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Stromausfall: Wer kommt jetzt für den Schaden auf?

Von: Ernst Schneiders
Letzte Aktualisierung:

Roetgen. Der Strom, fließt längst wieder in Roetgen. Doch erneut hat der beinahe sechsstündige Totalausfall am Freitag gezeigt, in welch hohem Maße alle Welt auf die Elektrizität angewiesen ist.

Ungeachtet der akademischen Betrachtungen über die Abhängigkeit der Menschheit vom Strom sind aber auch noch andere Fragen zu erörtern, beispielsweise die des Schadensersatzes. Denn am Freitag dürfte in Roetgen eine Menge Schaden entstanden sein.

Schaden ist per Definition jede unfreiwillige Einbuße an Lebens- und Rechtsgütern. Voraussetzung für eine Regulierung dieses Schadens ist grundsätzlich rechtwidriges und schuldhaftes Handeln oder Unterlassen. Und das Problem ist immer wieder der Nachweis, dass ein Schaden in unmittelbarem Zusammenhang mit einem Ereignis steht.

Es muss also belegt werden, dass die aktuelle Dauerstörung einer Heizungsanlage durch den Stromausfall verursacht worden ist, oder dass das Hackfleisch einen Stich bekommen hat, weil es Stunden nicht gekühlt war.

Die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post” hat berichtet, dass eine Schadensersatzklage nach einem Stromausfall gescheitert ist. Der Kläger hatte angeführt, seine Tiefkühltruhe sei abgetaut und die Gambas darin seien verdorben und nicht mehr genießbar gewesen. Die Richter bezeichneten dies als „zumutbare Lebensumstände” und wiesen das Begehren ab.

Man muss folglich kein Prophet sein, wenn man behauptet, dass auch der jüngste Stromausfall in Roetgen wahrscheinlich noch den einen oder anderen Richterspruch nach sich ziehen wird. Ein Leser unsere Zeitung, selbst Betroffener, hatte sich bereits beim Stromversorger RWE durchgefragt. Das Prozedere ist demnach wie folgt: Schadensersatzansprüche sind zu richten an RWE Rhein-Ruhr, Netzservice, Neue Jülicher Strtaße 60, 52353 Düren (Ansprechpartner ist ein Herr Thönnissen, Tel. 02421/472927).

Direkt an Verursacher wenden

Weil RWE in diesem Falle jedoch die Hände in Unschuld waschen kann, werden die Ansprüche abgelehnt. Der Geschädigte muss sich dann direkt an die Firma wenden, die im Neubaugebiet Hackjansbend die Schäden verursacht hat. Die Anschrift dieses Unternehmens teilt RWE auf Wunsch mit.

Einen besonderen Bürgerservice bietet auch die Gemeindeverwaltung Roetgen an: Schadensersatzforderungen oder weitere Beschwerden im Zusammenhang mit dem Stromausfall am Freitag können beim Ordnungsamt im Rathaus eingereicht werden.

Dort werden sie gesammelt und gebündelt an den Stromversorger weitergereicht. Bürgermeister Manfred Eis: „Wir bieten diesen Service gerne an. Allerdings regulieren wir keine Schäden. Wir sind lediglich die Boten für die Ansprüche der Einwohner. Für die Schadensregulierung sind andere zuständig.”
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