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Synthese aus Musik und Lyrik

Von: U.Sch.
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Dass ein junges musikalisches Talent mit viel versprechenden Fähigkeiten besondere Bewunderung hervorrufen kann, bewies die Schülerin Teresa Hennes mit einigen Violinstücken beim Hauskonzert.

Roetgen. Das kleine Hauskonzert, wie es geladene Gäste im Roetgener Restaurant „Füllhorn” erleben durften, gehört schon fast zu einer Tradition, die von Dieter Fischer ins Leben gerufen wurde und durch anspruchsvolle Kleinkunst geprägt ist. Die Kombination Lyrik und Kammermusik der 12. Abendveranstaltung versprach von vornherein Abwechslung, Erbauung und einen außergewöhnlichen Kunstgenuss.

Das erlesene Musikprogramm beschränkte sich, um Stilbrüche zu vermeiden und den verwendeten historisierenden Musikinstrumenten adäquate Kompositionen zuzuordnen, auf Barockmusik. Dominierend waren Zupfinstrumente, und zwar Barockmandoline, Mandolone (die tiefe Mandoline mit sieben Doppelsaiten), Barockgitarre, Theorbe (also ein lautenähnliches Saiteninstrument) und Vihuela, die Vorläuferin der Gitarre. Die Beherrschung solcher Musikinstrumente bedarf ohne Zweifel einer professionellen Könnerschaft.

Die gebürtige Roetgenerin Marga Wilden-Hüsgen, emeritierte Professorin der Musikhochschule Wuppertal, widmete sich in ihrer Lehrtätigkeit erfolgreich auch der Wiederbelebung barocker und klassischer Spieltechniken auf der Mandoline und der Pflege der Sopranlaute sowie der Barockmandoline. Ihre Ensemblemitglieder im Füllhorn-Konzert, Ricarda Schumann und Marlo Strauß, absolvierten beide ein Musikstudium und engagieren sich in zahlreichen Konzerten, zeichnen sich aber außerdem durch eigene Kompositionen und musikpädagogische Arbeit aus.

Im Roetgener Kammermusikabend konnte man alle drei Musiker wegen ihrer Variationsmöglichkeiten bewundern, das heißt, durch Austausch der Instrumente und entsprechende Musikwerke, wobei durch den Einsatz einer Traversflöte in Verbindung mit gezupften Instrumenten eine willkommene klangliche Variante erreicht wurde.

Die dargebotenen Kompositionen entstammen dem 16. bis 18. Jahrhundert, teils von anonymen Verfassern. Die niederländischen, englischen und italienischen Stücke besaßen meist tänzerischen Charakter, wozu der fröhliche Werbetanz Galliarde und der Schreittanz Allemande (engl. Alman) sowie der höfische, elegante Tanz („Earl of Essex”), aber auch italienische Tänze des 16. Jahrhunderts zählten.

Thematisch angepasst

Die Musikstücke wurden von Gedichten Dieter Fischers, der seine Verse selber rezitierte, stimmungsvoll und thematisch angepasst ergänzt. Marga Wilden-Hüsgen hatte dem Autor interpretierende Hilfen zu den sechs vorgetragenen Kompositionen gegeben, so dass Fischer aus seinem großen Fundus an Gedichten die ausdrucksmäßig angemessenen Beispiele sortieren und präsentieren konnte. Das Gros der deklamierten Gedichte gehörte zur Kategorie der Naturlyrik („Das Waldröschen”, „Die Hummel”, „Meine Rose” u. a.), entstammten aber auch dem Bereich der Liebeslyrik und humoristischer Poesie.

Das zweite Musikstück etwa, „Daphne”, von einem blinden holländischen Kirchenmusiker komponiert, sollte den Zuhörern und Spielern Freude bereiten, weswegen es besonders melodiös und virtuos gestaltet ist. Zwei entsprechende, liedhafte Texte, „Edle Freude” und „Der Bach”, wählte Dieter Fischer als Untermalung dazu aus.

Zu einem bekannten englischen Liebeslied über eine unerfüllte Liebesbeziehung hörte das Publikum die beiden Beiträge „Allzu sehr” und „Stille Liebe”. Die feinfühlige Sprache, der vielgestaltige Stil der Gedichte wie zudem die dezente, empfindungsreiche Vortragsweise waren eine beeindruckende Bereicherung der auf hohem Niveau stehenden Musikinterpretationen.

Musikalisches Talent

Dass ein junges musikalisches Talent mit viel versprechenden Fähigkeiten besondere Bewunderung hervorrufen kann, bewies die Schülerin Teresa Hennes, Enkelin Dieter Fischers, mit ihren beiden auswendig, fehlerfrei und modulationsreich vorgetragenen Violinstücken, gekonnt, abgewogen und miteinander abgestimmt von Angelika Hoven auf dem Klavier begleitet.

Die Gäste honorierten diese beachtenswerte Leistung auffallend deutlich durch ihren Applaus, wiewohl insgesamt eine große Begeisterung und Zustimmung angesichts einer solchen interessanten Veranstaltung mit hochrangigen Interpreten und einem ausgereiften Programm zu beobachten war.
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