Monschau/Simmerath - Stawag wirbt um neue Kunden in der Nordeifel

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Stawag wirbt um neue Kunden in der Nordeifel

Von: Peter Stollenwerk
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Der Bürger hat die freie Wahl, welchen Stromanbieter er wählt. Im Moment versucht die Stawag in Monschau und Simmerath sich neue Marktanteile zu sichern. Foto: P. Stollenwerk

Monschau/Simmerath. „Holen Sie sich unseren Ökostrom jetzt auch in die Eifel!“ Diesen Slogan konnten in den vergangenen Tagen die Stromkunden in Monschau und Simmerath verinnerlichen und darüber nachdenken, was dieser Satz bedeutet.

Die Bürger in der Nordeifel haben flächendeckend Post von der Stadtwerke Aachen Aktiengesellschaft (Stawag) erhalten, worin sich das Unternehmen als neuer Betreiber des Stromnetzes für die Kommunen Monschau und Simmerath ab 1. Januar 2014 vorstellt. Verbunden mit dem Schreiben ist nicht nur das Angebot „günstigen Ökostrom“ zu erhalten, sondern es liegen auch die entsprechenden Vertragsunterlagen für den „einfachen Wechsel“ des Stromanbieters bei, verbunden mit einer 25-Euro-Wechselbonus-Prämie und portofreiem Rücksendeumschlag bis zum 27. November 2013.

Obwohl die Stawag nichts anders tut, als die Gesetze der freien Marktwirtschaft zu praktizieren, sind die Bürger teilweise irritiert, weil sie denken, dass mit dem Wechsel des Stromanbieters der Kommunen nun auch zwangsläufig ein Wechsel für die Privatpersonen zu diesem Anbieter verbunden ist. Fast 50 Jahre hat das RWE den Strom für die Region geliefert. Sowohl die Gemeinde Simmerath als auch die Stadt Monschau haben im vorigen Jahr nach einem Auswahlverfahren den Stromlieferanten gewechselt. Die Stawag punktete nicht nur mit ihrem verstärkten Engagement bei den erneuerbaren Energien sondern auch mit dem Argument, dass man als lokales Unternehmen die Wertschöpfung in die Region belässt.

In der Tat aber lässt das Anschreiben der Stawag Raum zur Interpretation, wenn es darin heißt: „Damit wir von der Stawag Sie in Zukunft auch mit unserem günstigen Ökostrom beliefern können, finden Sie in dem Schreiben alle Unterlagen, die Sie für einen einfachen Wechsel benötigen. Senden Sie uns dazu den beiliegenden Vertrag bis zum 27. November 2013 ausgefüllt zurück.“

Über diese Formulierung zeigt sich Leser Gerd Hagebölling aus Lammersdorf „sehr verärgert“, zumal auch noch „ein sehr verklausuliertes Übernahme-Angebot“ unterbreitet werde. Man müsse sich das Schreiben „dreimal durchlesen“, um zu verstehen, dass es sich um einen „simplen Abwerbeversuch“ handele. So könne es leicht passieren, dass gerade ältere Bürger das Schreiben falsch verstehen würden und glaubten, dass mit der Netzübernahme des neuen Anbieters auch die Stromlieferung eingestellt werde, falls der Vertrag nicht unterschrieben werde.

„Ansinnen ist nachvollziehbar“

Diese Annahme des Kunden des Lammersdorf ist keineswegs aus der Luft gegriffen. Das kann auch Werner Krickel aus Monschau, EDV-Berater und Experte beim Thema Stromwechsel bestätigen. „Auch bei mir haben schon verunsicherte Leute angerufen, ob denn jetzt ihre Stromlieferung eingestellt wird.“ Problem sei, dass manche Bürger nicht zwischen Netzbetreiber und Stromlieferant unterscheiden würden. „Der Strom wird nur abgestellt, wenn der Kunde die Rechnung nicht bezahlt“, stellt Krickel klar.

Das Ansinnen der Stawag, neben dem Netzbetrieb auch Strom zu verkaufen, sei nachvollziehbar. Es sollte für jeden Kunden eine Überlegung sein, ob er den Anbieter wechsele. Neben dem Preis und dem Ökostrom-Aspekt spiele auch die Unternehmensstruktur eine wichtige Rolle. Die Stawag befinde sich in der mittleren Preislage. Um den Kunden mehr Klarheit und Entscheidungshilfe zu geben, bietet Werner Krickel in seinem Büro in Monschau, Laufenstraße 48, regelmäßig Beratungsgespräche zum Thema Stromwechsel an. Die nächste Beratung findet am Donnerstag, 5. Dezember, um 18 Uhr statt. Die bisherige Erfahrung habe gezeigt, dass ein Durchschnittshaushalt bei einem Wechsel bis zu 150 Euro sparen könne.

Auch bei der Stawag betont man, dass es sich bei dem Rundschreiben lediglich um „ein Angebot“ handele. Corinna Bürgerhausen, zuständig für die Unternehmenskommunikation, verweist auf die neuen Möglichkeiten des liberalisierten Marktes. Bislang hätten mehrere Kunden aus Monschau und Simmerath von der Möglichkeit des Stromwechsels Gebrauch gemacht. Erfahrungsgemäß würden sich Kunden aber etwas Zeit lassen. „Wenn der Stromkunde von sich aus nicht aktiv wird, passiert überhaupt nichts.“

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