Aachen - Tivoli: Filmfans trotzen Kälte und Regen

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Tivoli: Filmfans trotzen Kälte und Regen

Von: Thomas Vogel
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Knapp 10 000 Kinofans sahen in
Knapp 10 000 Kinofans sahen in den vergangenen zwei Wochen die Filme auf der Großleinwand im Tivoli. Die Veranstalter werten das als Erfolg und denken an eine Fortsetzung im nächsten Jahr. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mieses Sommerwetter als Super-Gau - für eine Open-Air-Veranstaltung ist das absolut plausibel. In den vergangenen beiden Wochen hatten Kinobetreiber Leo Stürtz und der Rotary-Club Aachen-Nordkreis beim Open-Air-Kino im Tivoli mit dieser ungünstigen Konstellation zu kämpfen.

Mit den überdachten Plätzen des neuen Alemannia-Stadions konnten die Veranstalter aber einen Trumpf aus der Tasche ziehen. Und der hat bei vielen Filmfans gestochen.

Knapp 10.000 Besucher wollten die Filme dort sehen, wo sonst die Alemannen kicken. Über die größte aufblasbare Leinwand der Welt - sie bringt es auf eine Projektionsfläche von 600 Quadratmeter - flimmerten aktuelle Streifen wie „Ziemlich beste Freunde”, aber auch Klassiker à la „Gran Torino”. Die 680 Helferstunden, die dabei von den Rotariern geleistet wurden, hätten in regulärer Arbeit rund 10 200 Euro gekostet.

Diese Summe wurde kurzerhand zum erklärten Ziel des Unternehmens Freiluft-Lichtspiel, was die Spende an die Hilfsaktion unserer Zeitung, „Menschen helfen Menschen”, betrifft. „Wir sind nah dran, das zu schaffen”, erklärte Stürtz. Klarheit gibt es, sobald die Endabrechnung steht. Das wird eventuell Ende der Woche sein, sagte der amtierende Präsident des Rotary-Clubs Aachen-Nordkreis, Guido Molls. Derzeit laufen Gespräche mit einigen Beteiligten, um vielleicht noch ein paar Euro mehr für den guten Zweck herauszuholen. Gelohnt hat sich das Open-Air-Kino in Molls Augen aber schon jetzt: „Ich bin selbst fast jeden Abend da gewesen. Die Atmosphäre war fantastisch.”

Anzeiger für Tops und Flops waren die leeren Sitze im Business-Bereich auf der Westtribüne. Bei den Publikumslieblingen, „Ziemlich beste Freunde”, „Ice Age 4” und der Sneak Preview, bei der der Film „Ted” gespielt wurde, blieb kein Platz unbesetzt. Auf „Fast & Furious Five” hatten die wenigsten Lust. Lediglich 230 von 1200 Karten wurden für den Actionfilm mit viel Reifenabrieb verkauft. Dafür ist etwas anderes bei den Gästen auf besondere Gegenliebe gestoßen. Markus Krieger, Leiter des Veranstaltungsmanagements bei der Alemannia: „Die Currywurst war ein großer Renner, die ist bei jeder Vorstellung gut gelaufen. Aber den Geruch nach Popcorn gab es natürlich auch”. Sogar kulinarisch also eine gelungene Melange aus Fußball und Kino.

Über zu wenig Action auch abseits der Leinwand konnten sich die Macher nicht beschweren. Schuld daran war nicht zuletzt ein ausgeliehener Stromverteiler. Der hat Feuchtigkeit gezogen und den Dienst quittiert. Folge: ein Gebläseausfall. Die größte aufblasbare Leinwand der Welt fiel in sich zusammen. Zu allem Überfluss kam sie unglücklich auf der Bande auf und zog sich ein größeres Loch zu. Zwei Männer waren nötig, um den Schaden von innen zu schweißen.

Zum Glück mussten wegen des Unfalls nur wenige Besucher, die zudem noch sehr verständnisvoll reagierten, auf die deutsche Komödie „What a Man” verzichten. Zum Trost gabs neben der Rückerstattung des Eintrittspreises für jeden eine Freikarte. Am vergangenen Samstag um 21.15 Uhr klingelte dann bei Stürtz das Telefon. Am anderen Ende der Leitung meldete sich die Feuerwehr, um vor einem Unwetter zu warnen. Prompt wurde der Ordnerdienst neu positioniert und auf dem Parkdeck Ausschau nach dem Unwetter gehalten. Nach 20-minütigem Starkregen war der Spuk vorbei, und das Programm wurde fortgesetzt.

Dass es vielleicht zu Pannen kommen würde, darauf hatten sich die Veranstalter eingestellt. „Für uns ist das ein Lernprozess”, machte Leo Stürtz deutlich. Schließlich war es die erste Aktion dieser Art in Aachen. Die Chancen stehen allerdings gut, dass es nicht die Letzte war.

Eine Neuauflage ist laut Guido Molls wieder für die Sommermonate im nächsten Jahr geplant. Natürlich nur, wenn die Schwarz-Gelben das Okay geben. Die werden sich mit Stürtz zusammensetzen und die Sache besprechen. „Das soll schon seinen Platz in Aachen bekommen”, erklärte Krieger. Auch Stürtz selbst hat „intensiv angedacht”, das Open-Air-Kino fortzuführen. Ideen und Konzepte, das Erlebnis in Zukunft noch attraktiver zu gestalten gibt es schon ein paar.
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