St. Hubertus Schmidt: Bücherei-Team fühlt sich ausgebremst

Von: Peter Stollenwerk
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Nicht korrekt behandelt von der Kirche fühlt sich das Bücherei-Team der Pfarre St. Hubertus Schmidt, nachdem ohne Vorwarnung und Information plötzlich der Zugriff aufs Konto verwehrt bleibt. Foto: P. Stollenwerk

Schmidt. Ausgebremst, ernüchtert, vor den Kopf gestoßen: So lässt sich die derzeitige Gefühlslage im Team der Pfarrbücherei St. Hubertus beschreiben. Die neun Frauen aus Schmidt, die die Einrichtung ehrenamtlich und mit viel persönlichem Einsatz betreuen, sehen sich hineingezogen in die seit Wochen schwelende Kontroverse zwischen dem Bistum Aachen und dem Kirchenvorstand der Pfarre.

Bekanntlich ist das achtköpfige Gremium komplett seiner Funktion enthoben worden, weil laut Darstellung des Bistums die Mitglieder des Kirchenvorstandes gegen die Schweigepflicht verstoßen haben sollen.

Nichts Böses ahnend ging Ende vergangener Woche eine Mitarbeiterin des Bücherei-Teams zur örtlichen Sparkassen-Filiale, um einen Blick auf das Bücherei-eigene Konto zu werfen. Dann folgte jedoch die böse Überraschung: Die Kontokarte wurde vom Automaten eingezogen, verbunden mit der Mitteilung, dass keine Zugriffsberechtigung auf das Konto existiere. Die Sparkasse gab keine weitere Auskunft zu dem Vorgang, ein technisches Problem gab es aber nicht.

Für die neunköpfige Büchereimannschaft lag gleich der Verdacht nahe, dass die Sperrung des Kontos nur vom Bistum aus veranlasst sein konnte und die Auseinandersetzung mit dem Kirchenvorstand nun weitere Kreise gezogen hatte.

Bärbel Naas als Sprecherin des Teams sieht wie auch ihre Mitstreiterinnen in der ohne jede Vorwarnung und Information veranlassten Aktion eine massive Attacke gegen die bisher ohne jeden Grund zur Beanstandung geleistete ehrenamtliche Arbeit. Die Frauen können den Vorgang nicht nachvollziehen und sprechen von „Machtgehabe.” Bärbel Naas: „Wir haben keinerlei Informationen, man lässt uns einfach auflaufen.”

Der Gang zur Sparkasse war erfolgt, weil traditionell die zweckgebundene Kirchenkollekte am Buchsonntag, dem 7. November, den Pfarrbüchereien zur Verfügung gestellt wird. Nun wollte man schauen, ob das nicht gerade üppige Konto der Schmidter katholischen öffentlichen Bücherei eine finanzielle Auffrischung erhalten hatte. Bei der letztjährigen Kollekte für die Bücherei waren 170 Euro gesammelt worden. Auf das Geld ist die Bücherei angewiesen, um den Buchbestand für die rund 180 Stammkunden stetig anzupassen.

Erst vor einem Jahr hatte das Team in Eigenleistung den Bücherbestand in der seit über 55 Jahren bestehenden und jetzt im ehemaligen Sparkassengebäude untergebrachten Einrichtung komplett aktualisiert.

Entsprechend groß ist die Betroffenheit und Enttäuschung im Team aufgrund der jetzt neu geschaffenen Fakten: „Wir haben unsere Arbeit immer gern gemacht, aber jetzt erhalten wir keine Informationen mehr und stehen im Ungewissen.”

Für die Frauen aus der Bücherei war bislang stets der Kirchenvorstand („Der hat eine Superarbeit geleistet.”) der Ansprechpartner bei allen Fragen. Doch nun ist alles anders. „Unter der jetzigen Situation leidet das ganz Dorf”, sagte Bärbel Naas. Dem Bistum hält man vor, ein „bisher funktionierendes System” in Schmidt zu zerstören. Dabei liege die Ursache für die vergiftete Atmosphäre „allein in den Reihen des Bistums.”

Für die Pfarre Schmidt wurde seit der Amtsenthebung des Kirchenvorstandes ein Vermögensverwalter beim Verwaltungszentrum Schleiden eingesetzt. Dieser ist erkrankt und war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Beim Generalvikariat in Aachen war über die Ursache der Vorgänge in Schmidt nichts zu erfahren. Pressesprecher Josef Heinrichs verwies am Donnerstag auf die Zuständigkeit des Vermögensverwalters.
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