St.-Michael-Gymnasium feiert Geburtstag

Von: Andreas Gabbert
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Beeindruckende Akrobatik: Vor der voll besetzten Tribühne der Sporthalle in der Hauptschule zeigten die Teilnehmer des Projektes „Turnen ist Kunst“ ihr Können. Das Bild wurde aus sechs kurz hintereinanderfolgenden Aufnahmen zusammengesetzt. Foto: A. Gabbert
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Präsentationstag am St.-Michael-Gymnasium: Am Samstag hatten die Besucher Gelegenheit, sich die Ergebnisse der Projekttage vorstellen zu lassen.
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Den mehr als 700 Gästen wurde beim Festakt zum Jubiläum des St.-Michael-Gymnasiums ein unterhaltsames Programm geboten: Die Schülersprecher Sascha Huppertz (Foto), Frederike Dörr und Jil Moeris führten ein Tanzvideo zum Song „Happy“ von Pharrell Williams vor.

Monschau. Das St.-Michael-Gymnasium hat am Wochenende sein 125-jähriges Bestehen und 60 Jahre Gymnasium auf der Haag gefeiert. Zusätzlich feierte der Förderverein sein 30-jähriges Bestehen.

Der Festakt zum Jubiläum „MGM – doppelt gut“ wurde von Projekttagen unter dem Motto „Kein Zweifel – Eifel“ und einem Präsentationstag eingerahmt.

Im Festzelt auf dem Schulhof begrüßte Dr. Bernd Gotzen, der als stellvertretender Schulleiter die Moderation des Festaktes übernommen hatte, mehr als 700 Gäste – darunter auch den Abiturjahrgang 1964.

Eröffnet wurde das Programm mit einer Trampolinshow der Projektgruppe „Turnen ist Kunst“, die am Präsentationstag in der Sporthalle der Hauptschule vor einer voll besetzten Tribühne erneut eindrucksvoll ihr Können präsentierte (Bild unten).

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter gratulierte als Vorsteherin des Schulverbandes und im Namen der Stadt Monschau. „Ich bin stolz, eine ehemalige Schülerin des Gymnasiums zu sein und der Schule im Herzen stets verbunden“, sagte sie.

Applaus für Orchesterklassen

Simmeraths Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns überbrachte die Glückwünsche seiner Gemeinde und stellte als Vorsitzender der Verbandsversammlung des Schulverbandes Nordeifel die gute Zusammenarbeit heraus. Außerdem hatte er eine Spende für den Förderverein mitgebracht.

Zuvor hatten die Orchesterklasse der Jahrgangsstufe 5 unter der Leitung von Bertram Model Gelegenheit, das im vergangenen halben Jahr Gelernte einer großen Öffentlichkeit zu präsentieren. Dazu hatten sie die Stücke „Let it be“ und „Marching Saints“ ausgewählt. Ebenso großen Applaus erntete auch die Orchesterklasse der Jahrgangsstufe 6 mit „Chim, Chim, cheree“ aus dem Film „Mary Poppins“ und „Under the sea“ aus dem Film „Arielle die Meerjungfrau“. Ins Ohr ging der „Senf-Song“, den Schüler im Rahmen eines Workshops unter der Leitung von Daniel Wiegand und Adalbert van Londen komponiert hatten.

Großes Theater auf der Bühne

Die Schülersprecher des St.-Michael-Gymnasiums, Frederike Dörr, Jil Moeris und Sascha Huppertz, stellten ein Video vor, in dem die Schüler des Gymnasiums zu dem Song „Happy“ von Pharrell Williams durch die Schule tanzen.Begeistert aufgenommen wurde auch die Tanzshow der Schülerinnen der Jahrgangsstufe Q2.

Großes Theater bot der Literaturkurs der Jahrgangsstufe Q1 mit einem Auszug aus dem Drama „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen.

Bevor der Musikkurs der Jahrgangsstufe Q2 mit den selbst geschriebenen Stücken „Part of the sea“ und „Inspiration“ einen gelungenen Schlusspunkt setzte, hatte Schulleiter Dr. Lothar Stresius das Wort. Er nahm das Jubiläum zum Anlass, die Schule einmal als Ganzes zu betrachten und darüber nachzudenken, was die Einrichtung ausmacht und was sie von anderen unterscheidet. Anhand von Beispielen arbeitete er heraus, dass die Schülerschaft sich in ihrem Sozialverhalten offenkundig von den Schülern in großstädtischen Regionen unterscheide. Dies gelte entsprechend auch für die Eltern.

