Schmidt - Stadt ohne Erwachsene: Eltern sind nur als Touristen willkommen

Stadt ohne Erwachsene: Eltern sind nur als Touristen willkommen

Von: jw
Letzte Aktualisierung:
Auch das leibliche Wohl darf i
Auch das leibliche Wohl darf in „Mini-Schmidt” nicht zu kurz kommen: Den ganzen Tag wird von den Kindern gebacken. Die fertigen Leckereien werden dann schon für wenige „Schmidtis” angeboten. Foto: Julia Wirtz

Schmidt. Haben Sie schon einmal von einer Stadt gehört, in der es keine Erwachsenen gibt, sondern in der nur Kinder leben? Wenn nicht, dann sollten Sie unbedingt einmal nach Schmidt kommen, denn dort ist vor kurzem eine Kinderstadt entstanden: „Mini-Schmidt”.

Wollen Sie der Stadt einen Besuch abstatten, so finden Sie diese auf dem Gelände der Schmidter Grundschule, wo sie sich über die zwei Hauptgebäude, zwei Turnhallen, sowie den Schulhof erstreckt.

Normalerweise ist es für Erwachsene nicht möglich, die Tore von „Mini-Schmidt” zu passieren. Sie können sich aber als Touristen anmelden, einen Stadtrundgang buchen oder das Elterncafé besuchen und somit einen Einblick in die Stadt der Kinder bekommen.

Damit das Leben in der Stadt gut funktionieren kann, müssen die Kinder natürlich auch arbeiten und somit führt ihr erster Weg jeden morgen zum Arbeitsamt, wo sie sich für einen der über 40 angebotenen Berufe entscheiden können.

Da bleiben keine Wünsche offen. Von Gärtnern, Bäckern, Schreinern, über Verkäufer, Krankenpfleger und Casinobetreiber bis hin zu Polizisten: Alles gibt es hier. Selbstverständlich arbeitet niemand in „Mini-Schmidt” umsonst. In jeder halben Stunde verdienen die Arbeiter fünf „Schmidtis”, wie sich die stadteigene Währung nennt. Von diesem Geld müssen sie allerdings auch einen „Schmidti” Steuern zahlen.

Die Einwohner sind in der Woche vom 23. Juli bis 27. Juli, sowie vom 30. Juli bis zum 3. August jeden Tag von 9.30 Uhr bis 17 Uhr in „Mini-Schmidt” unterwegs. Diese Zeit soll natürlich nicht nur zum Arbeiten genutzt werden. Ist ein Kind der Meinung fürs erste genug gearbeitet zu haben, kann es sich seinen Lohn beim Arbeitsamt auszahlen lassen.

Damit beginnt der schöne Teil der Tagesgestaltung in „Mini-Schmidt”. Mit dem verdienten Geld können die Kinder die verschiedenen Freizeitmöglichkeiten testen, die die Stadt zu bieten hat. Sie können beispielsweise ins Kino gehen oder den Freizeitpark mit großer Hüpfburg besuchen. Außerdem gibt es mehrere Geschäfte in der Stadt, wie beispielsweise einen Lebensmittelladen, eine Saftbar oder eine Bäckerei.

Die Handwerker der Stadt bieten ihre handgemachten Arbeiten ebenfalls zum Verkauf an. Brauchen Sie einen neuen Briefkasten? Dann sollten Sie der Schreinerei einmal einen Besuch abstatten. Wollen Sie Ihre Wohnung verschönern? Dann kaufen Sie sich doch in der Gärtnerei einen selbstgestalteten und -bepflanzten Blumentopf.

Diese Möglichkeit besteht auch, wenn man kein Bürger von „Mini-Schmidt” ist und somit auch keine „Schmidtis” verdient hat. Beim Touristenstand können „Eltern-Schmidtis” für je 50 Cent erworben werden.

Sind nach dieser Einkaufs- oder Erlebnistour alle „Schmidtis” ausgegeben, gibt es für die Kinder nur eine Möglichkeit: Neue verdienen. Dazu müssen sie sich erneut beim Arbeitsamt melden und nachfragen, in welchen Berufen noch eine Stelle frei ist. Ob und wie oft man in „Mini-Schmidt” seinen Beruf wechseln möchte, ist hier jedem selbst überlassen.

Ganz ehrgeizige Arbeiter können ihr verdientes und nicht ausgegebenes Geld auch auf einem Sparbuch anlegen und sich somit für einen späteren Zeitpunkt aufheben.

Ein wichtiges Ereignis für die Einwohner von „Mini-Schmidt” war die Wahl des zukünftigen Bürgermeisters der Stadt, denn auch der darf natürlich nicht fehlen. Bereits Tage vorher begannen die Kandidaten damit, Werbung in eigener Sache zu machen und somit ihre Chancen für diese begehrte Position zu verbessern.

Doch diese Wahl stellt nicht die einzige große Sensation dar, die die 150 Kinder und 20 Betreuer in diesen zwei Wochen erwartet.

Jeweils freitags findet von 14 Uhr bis 18.30 Uhr ein Familientag statt, an dem die Stadt noch einmal einiges zu bieten hat, wie zum Beispiel eine Aufführung der stadteigenen Theatergruppe.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert