Superstimmung ohne Alaaf: Karneval kann man auch im Mai feiern

Von: ho
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Simmerath. Als die Paveier auch noch kurz nach Mitternacht die Dreifachhalle des Berufskollegs karnevalistisch abrockten, stand Torsten Gerards, 1. Vorsitzender der KG Sonnenfunken, ein wenig erschöpft, aber zufrieden lächelnd im hinteren Hallenbereich.

Der Galaabend der Sonnenfunken, den die KG am Samstagabend anlässlich ihres 2 X 11-jährigen Jubiläums mit bekannten Größen des Kölner Karnevals in der toll geschmückten Halle feierte, durfte als voller Erfolg gewertet werden, bei dem das Publikum voll auf seine Kosten kam. Fast fünf Stunden wurde ein Programm der Extraklasse geboten, bei dem von Anfang an in der Halle eine Bombenstimmung herrschte.

Fazit: Karneval kann man auch im Mai feiern, selbst wenn das Alaaf-Rufen nach dem Reglement möglichst unterbleiben sollte. Punkt 19.30 Uhr waren die Sonnenfunken mit allem was sie zu bieten hatten auf die Bühne marschiert. Auf 394 Mitglieder, davon 149 Aktive, kann die KG im Jubiläumsjahr verweisen, wie der 2. Vorsitzende, Stefan Haas, bei der Begrüßung mitteilte. Haas ließ noch einmal kurz die Vereinsgeschichte Revue passieren und verwies mit Stolz auf die positive Zusammenarbeit mit dem Spielmannszug der Feuerwehr, der an diesem Wochenende Ausrichter des Verbandsfestes der Spielmannszüge war, und mit dem man zusammen dieses dreitägige Mammutfest veranstaltete. Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns, Schirmherr der Veranstaltung, betonte, dass er gerne diese Funktion übernommen habe. „Wir sind froh und stolz, dass wir diese beiden Vereine haben“, hielt er dazu fest, bevor der Startschuss für das Programm erfolgte. Tom Beys führte dabei gekonnt durch den Abend und kündigte zunächst sechs Herren mit Schlägerkappen an, hinter denen sich natürlich die Klüngelköpp verbargen. Die zauderten nicht lange und ließen gleich in der Simmerather Halle eine kölsche Fiesta steigen.

Ohne Aufwärmphase klatschte, schunkelte und sang das Publikum die bekannten Hits der Band sofort mit, wobei sowohl die tollen Trommeleinlagen, als auch die kölsche Nächte für Begeisterung sorgten. Man brauchte nicht mit 4711 getauft zu sein, um am Ende das Gefühl zu haben, dass auch in Simmerath die Sterne der Klüngelköpp am Himmel tanzten. Bauchredner Klaus Rupprecht mit seinem Affen Willi ließen auf andere Art und Weise ihr Können aufblitzen. Der Affe mit der kessen Lippe verschonte von der anwesenden lokalen Prominenz bis zu den emsigen Kellnerinnen niemand mit seinen flotten Sprüchen. Das Duo tobte sich zum allgemeinen Vergnügen diesbezüglich über 40 Minuten aus und stimmte zum prognostizierten Szenario des Klimawandels und des steigenden Meeresspiegels schließlich das Lied „Wenn bei Aachen die rote Sonne im Meer versinkt“ an. Am Ende dann der lokale Programmkracher, bei dem kein Auge trocken blieb. Bürgermeister Hermanns nebst Ehefrau Annelie zeigten unter der Regie von Bauchredner Rupprecht eine Nummer der Extraklasse.

Musikalisch ging es hiernach mit Bruce Kapusta weiter, der nicht nur die weiblichen Fans mitten im Mai in den Zustand der karnevalistischen Glückseligkeit versetze. Wenn „Blötschkopp“ auf dem Programmzettel steht, steckt natürlich Marc Metzger dahinter, der unweigerlich alles auf die Schippe nimmt, was sich während seines Vortrages im Saal bewegt. Auch wenn er zu Beginn seiner vorbereiteten Rede, die erwartungsgemäß nie zustande kam, einige leicht anzügliche Bemerkungen zu Simmerath machte, hatte der Meister der karnevalistischen Comedy sofort die Sympathien des Publikums auf seiner Seite. Nachdem er zwischendurch auch noch die Werbeleinwand außer Betrieb gesetzt hatte, hing die Halle förmlich an seinen Lippen, als er beispielsweise die Geschichte vom pfeilschnellen Hühnchen mit vier Beinen erzählte. Da ließ man sich auch gerne die Bemerkung gefallen „Lachen Sie noch, oder kollabieren Sie schon?“. Vor lauter Lachen unbeantwortet blieb auch die Frage, „Darf jemand der Moses heißt, bei ebay zehn Gebote abgeben?“. Nach stehenden Ovationen für den Wortakrobaten, setzte sich das Publikum erst gar nicht wieder hin, als die Paveier die Bühne betraten. Die Kultband aus der Domstadt heizte auch noch weit nach Mitternacht die Stimmung in der Halle an. Am Ende waren sich alle einig, dass der Galaabend der Sonnenfunken ein echter Kracher war, bei dem ein Höhepunkt den anderen jagte.

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