Streusalz en masse: Winter kann kommen

Von: Ernst Schneiders
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Klaus Dollmann steht nicht im Schnee, sondern im Streusalz. 1500 Tonnen lagern bei der Straßenmeisterei in Rollesbroich. Foto: Ernst Schneiders

Nordeifel. Montag in der Frühe: Erstmals rückten die Männer der Straßenmeisterei Simmerath aus, um einige neuralgische Punkte abzustreuen, die das Nahen des Winter verheißen: Die Hahner Straße, die Perlenbachbrücke oder Wahlerscheid. Es gibt noch einige andere markante Stellen, die Klaus Dollmann und seine Truppe im Auge behalten werden, um den Wintereinbruch nicht zu verpassen.

Deshalb beginnt nun auch die Zeit der nächtlichen Bereitschaftsdienste. Diese schlucken richtig Zeit, im vergangenen Winter kamen an die 6500 Überstunden zusammen, die im Verlaufe des Jahres abgebaut werden mussten.

Ein langer und harter Winter?

Im kommenden Winter könnte es ähnlich werden, glaubt Dienststellenleiter Dollmann. Sein „Bauchgefühl” sagt ihm, dass der Winter 2010/11 ein langer und harter wird, mit wenig Schnee, aber klirrend kalt.

Die Straßenmeisterei des Landesbetriebes Straßen NRW an der Völlesbruchstraße in Rollesbroich ist auf den „Tag X” bestens vorbereitet. Die Halle auf dem Betriebsgelände ist mit 1500 Tonnen Streusalz prall gefüllt. Rund 100.000 Euro hat diese Ladung gekostet.

Im Verlaufe des Winters wird der Betrag auf das etwa Vierfache anwachsen, denn zwischen 5000 und 6000 Tonnen werden benötigt, um zwischen Relais Königsberg und Wahlerscheid alle Straßen abzustreuen, die nicht zu einer Kommune gehören.

Höchste Priorität in diesem 330 Kilometer weiten Netz haben die B258 im Bereich „Himmelsleiter” und deren Fortsetzung bis Höfen sowie die B399 zwischen Lammersdorf und Hürtgenwald. „Und natürlich alle Strecken, auf denen Schulbusse unterwegs sind”, so Klaus Dollmann.

Zwischen 25 und 30 Tonnen Salz verbrauchen die zehn Fahrzeuge, die im Schichtbetrieb gefahren werden, insgesamt, wenn flächendeckend gestreut wird. Es ist, so der Dienststellenleiter, also eine nicht sehr komplizierte Rechnung festzustellen, wann die Vorräte aufgebraucht sein werden. Dollmann: „Deshalb schaue ich täglich bei Dienstbeginn zuerst in die Halle, noch vor der ersten Tasse Kaffee. Und wenn es knapp zu werden droht, dann greife ich zum Telefonhörer.”
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