Provinzialität als Auszeichnung

Dabei wollte Stresius aber nicht für jemanden gehalten werden, der eine rosarote Brille trägt. Er spreche von der Gesamtheit der Schüler, Ausnahmen gebe es genügend, betonte Stresius. „Mir ist auch bewusst, dass unsere Schülerschaft in ihrer Zusammensetzung immer heterogener wird und dass wir hier nicht auf einer Insel der Seligen leben, dass wir auch hier keine heile Welt haben, aber vielleicht ist sie doch noch etwas heiler als anderswo“, sagte der Schulleiter. Wenn sich die Schüler nicht so selbstverständlich wie anderswo im Drogenmilieu auskennen, sei das kein Defizit, sondern etwas, was die Schule auszeichne. Die Ursache dafür sei, „dass wir hier in Monschau geografisch und gesellschaftlich in der Provinz leben“. Das Wort Provinz sei oft negativ besetzt, im Laufe seiner Zeit am St.-Michael-Gymnasium sei er aber zu einem überzeugten Provinzler geworden, „weil die Vorteile eines Schullebens in der Provinz die Nachteile – die es auch gibt – überwiegen“.

Es sei schade, wenn sich keiner ohne Minderwertigkeitskomplexe zu seiner Heimat in der Provinz bekennen könne. Gerade für die Schule habe die Provinz große Vorteile. Schulisches Lernen sei immer abhängig von einem halbwegs intakten Lebenskontext, „wozu in unserer Region die vielen Vereine und ein dichtes Nachbarschaftsnetz gehören, in denen ein soziales Lernen nachhaltig ermöglicht wird“. Provinzialität sei für ihn eher eine Auszeichnung als eine Beleidigung. Zu dieser Provinzialität gehöre auch die enge und fürsorgliche Kooperation zwischen Schule und Schulträger. Wenn er manche Kollegen aus großstädtischen Regionen reden höre, sei er froh, in Monschau unter anderen Bedingungen arbeiten zu können. „Ich wünsche unserer Schule als Gymnasium eine lange und erfolgreiche Zeit – in der Provinz. Kein Zweifel – Eifel“, schloss Stresius seinen Vortrag.

Anschließend wurde im Festzelt noch bis in die Nacht gefeiert. Die Musik dazu lieferte die Gruppe „One Way“. Ausschlafen konnten Lehrer und Schüler aber nicht, schließlich wollten sie am nächsten Tag die Ergebnisse der Projekttage präsentieren. Von 10 bis 13 Uhr hatten die Gäste Gelegenheit, sich über 30 Projekte anzusehen. Unter dem Motto „Kein Zweifel – Eifel“ wurde die Region näher unter die Lupe genommen.

Eifelerküche und Plattdeutsch

Die Eifeler Küche stand bei mehreren Projekten im Vordergrund – die Ergebnisse konnten sich die Besucher schmecken lassen und die Rezepte mit nach Hause nehmen.

Fotoprojekte hatten das Leben auf der Haag und die sonst unbemerkten Dinge rund um das Gymnasium in den Fokus gerückt.

„Su kallt ma he“ hatten sich die Schüler eines Platt-Projektes auf die Fahne geschrieben. Sie hatten sich mit Bewohnern des Maria-Hilf-Stiftes unterhalten, Vokabellisten erstellt, ihren Plattwortschatz vergrößert und Geschichten nach dem Vorbild des ehemaligen Redaktionsleiters der Eifeler Nachrichten und der Eifeler Zeitung, Raimund Palm, geschrieben.

In einem Tanzworkshop lernten die Schüler Hip Hop zu tanzen. Unter der Überschrift „Älter als das MGM“ entdeckten Schüler das Stricken wieder neu. Im Chemielabor wurde Wolle gefärbt, während in der Aula Theater gespielt wurde. Eine Gruppe erkundete die Wälder rund um Monschau mit Mountainbikes und auf dem kleinen Schulhof wurde die Kletterwand erklommen.

Naturgewalten in der Eifel

Einen Blick ins All ermöglichten die Eifelastronomen. Die Naturgewalten in der Eifel wurden von den Geophysikern um Ulrich Arndt untersucht.

Die künstlerische Gestaltung mit Ytong-Steinen wurde geübt und die Tuchmachertradition in Monschau aufgearbeitet. Schüler und Schülerinnen hatten die Gelegenheit, sich bei einer Modenschau als das nächste Topmodel zu präsentieren, während im ehemaligen Sprachlabor Auszüge aus einem selbst inszenierten Hörspiel zu hören waren.

Unter dem Motto „Selbst ist der Schüler/die Schülerin“ wurden die Wände eines WC mit Mosaik gestaltet. „Ich mach mir was aus Holz“ hieß es bei der Gruppe, die ihre selbst gebastelten „Backwoodsurfboards“ präsentierte.

Das Team der Schülerzeitung hat die Projekttage begleitet, eine ausführliche Beschreibung der einzelnen Projekte sowie weitere Informationen sind in Kürze auf der Internetseite des Gymnasiums zu finden.

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