Teamgeist statt Starkult auf der Bühne

Von: Sarah Sillius
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Sie geben professionelle Hilfe: Theaterfachleute und Organisatoren der Schultheatertage. Foto: A. Schmitter

Aachen. „Es geht hier nicht um die Stars von morgen”, sagt Uwe Brandt über die 6. Schultheatertage der Städteregion. Der Intendant des Grenzlandtheaters hält nichts vom Starkult, der derzeit die Fernsehprogramme der jungen Zielgruppe dominiert. So etwas soll es auf der Theaterbühne nicht geben. „Das Theater ist einer der letzten magischen Räume”, erklärt er. „Beim Schülertheater soll es um Teamgeist, Ehrgeiz und Disziplin für eine gemeinsame Sache gehen.”

Das Grenzlandtheater ist eine der vielen Spielstätten in der Städteregion, deren Bühnen in den nächsten Wochen rund 1800 Schüler stürmen werden. Es sind eigene Produktionen, welche die 51 teilnehmenden Schulen aller Formen mit großer Begeisterung vorbereitet haben. Künstlerische Vorgaben gab es dabei von Seiten der Organisatoren keine. „Vielfalt war sogar gewünscht”, sagt Elke Kunst vom Schulamt der Städteregion. Zusammen mit Jutta Kröhnert von der Aachener Kultur- und Theaterinitiative (AKuT e.V.) hat sie das Projekt im Jahr 1998 ins Leben gerufen. Das Festival wird nun gemeinsam vom Bildungsbüro und vom Schulamt der Städteregion sowie AKuT organisiert.

Die Bandbreite an theatralen Darstellungen und künstlerischen Allianzen ist diesmal groß: Musicals, Tanzprojekte, Zirkus und Improvisationstheater stehen auf dem Programm. Bei der Einübung der Stücke wurden die Kinder und Jugendlichen nicht nur von ihren Lehrern, sondern auch von professionellen Theaterleuten aus der Region unterstützt.

Die Kinder der Grundschule Pannesheide in Herzogenrath haben bei ihrem Stück „Findus und der Hahn im Korb” Unterstützung vom Schauspieler Fredrik Jan Hofmann erhalten. Er zeigte ihnen, wie man auch ohne großes Schauspieltalent auf der Bühne glänzen kann. „Die Kinder haben selbst Dialoge entwickelt und Regieanweisungen geschrieben”, sagt Martina Bruns, Lehrerin an der Grundschule Pannesheide. Zusammen mit ihrer Kollegin Anja Terodde und den Kindern hat sie aus dem beliebten Kinderbuch „Peterson und Findus” von Sven Nordqvist eine eigene Bühnenfassung entwickelt.

Wie Kunst und Schauspiel miteinander Ping-Pong spielen können, das zeigt das Projekt „2010 oder Plastisches Gestalten in Bewegung”. Es wurde an der OGGS Stolberg-Breinig zusammen mit Lehrerin Eva Weissenböck und der Künstlerin Anke Wolf entwickelt. „Die Kinder haben in einer Projektwoche Biografien von Menschen aus der ganzen Welt gelesen und daraus Figuren gebaut”, berichtet Weissenböck. „Bei der Vorstellung erwachen diese Gestalten in Form eines Stationstheaters zum Leben.”

Die Kostümbildnerin Anja Setzen hat beim Stück „Die Zauberschule der Raben” an der Aachener Hauptschule Drimborn mitgewirkt. Ihr lag daran, dass alle Schüler gleichwertige Kostüme bekommen. Es sollte nicht einer benachteiligt sein, weil seine Eltern vielleicht weniger Geld haben als andere. „Und trotzdem hat jedes Kostüm etwas Individuelles. Es verbirgt eine gute und eine schlechte Eigenschaft”, verrät die Kostümbildnerin „Wir haben alles aus Müll angefertigt. Die Schüler sollten sehen, dass man aus allem etwas machen kann. Man muss nur die Augen aufmachen.”

Euregionale Ausrichtung

Gregor Jansen, Dezernent für Schule, Jugend und Bildung der Städteregion, ist beeindruckt von der Begeisterung, die schon vor Beginn des Festivals zu spüren ist: „Frühe Bildung, auch kulturelle, spielt eine ganz große Rolle.” Deshalb hält er die Theatertage für ein städteregionales Vorzeigeprojekt. Es wächst immer weiter, findet immer mehr Anhänger.

Die Zahl der teilnehmenden Schulen ist von 30 auf 51 gestiegen, die der Schüler hat sich im Vergleich zu den Vorjahren fast verdoppelt. Außerdem hat das Festival eine euregionale und europäische Ausrichtung bekommen. So sind auch die Grundschule Kettenis aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, das Bernadinus-College aus den Niederlande und eine kroatische Schule als Gast dabei.

Karten für die Schultheatertage sind nur noch teilweise erhältlich

Die Schultheatertage finden vom 17. Mai bis zum 24. Juni statt. Die 51 Stücke werden in verschiedenen Spielspätten in ganzen der Region aufgeführt.

Am Montag, 17. Mai, findet eine Eröffnungsveranstaltung im Aachener Stadttheater statt. Hier wird um 11 Uhr das Stück „Der kleine Tag” von der OGGS Hermannstraße Stolberg aufgeführt. Es gibt noch Karten.

Karten gibt es unter anderem noch für folgende Stücke: „Schneewittchen heute”, ein Gaststück der Grundschule Vidovec (Kroatien), im Ludwigforum Aachen am Freitag, 21. Mai, um 19 Uhr, „Medusa” des Rhein Maas Gymnasiums im Ludwigforum Aachen am Dienstag, 8. Juni, um 19 Uhr, „Auf ins All” der OGS Stolberg Atsch im Theater Brand am Donnerstag, 10. Juni, um 15 Uhr, „Alice im Spiegelland” der Maria-Montessori-Gesamtschule Aachen im Ludwigforum Aachen am Dienstag, 15. Juni, um 15 Uhr oder „Der Sturm” des Euregio Kollegs Würselen im Grenzlandtheater Aachen am Sonntag, 20. Juni, um 19 Uhr.

Aus Platzgründen ist eine verbindliche Kartenreservierung unter 0241/27458 erforderlich.

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