Theo Steinröx geht nach zehn Jahren in den Ruhestand

Von: Peter Stollenwerk
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Das Monschauer Rathaus war 10 Jahre lang der Arbeitsplatz von Theo Steinröx: Der erste hauptamtliche Bürgermeister der Stadt Monschau geht nun in den Ruhestand. Foto: P. Stollenwerk

Monschau. Große Abschiedsszenen liegen ihm nicht, und auch nicht die Showbühne. Theo Steinröx, der 1999 zum ersten hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Monschau gewählt wurde, wird am Freitag wie gewohnt das Rathaus betreten, gezielt auf seinen Arbeitsplatz zusteuern und noch ein paar Restarbeiten erledigen.

Nach 10-jähriger Amtszeit endet für den 60-Jährigen heute das Berufsleben.

Offiziell ist zwar erst mit der konstituierenden Sitzung des neues Stadtrates am 26. Oktober der Schlusspunkt erreicht, aber der angehäufte Urlaub wird bis dahin abgebaut. Außerdem findet er, dass nach der Kommunalwahl die Ärä Steinröx enden soll, um seiner Nachfolgerin Margareta Ritter das Feld zu überlassen.

Eigentlich hatte Theo Steinröx noch eine dritte Amtszeit anhängen wollen, jedoch veränderten gesundheitliche Gründe seine weitere Lebensplanung.

Dass ihm nach einer intensiv geführten Amtszeit als Bürgermeister einige Weggefährten auf die Schulter klopfen werden, wird sich nicht vermeiden lassen, aber Theo Steinröx hält es trotzdem lieber mit der Bescheidenheit und seiner Interpretation der Amtsführung: „Ich habe meine Aufgabe immer darin gesehen, für die Stadt Monschau zu werben und kämpfen.”

Dafür war ihm kein Termin zu spät oder weit, und so mancher Mitarbeiter im Kreishaus, bei der Bezirksregierung oder der Landesregierung dürfte die hartnäckigen Besuche des Monschauer Bürgermeisters in nachhaltiger Erinnerung behalten. Er habe immer versucht, stabile Netzwerke über den Tag hinaus aufzubauen, „denn was heute Opposition ist, kann morgen Regierung sein.”

Steinröx hat an sein Handeln stets einen hohen Maßstab angelegt: „Man wird als Bürgermeister daran gemessen, was umgesetzt wird und nicht daran was angekündigt wird.” Dieses Prinzip möchte er am liebsten auch einigen Kommunalpolitikern ins Stammbuch schreiben.

Nicht anders hat Theo Steinröx auch 1999 und 2004 (wo er mit fast 70 Prozent wiedergewählt wurde), seinen Wahlkampf geführt. „Ich habe immer versucht, Vertrauen aufzubauen, und den Bürgern auch klar gesagt, was nicht geht.” Und kategorisch hat er stets den gut gemeinten Ratschlag seiner Parteifreunde abgelehnt, Wahlplakate aufzuhängen. „Ich habe mich lieber mitten in der Bevölkerung aufgehalten anstatt an jedem Laternenmast zu hängen.”

Seine Bodenständigkeit und Ehrlichkeit haben ihm die Menschen stets abgenommen. Diese Eigenschaften mögen es auch gewesen sein, die den damaligen Konzener Ortsvorsteher Josef Henn im Jahr 1979 aktuvierten, Theo Steinröx für die Kommunalpolitik zu gewinnen. So gelangte der 30-Jährige als CDU-Direktkandidat in den Stadtrat. An seine erste politische Aktivität kann er sich noch genau erinnern: Es war eine Anfrage zur Ansiedlung des Allkaufs in Imgenbroich.

In seinem politischen Leben in Stadtrat und Kreistag gab es für den Konzener Kommunalpolitiker eine Vielzahl prägender Begegnungen; er nennt die beiden Ehrenbürger Herbert Isaac und Hans Georg Weiss, den früheren Stadtdirektor Helmut Etschenberg, Bürgermeister Dieter Franken, wie auch seinen Parteifreund Hans-Josef Hilsenbeck aus Simmerath. Respekt zollt er aber auch anderen politischen Weggefährten, wie Hubert Paulus und Helmut Fink von der SPD oder FDP-Mann Karl Hermanns.

Als Bürgermeister hat Theo Steinröx erfahren müssen, dass man nur „mit klarer Verantwortung und einer klaren Linie” zum Ziel kommt, denn der „Idealzustand, dass alle zufrieden sind”, sei nicht zu erreichen. „Das ist ein Traum.” Steinröx hat für die Stadt an allen Fronten gekämpft und dabei erkannt, „dass das Zeitfenster der Chancenausnutzung oft nur ganz kurze Zeit geöffnet ist.”

Wenn der scheidende Bürgermeister seine persönliche Bilanz zieht, dann ist er nicht unzufrieden. Er sieht Monschau als Schulstadt gestärkt und die Entwicklung der Dörfer durch Ausweisung neuer Baugebiete auf einem guten Weg. Als beachtlichen Erfolg wertet es Steinröx, dass es gelungen sei, die Abwasserentsorgung in der Stadt neu zu regeln, und verhindert wurde, dass der Sammler aus der Rur in die Stadtstraße gelegt wurde. „Das hat viel Kraft gekostet.”

Gegen Widerstände anzukämpfen, war Theo Steinröx nie fremd, ja mitunter sogar eine sportliche Herausforderung für den früheren Vorsitzenden des TV Konzen.

Aber nicht alle Ziele wurden erreicht: Durch die Hartz IV-Gesetzgebung habe Monschau „wahnsinnig viel Geld verloren.”

Ob nun der beschlossene und für die Stadt sehr teure Schwimmhallen-Neubau, der Ausbau der B258 oder die Belebung der Altstadt: „Es gibt noch viel tun”, sagte Theo Steinröx, „aber die Lösung dieser Aufgaben traue ich meiner Nachfolgerin zu.”
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