Monschau - Ton zwischen Monschau und Aachen wird rauher

Ton zwischen Monschau und Aachen wird rauher

Von: hes
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Die Fahrt zur Arbeit und nach
Die Fahrt zur Arbeit und nach Hause gerät aus der Monschauer Straße für die vielen Berufspendler täglich zur Geduldsprobe, was auch der Ampelschaltung in Oberforstbach geschuldet Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Der Ton wird rauher zwischen der Stadt Aachen und der Stadt Monschau, die beim Oberzentrum ihr Interesse am Ausbau der Monschauer Straße vor den Toren Aachens angemeldet hatte.

Vor allem für die Berufspendler, aber auch für den Tourismus sei eine gute Anbindung an die Autobahn und an die Stadt Aachen zwingend notwendig und ein Ausbau vor allem der Monschauer Straße unabdingbar, hatte sich der Rat vor Jahresfrist an die namensgebende Kommune der Städteregion gewandt.

Deren Verwaltungschef antwortete der Stadt Monschau nun schriftlich und begründete, warum die vom Landesbetrieb Straßenbau vorgelegten Ausbaupläne verworfen worden seien. „Der Brief meines Kollegen war sehr freundlich, den Inhalt kann ich allerdings nur schwer akzeptieren”, gab Bürgermeisterin Margareta Ritter in der letzten Ratssitzung des Jahres zu. Ritter kündigte eine „passende Antwort” an und zitierte aus dem längeren Schreiben des Kollegen nur einige Schlagworte, die den Ratsvertretern aber schon genügten, um ihrerseits in klaren Worten Stellung zu beziehen.

Die Bürgermeisterin zitierte aus dem Schreiben von Marcel Philipp, dass dieser „Verständnis für die Position der Eifelkommunen” habe, es letztlich aber schwerwiegende Gründe gebe, den Ausbau der Hauptverkehrsverbindung nicht in dem Maße voranzutreiben wie vom Landesbetrieb geplant. So hätten Messungen gezeigt, dass die Zahl der Fahrzeuge in diesem Bereich in den nächsten Jahren eher stagniere denn zunehme. „Problematisch” sei laut OB Philipp bei einem Ausbau, „dass sich die lufthygienischen Bedingungen im Aachener Talkessel und im Innenstadtbereich” deutlich verschlechtern würden. Was die Monschauer Ratsvertreter besonders auf die Palme brachte, war der Hinweis des Aachener Oberbürgermeisters, die Pendler mögen verstärkt „auch andere Verkehrsarten berücksichtigen” und den Öffentlichen Personennahverkehr nutzen, darauf liege auch in der Stadt Aachener Verkehrspolitik ein Hauptaugenmerk der Zukunft.

Alexander Lenders (CDU) hatte kein Verständnis für die Ausführungen des Parteikollegen aus der Kaiserstadt. Der Landesbetrieb habe eine gute und fertige Planung vorgelegt, die dann von der Stadt Aachen zurückgefahren worden sei. „Dabei ist die Lufthygiene doch wohl am schlechtesten, wenn der Verkehr steht, und nicht, wenn er rollt”, so Lenders.

Der Monschauer Städteregionsvertreter sprach von einem „sehr unfreundlichen Ton” zwischen Stadt und der Städteregion und staunte über die Aachener Haltung: „Jedes Oberzentrum bemüht sich, sein Umland zu gewinnen und anzuziehen, ob als Kunden oder Arbeitnehmer. In Aachen sind wir offenbar unerwünscht”, sagte Lenders und plädierte für einen „vernünftigen Ausbau der Monschauer Straße im Sinne des Landesbetriebs Straßenbau”.

Mathar: Problem Pascalstraße

Gregor Mathar erinnerte den Oberbürgermeister daran, dass die Stadt Aachen mit dem Gewerbegebiet Pascalstraße selbst zur Überlastung der Monschauer Straße beigetragen habe. Und der SPD-Sprecher hat beobachtet, „dass selbst die Arbeitnehmer aus der Stadt Aachen mit dem Pkw und selten mit dem ÖPNV in dieses Gewerbegebiet zur Arbeit fahren”.

Auch Manfred Schneider (CDU) hat Bedenken, dass eine verstärkte Nutzung des Busangebots das Problem lösen könne: „Ich bin von Kalterherberg aus schneller mit dem Auto in Köln als mit dem Bus in Aachen.”

Und Franz Müller erinnerte daran, dass die Monschauer Straße ja letztlich auch den gesamten Zuflußverkehr zur Autobahn aus Richtung Süden transportieren müsse, also nicht nur Pendler betroffen seien, die in Aachen arbeiten.

„Entweder bin ich Oberzentrum oder ich bin Provinzstadt”, fand Bürgermeisterin Margareta Ritter deutliche Worte zur buchstäblich verfahrenen Situation.

Mit der Antwort aus Monschau geht der politische Schlagabtausch in die nächste Runde, wenn auch ohne große Erfolgsaussichten für die Umlandinteressen. Denn die Monschauer Straße ist und bleibt Aachener Stadtgebiet.
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