspiele und ein leckeres Buffet ein großes Rundumangebot für Groß und Klein.
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