Tiefsinnig: Liederabend in der Monschauer Schlosskapelle

Von: V.M.
Letzte Aktualisierung:
Vor allen Dingen die beiden Ko
Vor allen Dingen die beiden Komponistinnen Ilse Fromm-Michaelis und Fanny Hensel schienen in der Monschauer Schlosskapelle wie für die Stimme von Dorothea Craxton geschrieben. Foto: V. Monterey

Monschau. Mit Werken von Robert Schumann, Johannes Brahms, Fanny Hensel, Hugo Wolf, Ilse Fromm-Michaelis, Edvard Grieg und Alban Berg sowie mit klassischen Gedichten präsentierte sich das Duo Dorothea Craxton (Sopran) und Ingeborg Gäb (Klavier) mit Gabriel Craxton jetzt in der Schlosskapelle in Monschau, eine gelungene Mischung aus Liedvortrag und Gedichtlesung zum Thema Frühling.

„Das Programm ist ein Gemeinschaftswerk von uns Dreien”, erklärte der 22-jährige Gabriel Craxton, der fünf Gedichte vortrug, nämlich von Hermann Hesse, Friedrich Gottlieb Kloppstock, Matthias Claudius, Erich Kästner und Heinrich Heine, wobei ihm letzteres, „Ich steh auf des Berges Spitze”, am meisten am Herzen liege.

Nach einer herzlichen Willkommensansprache Pfarrer Bentzins an die knapp 60 anwesenden Gäste begann der rund 75 Minuten dauernde Liederabend mit dem Titel: ”Frühling lässt sein blaues Band...” in der kleinen Schlosskapelle mit guter Akustik.

Die Zusammenarbeit von Ingeborg Gäb und Dorothea Craxton besteht seit dem Jahre 2001. Ihre Idee war es, ”den Frühling, mit all seinen Facetten darzustellen”, so Craxton, mit Liebe, Leid, Freude, dem Erwachen der Natur, mit sowohl Tiefsinnigkeit als auch Melancholie.

Mit den ausgewählten Liedern, insbesondere von Fanny Hensel, der Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy überzeugte das musikalische Duo das anwesende Publikum. Die Lieder von Fanny Hensel lägen der Sopranistin besonders am Herzen, ”diese interessieren mich persönlich sehr”, erklärte Craxton, stark daran interessiert, die vielen unveröffentlichten Lieder bekannt zu machen.

Der Komponistin der deutschen Romantik, Fanny Hensel, Enkelin des berühmten jüdischen Philosophen Moses Mendelssohn entstammte einer hochtalentierten Musikerfamilie, dennoch gestattete es ihr Vater nicht aus ihrem Talent einen Beruf zu machen. Sie schrieb allein 250 Lieder für Singstimme und Klavier, von denen bis heute nur 60 veröffentlicht wurden. Die handgeschriebenen Blätter stammen aus der Staatsbibliothek Berlin.

Am Sonntag trug Craxton neben dem beliebten „Schwanenlied, Opus 1,1” mit dem Text von Heinrich Heine, „Ich kann wohl manchmal singen (Joseph Freiherr von Eichendorff), dem Maienlied (Eichendorff), die beiden bisher unveröffentlichten Lieder „In der Ferne” und „Maigesang” (Texte von Ludwig Hölty) vor. Eine zweite Komponistin läge ihr ebenfalls am Herzen, Ilse Fromm-Michaelis, die einst zur entarteten Kunst gezählt wurde.

Auch sie spielte, ebenso wie Hensel schon als Kind Klavier und begann mit 13 Jahren eine Ausbildung an der königlichen Hochschule für Musik in Berlin. Als Ehefrau eines Mannes jüdischer Herkunft wurden ihre Auftritte oder das Spielen ihrer Werke verboten. So konzentrierte sie sich auf das Komponieren und Unterrichten.

Der hiesige Abend gefiel den Besuchern sehr gut: „Fabelhaft”, „ungekünstelt”, „sympathisch” hieß es in der Pause. „Mir hat es sehr gut gefallen”, bestätigte auch Dr. Ulrich Albert in der Pause, „insbesondere die klare Stimme der Sopranistin.”

Tatsächlich schienen die Lieder der beiden weiblichen Komponistinnen wie für die Konzertsängerin geschrieben. Sie schloss 1989 ihr Studium in Köln ab und ist heute mit einem umfassenden Programm als Sopranistin tätig. Ihr Sohn, Gabriel Craxton studiert derzeit Musik und Deutsch auf Lehramt und überzeugte mit seinem klaren Gedichtvortrag bekannter Literaten.

Ingeborg Gäb studierte am Robert-Schumann-Institut in Düsseldorf. Gäb spielt abwechselnd in verschiedenen Kammermusikbesetzungen und genießt einen ausgezeichneten Ruf am Cembalo als Continuospielerin. Das musikalisch-literarische Trio wurde mit großem Beifall belohnt. Die Idee, in der Schlosskapelle Konzerte und Lesungen zu veranstalten, wurde abermals begrüßt.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert