Aachen - Theater geht schweren Zeiten entgegen

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Theater geht schweren Zeiten entgegen

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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In wenigen Wochen geht der Vorhang im Theater Aachen wieder auf: Für die neue Spielzeit gibt es seit Mittwoch auch einen gesicherten Wirtschaftsplan. Doch der kann kaum darüber hinwegtäuschen, dass dem Haus schwere Zeiten bevorstehen. Foto: Günther Paulsen

Aachen. Hoffen und Bangen am Theater Aachen. Wenige Tage vor der Wahl versuchen alle Ratsfraktionen zwar noch, den Ball flachzuhalten, doch schon zeichnet sich ab, dass die allgemeine Finanz- und Wirtschaftskrise auf Aachens wichtigste und teuerste Bühne durchschlagen wird.

Deutlich machte dies nicht zuletzt der Einspruch der Kämmerin gegen den Wirtschaftsplan für die neue Spielzeit, der in der Sommerpause hektische Nachbesserungen erforderlich machte.

Seit Mittwoch - immerhin - hat das Theater einen genehmigten Wirtschaftsplan für 2009/10. Er trägt auch die Handschrift der Kämmerin Annekathrin Grehling und sendet das Signal aus: Über die veranschlagten 15 Millionen Euro hinaus, die sich die Stadt ihr Theater jährlich kosten lässt, sollen keine weiteren Zuschüsse fließen.

Ein zunächst von der Theaterleitung veranschlagtes zusätzliches Defizit von 411.000 Euro wurde herausgerechnet - teils, indem höhere Einnahmen veranschlagt werden, teils, indem bei den Personalkosten gespart wird.

Rein formal steht nun sogar ein kleines Plus von 27.000 Euro im neuen Theaterhaushalt.

Die Stimmung von Theaterchef Michael Schmitz-Aufterbeck und Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch kann dies dennoch nicht aufhellen. Bereits im Frühjahr hatten beide erklärt, dass Einsparungen ohne Qualitätseinbußen im Hause nicht mehr möglich seien.

Genau diese Einsparungen aber werden von ihnen weiterhin erwartet. Mehr noch: Auch Defizite aus den beiden vorhergehenden Spielzeiten müsse das Theater selber abtragen. Wie hoch die sind, kann derzeit offenbar noch niemand sagen, zumindest will sich niemand dazu äußern.

Gleichwohl zeigten sich die Politiker aller Fraktionen erleichtert, dass die im September beginnende neue Spielzeit nun gesichert ist. CDU, SPD, Grüne, FDP und auch die Linke unterstrichen in einer Sondersitzung des Theaterausschusses einhellig, was der Vorsitzende Hubert Bruynswyck (CDU) so ausdrückte: „Wir wollen das Theater nicht in Gefahr bringen und so, wie wir es heute vorfinden, erhalten.”

Dass die Krise erheblich und die Risiken groß sind, hätten die Politiker am Mittwoch am liebsten verschwiegen, doch die neue Ratsmehrheit wird spätestens im nächsten Jahr deutlich machen müssen, wie das Aachener Theater der Zukunft aussehen soll.
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