Stefanie Stappenbeck: „Kein Verstecken hinter lustigen Dialogen“

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Regisseur Florian Baxmeyer und Hauptdarstellerin Stefanie Stappenbeck: Im Mai waren sie für Dreharbeiten in Monschau.

Monschau. In dem Film „Ohne Dich“ spielt Stefanie Stappenbeck die Hauptrolle. Wir haben mit der Schauspielerin gesprochen.

Sie spielen eine erfolgreiche Restaurantbesitzerin, deren Freund nach einem Segeltörn nicht mehr zurückkommt und für tot gehalten wird. Was war beim Spiel für Sie die besondere Herausforderung?

Stappenbeck: Der ganze Film war für mich eine große Herausforderung: Alle halten Martinas Freund für tot, nur sie selbst fühlt wider alle Vernunft, dass er noch am Leben sein muss. Zwischendurch erscheint ihr Ralf immer wieder. Es bleibt jedoch offen, ob die Begegnung mit ihm real ist oder nur Vision. Dementsprechend bewegt sich meine Figur immer zwischen zwei Welten. Diese Gratwanderung einer verzweifelten Frau, die klar bei Verstand ist und andererseits den Verstand fast zu verlieren scheint, war das Anspruchsvolle an meiner Rolle.

Was ist Martina für eine Frau?

Stappenbeck: Martina ist eine sehr sinnliche und erfolgreiche Frau, die mit ihrem Lebensgefährten Ralf zum ersten Mal ein richtiges Liebesglück erfährt. Was sie macht, erledigt sie gut und erfolgreich. Auch das Restaurant aus dem Familienbesitz führt sie gut. Doch hinter der Fassade spürt man die familiären Zwänge, in denen Martina steckt. Als sie sich auf die Suche nach Ralf macht, wird das für Martina wie eine Reise zu sich selbst. Es gibt ihr die Möglichkeit, sich von ihren Zwängen zu befreien und mehr Selbstvertrauen zu entwickeln. Unabhängig davon, ob Ralf am Ende tatsächlich noch lebt, wird es für sie keine Rückkehr mehr in ihr altes Leben geben.

Ihre Figur ist sehr komplex. Wie haben Sie sich ihr angenähert?

Stappenbeck: Zur Vorbereitung auf meine Rolle habe ich mit einem weiblichen Coach zusammengearbeitet. Gemeinsam haben wir jede Szene auf Martinas Gefühle und ihre Aktivitäten hin analysiert. Zum besseren Verständnis ihrer familiären Hintergründe machten wir eine Figurenaufstellung, entsprechend einer therapeutischen Familienaufstellung. Der Vater von Martina taucht beispielsweise gar nicht real im Film auf, da er schon früh an Krebs gestorben ist. Dennoch hat er natürlich Martinas Männerbild geprägt. Deshalb haben wir uns eingehend mit Martinas Verhältnis zu ihm befasst. Zudem ist der Film eher atmosphärisch, was das schauspielerische Können noch mehr herausfordert. Hier gab es kein Verstecken hinter lustigen Dialogen oder Action-Szenen – ich musste mich öffnen und zeigen.

Inwieweit konnten Sie das Verhalten Ihrer Figur nachvollziehen?

Stappenbeck: Martina hat in Ralf einen Seelenverwandten gefunden – ihre große Liebe. Bei so viel Gefühl finde ich es nachvollziehbar, dass ihr Glaube an seine Rückkehr so groß ist. Ich selbst würde auch alles daran setzen, eine geliebte Person zu finden, solange sie noch nicht tot aufgefunden wurde. Ich könnte es mir nicht verzeihen aufzugeben. Das Schlimmste daran ist ja die Ungewissheit, da man nicht abschließen kann und die Hoffnung nicht aufgibt. Ich glaube, schon an so etwas wie einen sechsten Sinn. Es gibt wahrscheinlich mehr zwischen Himmel und Erde, als wir Menschen rational erfassen können.

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