Strommast geht in Flammen auf

Von: Carmen Krämer
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Auf der Hahner Straße liefen am Montag die Aufräumarbeiten auf Hochtouren. Kommunale Forstbetriebe hatten reichlich Arbeit mit Xynthia. Foto: Carmen Krämer

Nordeifel. Feuerwehrsirenen, Äste auf den Straßen und Blätter in den Hauseingängen: Tief Xynthia fegte am Sonntag auch über die Eifel hinweg. Die kleine Schwester von Kyrill hinterließ wie ihr Bruder vor gut drei Jahren auch in unserer Region einige Schäden.

Am Montagmorgen begannen die Aufräumarbeiten, denn heruntergefallene Dachziegel, durchtrennte Stromleitungen und umgefallene Bäume waren die Folgen des schweren Sturms, durch den auch die eine oder andere Straße gesperrt werden musste.

Auf der kompletten Hahner Straße beispielsweise fanden den gesamten Montag Aufräumarbeiten statt. Hier waren zwischenzeitlich Autos zwischen umgestürzten Bäumen eingekeilt, die mit Hilfe der Feuerwehr wieder befreit werden konnten.

Nicht nur Bäume und Zweige, die auf die Straße gefallen waren, sondern auch abgebrochene Äste, die auf die Straße zu stürzen drohten, mussten unter anderem auf der B266 von Kesternich Richtung Einruhr, auf der Tiefenbachtalstraße, der Himmelsleiter, an Fringshaus, der Zweifaller Straße, der Grünepleistraße und auf der L238 zwischen Roetgen und Rott entfernt werden.

Viel Arbeit für Dachdecker

Straßen wie Am Rott in Kalterherberg und der Erlenweg in Imgenbroich mussten wie die Hahner Straße bis zum Montag gesperrt werden, weil Aufräumarbeiten während des Sturms für die Einsatzkräfte zu gefährlich gewesen wären.

Nicht nur Straßen waren jedoch von umgestürzten Bäumen betroffen. Auch Stromleitungen in Mützenich, Konzen, Kalterherberg, Menzerath, Paustenbach, Eicherscheid, Hammer/Dedenborn, Einruhr, Erkensruhr und Hirschrott waren beschädigt, sodass ganze Ortsteile teilweise ohne Strom waren.

In der Hargardsgasse musste die Feuerwehr Monschau sogar zum Löschen eines Strommastes ausrücken, was laut Falk Claßen, dem Stadtbrandinspektor Monschaus, ein „eher ungewöhnlicher Einsatz” war. Wahrscheinlich sei die Stromleitung abgerissen und habe dann, da sie noch unter Strom stand, den Holzpfahl zum brennen gebracht, vermutet der Leiter der Feuerwehr Monschau.

Während die Monschauer Feuerwehr zu insgesamt 33 Einsätzen ausrücken musste, verzeichnete Simmerath 22 und Roetgen lediglich sieben Feuerwehreinsätze. Die Monschauer Helfer hatten nicht nur alle Hände voll zu tun mit herabgefallenen Ästen und umgestürzten Bäumen, auch zu zwei Wassereinsatzstellen an Pumpstationen in Mützenich wurden sie gerufen. Im selben Ort auf der Eupener Straße hatte sich auch zwischenzeitlich ein Trampolin selbstständig gemacht, das jedoch von der Feuerwehr rasch befestigt werden konnte.

Den Sturm von einer anderen Seite betrachten werden sicherlich die Dachdecker der Region, denn für viele Häuser hat Xynthia heruntergefallene Dachpfannen und abgerissene Kaminabdeckungen zur Folge, wie auch Melanie Mießen von der Provinzial-Versicherung berichtet. „Ich glaube, damals bei Kyrill haben die Dachdecker aber gut gearbeitet, denn trotz vieler Anrufe scheint es relativ gut gegangen zu sein”, berichtet sie.

In Mützenich Im Brand drohte durch den Unterdruck ein ganzes Dach wegzufliegen, was aber durch den Einsatz der Feuerwehr verhindert werden konnte.

„Insgesamt sind wir mit einem blauen Auge davongekommen”, berichten Klaus Dollman, Leiter der Straßenmeisterei und Felix Meyer vom Forstamt der Stadt Monschau. Allerdings müssen die Aufräumarbeiten in den Wäldern nun zügig durchgeführt werden, denn anders als bei Kyrill tragen die nun steigenden Temperaturen dazu bei, dass die umgestürzten Bäume schneller vom Borkenkäfer befallen werden können.

Wie stark die Wälder betroffen sind, lässt sich nicht eindeutig sagen, weil die Aufräumarbeiten noch nicht abgeschlossen sind. Und wer weiß, ob Xynthia nicht noch weitere Geschwister bekommt.
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